Es ist schon ärgerlich, was da im Namen von „Web 2.0“ so alles erzählt und getrieben wird und wenn ich ehrlich bin, ärgert es mich auch langsam.
Ich möchte eins von vornherein klarstellen: Ich habe nichts gegen Web 2.0, wieso auch, benutzen wir es doch schon seit langer Zeit.
Web 2.0 ist nicht neu und auch nicht anders. Web 2.0 verbindet vorhandene Technologien zu einer Strategie, die zukunftsweisend ist. Das haben aber lange vor der Prägung dieses Begriffes Portal wie amazon.de ciao.de und ebay.de verstanden und konsequent umgesetzt.
Wenn aber nun selbst ernannte Web 2.0 Gurus aus den Agenturen hervorkommen und meinen, ohne Verständnis der zugrunde liegenden Technik und ohne ausreichende Marketingerfahrung mal eben so Web 2.0 als die Wunderpille der neuen IT verkaufen zu können werde ich wütend. Genau solche Blasen sind es, die die IT-Branche nicht gebrauchen kann. Nach dem dotCOM-sterben und einem erbarmungslosen „Geiz ist geil“-Preiskampf soll nun die neue Blase „Web 2.0“ platzen, weil sie nicht hält, was sie verspricht? Wie könnte sie auch, ist doch das Meiste derzeit diskutierte im eigentlichen Definitionspapier nicht einmal erwähnt.
Ich bin es leid, bei Kunden die Fehler falscher Propheten erst einmal ausbügeln zu müssen, weil diese das Blaue vom Himmel heruntergelogen haben und dann letztlich an der Realisierung der eigenen Idee gescheitert sind. Unter diesen Blendern leidet die gesamte Branche und es scheint keine Möglichkeit zu geben sich halbwegs wirkungsvoll zu schützen.
Sind wir denn mittlerweile so auf Trends angewiesen, dass wir nicht mehr den Sinn und die Nachhaltigkeit hinterfragen. Hauptsache „neu“ – Hauptsache verkaufen? Qualität? Nebensache.
Wir verspielen mittlerweile unsere letzte Glaubwürdigkeit gegenüber dem Kunden und gegenüber uns selbst!
Es ist an der Zeit, den Kunden aufzuklären über die wirklichen Intentionen von Web 2.0 und sinnvollen Möglichkeiten eines Einsatzes!