Horst Köhler geht – der Berliner Kindergarten ohne Aufsicht

Das ist ein Hammer. Horst Köhler hat die Nase voll. Das finde ich persönlich sehr schade. Ich hatte immer den Eindruck, dass der Bundespräsident der letzte Fels in der Brandung des wogenden Unsinns und der Volksverarschung war.

Im Folgenden daher meine persönliche Meinung, keine Tatsachenbehauptung oder dergleichen:

Wenn ich die Pfeifen aus Regierung und Opposition sehe, kriege ich das kalte Kotzen. Es lohnt sich nicht mehr, den Namen von Politikern zu merken, da es zum größten Teil eh austauschbare Parteisoldaten bar jeder Kompetenz oder jeden Anstands sind. Oft stecken reine Politkarrieren dahinter – von der Jugendorganisation der Parteien über ein Studium Politik oder Jura direkt über eine zusammengeschleimte Liste ab ins Parlament. Richtig gearbeitet oder Lebenserfahrung gesammelt? Fehlanzeige.

Eigentlich war von den Vätern der Bundesrepublik und auch im Grundgesetz vorgesehen, dass Menschen aus jedem Beruf – von der Putzfrau bis zum Arzt – für eine Zeit lang Volksvertreter werden. Damit ist eine Abbildung des realen Lebens möglich und eine entsprechend breite Kompetenz wäre gewährleistet. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Das Parlament ist keine Abbildung des realen Lebens mehr, sondern vielfach ein Haufen aus Funktionären irgendwelcher Gruppen, am besten noch verbeamtet und in der Gewerkschaft. Freies Denken und Handeln unerwünscht.

Und was sieht man heute da sonst laut plärrend rumflitzen? Nahles, Trittin, Brüderle oder in den Landesparlamenten so etwas wie Koch, Müller und Konsorten. Himmelhilf. Und diese “Charaktere” werden noch getoppt durch die Linken und ein paar NPDler – meiner persönlichen Meinung nach beide Pickel am Arsch der deutschen Geschichte. Wenn ich die Roth berufsbetroffen und fremdschämend palavern höre, Guidos Statements mitbekomme, Gysi rhetorisch brillante Scheiße verkündet oder Steinmeier rumeiert, bin ich unzufrieden mit deren Leistung. Das macht auch vor der Regierung nicht halt, ich vermisse einen klaren Kurs bei der Kanzlerin.

Tja, Köhler hatte wohl die Nase voll vom Politbetrieb, Unterstellungen und dergleichen, die typisch sind für ahnungslose Ideologen und kompetenzfreie Parteibuchhalter. Schade……

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Zu viel Sonneneinstrahlung…….

…….kann man aktuell am Mittelmeer bekommen. Anders ist das Gezänk um den israelischen Angriff auf den Hilfskonvoi der Palästinenser nicht zu erklären. Klar, Israel hatte die Küste gesperrt. Klar, es sind mit Sicherheit auch wieder militante Spinner an Bord der “Hilfslieferanten”. Aber wie dämlich müssen die Israelis sein, wenn sie den Konvoi in internationalen Gewässern aufbringen? Das nennt man gemeinhin Piraterie und wird jetzt mit Sicherheit von der reflexartig aufheulenden arabischen Welt dankbar aufgegriffen.

Und schon geht der ganze Zirkus wieder los. Die einen provozieren, die anderen hauen drauf. Dann provozieren die anderen und wieder haut jemand drauf. Das ganze noch garniert mit dem iranischen Terrorexport und schon knallt es wieder munter allenthalben.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Israel und auch nichts gegen friedliche Palästinenser. Sehr wohl habe ich etwas gegen eine definitiv völkerrechtswidrige Siedlungspolitik Israels sowie andererseits völlig durchgeknallte Terroristen. Letztere kann Israel meinetweigen reihenweise ins Jenseits befördern. Aber bitte mit Augenmaß, unter Einhaltung internationaler Abkommen sowie mit einem Blick auf die politischen Konsequenzen, wenn man nur dämlich in der Gegend herumballert. Dies dürften gerade irgendwo auf Welle Wahnsinn laufen, weil sich wieder einmal der Staat Israel zum Deppen der Aktivisten und Terroristen gemacht hat – HB-Männchen auf Zuruf.

Echt, die haben da unten doch alle nen Sonnenstich.

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Die Politik verlagert sich ins Web

Für viele Politiker ist es ein absolutes Ärgernis: Immer mehr Menschen verlagern ihre politischen Meinungsäußerungen ins Web. Da läuft nichts mehr mit Meinungshoheit weniger Zeitungen, da tut das Volk seinen Willen unverblümt kund.

Ich finde, diesen Trend darf man nicht unterschätzen. Besonders die besser informierten Menschen bilden sich ihre Meinung anhand einer Unzahl verschiedener Quellen – Von Wikipedia bis Blogs. Und der Reiz ist da, auch mal seine eigene Meinung zu schildern. Oft pointiert, oft mit enormem Hintergrundwissen.

In Parteien würden solche Menschen eingehen, zu eng sind die Denkmuster und zu straff ist die Parteidisziplin nebst Speichellecken, bis man an einer vernünftigen Stelle in einer Partei den Luxus einer eigenen Meinung öffentlich vertreten darf. Das finde ich schade aber die Ausweichbewegung ins Web nur konsequent.

Währenddessen versuchen viele Parteigänger und Ideologen, in sozialen Netzwerken zu missionieren, indem sie mit verquerem Geplärre Foren fluten. Da ist alles vertreten von Pazifisten über Linke bis zu Neonazis. Alle sind ideologisch gefestigt und tragen durchs stumpfe Wiederholen ihrer Ideologie doch nur zu Politikverdrossenheit auch im Web teil. Aber es gibt einen Vorteil: Man ist schneller in einem anderen, besseren Forum aktiv als bei Zusammenkünften realer Politiker in Parteien.

Ich bin gespannt, wie Parteien diesen Mechanismus aufgreifen werden, etwa als Quell externern Sachverstands oder für Hochkaräter als Quereinsteiger. Das ist eine enorme Chance im Vergleich zum Katzbuckeln durch die Organe – was vernünftige Menschen sich oft einfach nicht antun möchten. Bin mal gespannt, wann die ersten Talentsucher durch die Foren ziehen und an der entsetzen Provinzpolitik vorbei gute Fach- und Führungskräfte gewinnen.

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Finanzkrise reloaded

Mhhh, da hat man ja wieder nette Sachen vom Euro gehört und auch die Aktienkurse fahren recht rasant hoch und runter.

Zunächst mal zu Letzterem. Das ist normalerweise ein Anzeichen, dass wieder massivst gezockt wird. Ganz einfach: normalerweise verändern sich die Beteiligungswerte an vielen Unternehmen nicht binnen einem Tag um 5-10 Prozent. Das hat nichts mit den tatsächlichen Werten zu tun, das muss Zocken sein – oder wie sonst sollen sich Auftragslage, Kassenbücher und Kreditrahmen auf so einer irren Bandbreite an Branchen in kürzester Zeit so dramatisch hoch und runter bewegen. Das wäre ja nur verständlich, wenn bsp. Siemens innerhalb einer Woche ein paar Milliardenaufträge reinholt, Kunden nicht bezahlen, Kunden doch bezahlen und so weiter und so fort. Ergo: Da steckt (wieder) mal kein reales Werteverhältnis zu einer tatsächlichen Einkommenslage dahinter, sondern etwas anderes.

Die Banker versuchen wieder, mitzunehmen, was mitzunehmen ist. Da werden dann schon mal wieder – wahrscheinlich mit geliehenem Geld – Aktien munter gehandelt und abgestoßen. Oder haben die Banken wieder so viel Geld, dass sie solche Operationen locker aus dem eigenen Säckel stemmen könnten? Fein, dann könnten wir ja als Staat das Geld zur Bankenrettung wieder zurückbekommen, bitteschön verzinst.

Was mich zurzeit mit am meisten irritiert, sind die Spekulationen gegen Griechenland. Kein Zweifel, dass die Griechen massivst über ihre Verhältnisse gelebt haben. Dafür sollen sie geradestehen. Das darf aber nicht zu unserem Problem werden. Vor allem dann nicht, wenn gegen Griechenland teilweise mit geliehenem Geld spekuliert wurde. Wobei ich wette, dass auch von uns jede Menge Geld (nochmals: Bankenrettung!!!) dabei mit im Spiel ist.

Klar muss sein: wer jetzt noch zockt und dabei auf die Schnauze fällt, darf nicht mehr gerettet werden. Die ursprüngliche Aussage von “systemrelevanten” Banken habe ich schon für totalen Blödsinn gehalten. Wer Mist baut, muss auch scheitern können. Je mehr Deutschland sich jetzt engagiert, desto tiefer gerät man mit in den Sumpf. Wenn Griechenland seine Anleihen meinetwegen an die Commerzbank, die deutsche Bank oder wen auch immer nicht bedienen kann: Na und? Unternehmerisches Risiko. Da können die Banken ja gerne die ach so zuverlässigen Ratingagenturen in die Pflicht nehmen, die haben ja jeden Mist gutgeheißen und durchgewunken.

Falls hier eine Bank wegen Unfähigkeit, Gier oder Zocken zusammenbricht, sollte man diese “Institute” meines Erachtens nicht retten. Ist doch sinnvoller, wenn man anderen Banken dann öffentliche Kredite zum Weitervermitteln gewährt, die erwiesenermaßen damit umgehen können.

Übrigens, ich bin dafür, dass der Euro gerettet wird – aber mit Bedingungen. Knallhartes Kostenmanagement bei den Schuldnern oder Rauswurf aus der Euro-Zone. Sollen die doch dann selbst gucken, wo sie bleiben. Notfalls können wir immer noch eine neue Währung erstellen, welche dann aber nur von erstklassig wirtschaftenden Staaten getragen wird.

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Die Werber

Bis gestern war ich in München. Vor dem Rückflug bin ich ein wenig durchs Terminal geschlendert und habe eine Zeitschrift rund um Werbung ausliegen sehen. Darin war unter anderem der verklausulierte Protestschrei zu Papier gebracht, dass sich Werbeagenturen nicht an Erfolgen messen lassen wollen.

Warum eigentlich nicht? Es gibt im Online Marketing durchaus Modelle, nach denen rein erfolgsabhängig bezahlt wird. Beispielsweise Affiliate-Netze sind ein rein auf gegenseitigem Erfolg ausgerichtetes System, bei dem die guten Publisher ebenso verdienen, wie die Verkäufer der Waren.

Aber ich glaube, die klassischen Werbeagenturen ticken eh etwas anders. Was mir bis heute niemand schlüssig erklären konnte, sind die Preise der Werbeleistung nach Medium. Oder Agenturrabatte. Bei ersterem wird die Grafik teurer, weil sie in höherer Auflage verbreitet wird. Nicht bei den Druckkosten, sondern für die Grafik selbst. Wobei eigentlich immer die gleiche Arbeit dahinter steckt. Aber einmal ist die Arbeit Betrag X wert, ein andermal viel mehr. Mhhhhh. Oder Agenturrabatte bei Werbebuchungen. Da bekommt dann eine Agentur einen Preisvorteil, (den sie sich häufig einsackt) bei Direktbuchung durch den Kunden wirds teurer.

Ziemlich durchschaubar, finde ich. Die Agenturen sollen möglichst viel buchen, damit sie möglichst viel vom Umsatz abbekommen. D.h. Publisher und Agentur reiben sich die Hände, der Kunde zahlt für……. NICHTS an Mehrwert. Wer also noch Printwerbung bucht, sollte mal mit seiner Werbeagentur reden und sich hübsch den Agenturrrabatt auszahlen oder verrechnen lassen.

Ansonsten fand ich die entsprechende Zeitschrift sehr flach qua Inhalt. Fotos von irgendwelchen “Kreativen”, welche den Job gewechselt hatten, waren präsent (natürlich teilweise mit dem obligatorischen Schal modisch aufbereitet ;-) ) und Statements zur wirtschaftlichen Entwicklung – die Krise ist vorbei.

Ich wage mal, persönlich zu meinen, die Krise ist nicht vorbei. Nicht für klassische Werbeagenturen. Kunden werden schlauer und wollen Erfolge sehen sowie messen. Online gibts eh keine Krise – außer für die, welche nur die Karte Social Media spielen möchten und dabei Umsatz sowie Neukunden aus Google, ebay und Co. links liegen lassen.

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