Ich hoffe, bei unseren Volks(ver)tretern siegt doch noch der gesunde Menschenverstand. Ok, die Hoffnung ist zugegeben gering aber vielleicht finden sich ja doch noch ein paar wenige Aufrechte. Ich habe nichts gegen den Euro und auch nichts gegen Griechenland. Sehr wohl habe ich etwas gegen Verschwendung von Steuergeldern, Abzocke der Banken und unfähige oder korrupte Politiker.
Zunächst mal ganz klar. Griechenland hat sich selbst mit Anlauf in die Bredouille geritten. Deren Politikergesindel und die Gewerkschaften haben beschissen, abgezockt und Geld ausgegeben, dass sie nicht hatten und niemals verdienen werden. Da können sich die griechischen Bürger mal selbst an die Nase fassen, was für Typen den Kurs bestimmt haben und wer diese Heinis gewählt hat. Das kann nicht unser Problem sein und werden. Wer sich Luxus nicht leisten kann, sollte eben nicht so viel Geld ausgeben.
Banken haben Griechenland reichlich Geld zu abnormen Zinssätzen geliehen. Und haben sich dumm und dämlich verdient. Verdienen sich wohlgemerkt jetzt immer noch dumm und dämlich. Und würden sich auch weiterhin dumm und dämlich verdienen, wenn der IWF sowie Europa jetzt noch Geld ins nicht mehr zu rettende System Griechenland hereinpumpen. Wo bekommen IWF und Europa das Geld für solche Kapriolen her? Von u.a. den deutschen Steuerzahlern und anderen Ländern, die halbwegs vernünftig gewirtschaftet haben. Griechische Staatsanleihen haben Prozentsätze, da wird einem schlecht. Und die Banken, die teilweise gerade erst bei der Wirtschaftskrise von den Regierungen gerettet wurden, machen einen Riesengewinn. Und der wird indirekt von uns allen bezahlt. Ich habe aber keine Aktien der Deutschen Bank oder anderer “Institute”. Mir ist es schnurzegal, wenn die mal ein paar Miliarden Miese machen. Dafür zahlen will ich nicht. Das kann nicht unser Problem sein und werden. Wer zockt und auf die Nase fällt, ist selbst schuld.
Es geht aber noch doller. Zurzeit besucht ja Sarkozy unsere Kanzlerin. Und er hat ein Riesenproblem. Genauer: französische Banken haben ein Riesenproblem, denn sie haben Griechenland zig Milliarden geliehen. Wenn jetzt Griechenland baden geht, hängen einige französische Banken reichlich in Schräglage. Also hat Sarkozy ein extremes Interesse, dass die Banken eben nicht an der Pleite Griechenlands beteiligt werden, sonst könnte es bei ihm knallen. Aber auch das ist nicht unser Problem und sollte es auch nicht werden. Wäre ja noch bekloppter, wenn die deutschen Steuerzahler für den Unsinn französischer Banken aufkommen müssten und nach der eh irgendwann stattfindenen Staatspleite Griechenlands auf den Miesen sitzenbleiben. So nicht, meine Damen und Herren! Privatwirtschaft heißt Risiko und wenn jemand ein Unternehmen aus Gier oder Dummheit vor die Wand fährt, darf es nicht zum Ballast für die Allgemeinheit werden.
Man darf es ruhig so sagen, wie es ist: Griechenland ist vollkommen pleite und jeder Versuch, da noch Geld hereinzupumpen, ist verlorenes Geld. Griechenland hat aufgrund seiner Betrügereien der Politiker die Mitgliedschaft im Euro erschlichen. Gleichzeitig sitzen teilweise dieselben Typen noch im griechischen Parlament oder bei den Gewerkschaften und blockieren munter jede sinnvolle Reform, während denen das Land um die Ohren fliegt und Mittelstand sowie einfache Angestellte vor die Hunde gehen. Das ist nicht unser Problem, weil wir nicht eingreifen können.
Wenn der Euro an Griechenland scheitern sollte, ist das prinzipiell unser Problem. Das schmeckt mir nicht. Aber noch dümmer wäre es, jetzt schlechtem Geld gutes Geld hinterherzuwerfen. Die bisherigen Hilfen können wir abschreiben und viele Banken werden das insgeheim auch schon gemacht haben. Trotzdem soll jetzt noch Geld fließen, direkt in die Tasche der Banken – sie würden weiter exorbitante Zinsen von Griechenland kassieren und wir würden mit Steuergeldern dafür gerade stehen müssen. Das ist sehr wohl unser Problem.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Griechenlands Bürgerschaft kann sich ja mal bei denen umsehen, die dort munter die Hand aufgehalten haben und beispielsweise bei Bonzen, Geschäftemachern, Immobilienhaien oder dem dortigen Parteigesocks kassieren. Meinetwegen können sie auch ihre Politiker verprügeln, Gewerkschaftsbonzen ins Mittelmeer werfen oder die Abzocker enteignen. Lieber ein radikaler Schnitt und Wiedereinführung der griechischen Drachme als ewig zahlen zu müssen. Und meinetwegen ein stabiler Nord-Euro ohne Ballast.