Werbung – falsch platziert?
Gerade bei GMX gesehen. Ich frage mich, ob kontextsensitiv eingeblendete Werbung immer funktioniert wie geplant……
Gerade bei GMX gesehen. Ich frage mich, ob kontextsensitiv eingeblendete Werbung immer funktioniert wie geplant……
Ich habe ja vor einiger Zeit schon mal darüber berichtet, dass soziale Netze nicht unbedingt über eine längere Zeit stabil sind, siehe http://www.web-3-null.de/index.php/allgemein/web-3-0-die-untreuen-besucher.html. Jetzt wirds aber richtig drastisch:
http://wannstirbtstudivz.com/ schildert einfach als Prognose, wann wahrscheinlich das Ende des VZ erreicht ist. Ok, man könnte darüber streiten, ob der Abschwung linear weitergeht oder ob sich die Zahlen nicht eher asymptotisch der Nulllinie nähern. Aber der Trend ist doch sehr eindeutig.
Ebenso tut sich was bei Xing. Geht man einmal bei IVW auf die monatlichen Auswertungen, wird ein deutlicher Rückgang sowohl der Besucher, wie auch Seitenaufrufe deutlich. Einfach mal durchklicken: IVW und Xing.
Nach wie vor halte ich meine Vermutung aufrecht, dass es auch bei Facebook 2012 zu einer ersten Stagnation in einigen Bereichen kommen kann und diverse Leute erkennen werden, wie wenig wirksam Werbung in sozialen Netzen ist. Google+ hingegen legt noch kräftig zu, vor allem auch bei Profis.
Und auf was greifen die Leute dann zurück? Aufs richtige Leben, Google als Suchmaschine, verstärkt Smartphones und Verkaufsportale wie Amazon. Habe ich immer gesagt, sage ich immer und bewahrheitet sich bestens.
Ab und an schreibe ich auch mal was zu meiner Kernkompetenz. Aber nicht zu viel, es soll ja nicht alles verraten werden
. Was dürfte 2012 so alles passieren im Bereich Online Marketing?
1) Mehr Eigenprojekte bei guten Online Marketern.
Bereits jetzt haben viele der wirklich guten Online Marketer nicht nur Auftragsarbeiten, sondern basteln munter an eigenen Projekten und Webseiten. Der Trend dürfte sich weiter verstärken, da man so die Kontrolle behält und vor allem langfristige, nachhaltige Wertschöpfung erreichen kann.
2) Mehr Nischen werden von guten Online Marketern besetzt.
Natürlich gibt es noch jede Menge Konkurrenzkampf bei Versicherungen, Krediten, Reisen und dergleichen. Aber immer mehr Online Marketer machen es sich in Nischenmärkten gemütlich, die vergleichsweise einfach zu erobern sind. Zusammen mit 1) ergibt das ein nettes, sicheres Zusatzeinkommen bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von Kunden.
3) Immer mehr Berater und klassische Werbeagenturen drängen erfolglos in Social Media Plattformen.
Noch läuft der Hype um Social Media auf vollen Touren. Die mangelnde Werbewirksamkeit für direkte Umsätze hat sich noch nicht zu allen Kunden herumgesprochen. Da man Social Media ohne weitere Kenntnisse des Online Marketing “machen kann”, zieht es immer mehr Dienstleister wegen wegbrechender, klassischer Kundschaft nach Facebook und Co. Die Preise werden sinken, der Konkurrenzkampf heftiger.
4) Die Internationalisierung des Handels wird wachsen, getrieben auch durch KMUs.
Schon jetzt tummeln sich kleine Firmen erfolgreich im Markt, welche national ihre Nische und Klientel gefunden haben. Ein beachtlicher Teil der Projekte wird mehrsprachig ausgebaut und erschließt den europäischen Raum.
5) Amazon und Co wachsen weiter.
Trotz Rezession und Finanzkrise gewinnen Verkaufsplattformen weiter an Bedeutung. Sie werden immer mehr zu Vollsortimentlern, die irgendwann fast alle Bedürfnisse abdecken.
6) Regionalisierung.
Klingt nach einem Widerspruch zu 4), ist es aber nicht. Maßgeschneiderte Angebote für einzelne Regionen bedienen genauestens den Markt, welchen Universalangebote nicht abdecken können. Aus 4) und 6) wirdsich eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ergeben, wie klein Angebote sein können, um kostendeckend zu arbeiten und wie groß sie werden dürfen, damit die Kunden noch ansprechbar sind.
7) Kompetenz besiegt in vielen Fällen Masse.
Hoch spezialisierte Themenportale und Blogs werden die interessantesten, jeweiligen Zielgruppen an sich binden. Je spezialisierter das Thema, desto stärker dieser Effekt.
Allgemeine Communities stagnieren oder schrumpfen.
Wenn die Themen “durch” sind und der Kampf um Meinungen sowie Aufmerksamkeit beginnt, steigen viele Benutzer aus oder werden passiv. Ich persönlich rechne mit diversen, weiteren Besucherschwünden bei den VZs oder Xing. 2012 könnte das erste Jahr der Stagnation bei Facebook werden.
9) Das “richtige” Leben wird wieder wichtiger.
Internetfunktionen machen das Leben leichter und sorgen für dauernde Vernetzung. Die mögliche Informationsüberflutung wird viele Menschen aber zu einem bewussteren, dosierteren Umgang mit dem Internet bewegen. Dies betrifft hauptsächlich Mittel- und Oberklasse.
10) Panem et Circenses.
Menschen, die bei 9) abgehängt werden, finden ausreichend Angebote zur Bespaßung und Unterhaltung. Stellen Sie sich einfach die nachmittäglich Gerichtsshow webbasiert vor. Pseudo-Dokumentationen, sogenannte Doku-Soaps, werden durchgehend vermarktet: TV, Web, ggf. Printmagazine.
11) Immer mehr Themen werden künstlich gemacht und abgeschöpft.
DSDS und wie sie alle heißen sowie C- bis D-Promis, sorgen auch 2012 für News, Skandälchen, Emotionen. Die Macht der TV-Sender schafft Themen, die dann konsequent in allen Kanälen werblich abgeschöpft werden. Es könnte eine Inflation an TV-Formaten geben, welche diesen Mechanismus weiter ausreizen bis er sich tot läuft.
Leider muss ich ziemlich gut auch in Facebook vertreten sein. An sich habe ich aber ziemliche Bauchschmerzen, dort viele Informationen zu hinterlegen. So gibt es ein riesiges Problem, das meiner Meinung nach völlig unterschätzt wird. Bei Facebook kann man Informationen, Kommentare oder Fotos hochladen und theoretisch auch wieder löschen. Leider scheint dies tatsächlich nur Theorie zu sein, wie jüngst ein Jura-Student bewies. Er verlangte entsprechend seinen Rechten als EU-Bürger Auskunft über die vom Unternehmen gespeicherten Daten. Und siehe da: auch die gelöschten Inhalte waren nach wie vor vorhanden.
Facebook ist eben nicht wie ein eigener Webserver unterwegs, bei dem man Daten auch wieder sicher löschen kann. Oder wie beispielsweise dieses Blog hier, bei dem man Inhalte auch wieder entfernen kann. Facebook sammelt und sammelt und sammelt. So manche unbedachte Äußerung wird auf immer und ewig im System verbleiben, so hats zumindest den Anschein. Auch vollkommen zusammenhanglose Daten bleiben offenbar ewig bestehen, selbst, wenn die Situation, aufgrund derer beispielsweise Fotos gemacht oder Äußerungen getätigt wurden, mittlerweile völlig geändert ist.
Gut, dass es zumindest das europäische Datenrecht gibt, welches jedem Benutzer erlaubt und ausdrücklich ermöglicht, den Umfang der gespeicherten Daten abzufragen und eine Löschung zu veranlassen. In so fern würde es mich nicht wundern, wenn irgendwann mal jemand gerichtlich durchsetzt, dass vom Benutzer gelöschte Daten auch von Facebook tatsächlich gelöscht werden müssen, wenn das Unternehmen in Europa weiterhin agieren möchte. Überfällig ist das mit Sicherheit, es geht um die eigene Informationshoheit, die datenseitige Selbstbestimmung.
Bis dahin bin ich sehr vorsichtig, was ich in Facebook einstelle und lege mir lieber bspw. für Fotos eigene Blogs an. Das hat zudem den Vorteil, mit diesen Blogs auch im Bereich Online Marketing frei agieren zu können. Platt ausgedrückt: wenn ich sowieso etwas mit der Öffentlichkeit teilen möchte, kann ich dies auch auf eigenen Systemen tun und obendrein noch ein paar Euros an Werbung verdienen. Überhaupt scheint mir bei sozialen Netzen dieser Gedanke etwas problematisch. “Die Gemeinde” erwartet allen Ernstes, dass man sie unterhält, munter tippt, man hierauf und darauf reagieren und interagieren kann. Das ist aber auch ein Gutteil Arbeit und der ist auf eigenen Systemen besser und langfristig profitabler angelegt.
Ich muss leider Facebook mit meinem echten Namen nutzen – andere sind aber fröhlich mit Pseudonymen unterwegs. Das kann ich jedem empfehlen, der Facebook nur hobbymäßig nutzt. Auch viele Fotos hochzuladen, halte ich für problematisch. Immerhin arbeitet Facebook auch mit Gesichtserkennung. Meiner Meinung nach ist es besser, grob gepixelte Bilder zu verwenden und mindestens eine dicke Sonnenbrille aufzusetzen…………………..
Zurzeit sind wieder einmal diverse Diskussionen vor allem um Facebook im Gange. Fast jeder Befürworter verweist darauf, dass es dort 800 Millionen möglicher Kunden gibt. Auch sind Töne zu hören, die Social Media als wichtiger einstufen als bspw. Google. Da habe ich ernste Zweifel. Google ist weltweit tätig. Ok, geht man davon aus, dass die Mehrzahl der Facebook-Befürworter eben kein Google Adwords oder SEO kann, bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als den Erfolg von Social Media zu propagieren. Hier die Liste der Schwierigkeiten, 800 Millionen mögliche Kunden anzusprechen und in brauchbare Umsätze zu verwandeln:
1) Sprache. Bspw. Facebook ist aufgeteilt in verschiedenste Sprachen. Ohne einen Benutzer in seiner Muttersprache anzusprechen, ist die Erreichbarkeit schlecht. Von den 800 Mio Nutzern sprechen die wenigsten Deutsch und selbst Englisch ist nicht flächendeckend vertreten. Es bleiben deutlich weniger als 800 Mio übrig.
2) Distanzen. Selbst, wenn man global alle Benutzer ansprechen könnte, gibt es hohe Kosten für den Transport physischer Güter und lange Lieferzeiten. Das ist im Vergleich zu vielen Käufen vor Ort nicht wirtschaftlich. Die Benutzer möchten außerdem schnell ihre Ware haben und “schnell” kostet im internationalen Transport nochmals zusätzlich. Dienstleistungsanbieter sind oft gar nicht in der Lage, global zu agieren.
3) Zeit und Besucher. Sowohl Zeitzonen, wie auch das Besucherverhalten erschweren eine wirksame Werbeschaltung. Es gibt viele Karteileichen und man liegt recht oft einfach “neben” den Besucherströmen.
4) Meinungsbildung zum Kauf. Besucher sozialer Netze sind primär für die Unterhaltung unterwegs. Ein aufgepropftes Marketing stößt viele ab. Zudem sind erwiesenermaßen Klickraten für Werbung sowie Conversions in sozialen Netzen eher schlecht.
5) Wirtschaftlichkeit. Eine Kampagne in sozialen Netzen ist arbeits- und zeitintensiv, somit teuer.
6) Technik. Bei weitem nicht alle Güter sind überall auf der Welt einsetzbar. Als kleine Beispiele seien die unterschiedlichen Netzspannungen, Fernsehnormen oder schon die Unterschiede zwischen metrischem System und Zoll bei Schrauben erwähnt.
7) Juristerei. Es gibt vollkommen unterschiedliche Vorschriften und Zulassungsverfahren. Alleine EU-Normen, amerikanische Normen oder japanische Normen sind oft extrem unterschiedlich, ebenso die Gesetzgebung, Markenschutz, Haftung oder Garantie. Eine Einzelzulassung oder ein Einzelversand ist oft nicht wirtschaftlich. Für Dienstleistungen sind ebenso unterschiedliche Normen gegeben.
Steuern. Wer einmal in der Buchhaltung den Versand in die Schweiz oder nach Übersee abgebildet hat, kennt die Probleme und den Aufwand. Zudem müsste man für jedes Exportland außerhalb der EU Fallunterscheidungen treffen. Obendrein kennen die möglichen Kunden oft die Endpreise nicht: Privatmann, Firma, Einfuhrumsatzsteuer oder Zoll seien genannt.
9) Kommunikationssteuerung. In sozialen Netzen gibt es Feedback nicht nur von zufriedenen Käufern. Auch unzufriedene Kunden oder ausgemachte Störenfriede verschlechtern die Motivation zur Kaufentscheidung. Dies einigermaßen im Griff zu haben, erfordert zusätzlich massive Arbeit.
10) Targeting. Nur vollständig ausgefüllte Nutzerprofile mit echten Benutzern sind einigermaßen effizient ansprechbar. Fakes oder unausgefüllte Profile erschweren die Kundenansprache erheblich. Zudem sind viele wichtige Entscheidungsträger überhaupt nicht in sozialen Netzen erreichbar, da sie ihre Privatsphäre wahren oder nicht durch jeden erreichbar sein wollen.
11) Märkte. Ohne Kenntnis der Märkte vor Ort gibt es keine vernünftige Preisbildung. Hat man zusätzlich viele Preise für ein Produkt nach Ländern unterschiedlich gestaltet, werden sich Nachfragen von Käufern häufen.
12) Kommunikationsaufwand. Ein Verkauf “auf Augenhöhe” in einem netten Plausch ist zeitintensiv und teuer. Zusätzlich zur Produktbeschreibung wird es alle möglichen Fragen geben.
Die einzelnen Problempunkte ergänzen sich dabei teilweise und machen die Werbewirksamkeit noch diffuser und ineffizienter. So kann man nicht alleine sprachlich “daneben” liegen. Auch das Preisgefüge in den verschiedensten Ländern will berücksichtigt sein. Verschiedene Exporte machen überhaupt keinen Sinn, da die Waren billiger verfügbar sind, als hier. Dazu kommt ein immenser Aufwand, technische oder wirtschaftliche Fragen in verschiedensten Sprachen zeitnah zu bearbeiten. Und selbst dann kann man bei Bildungs- oder Sozialisierungslevel sowie der Einkommenstruktur falsch liegen. Nicht zuletzt erreicht man eine Vielzahl potentieller Kunden überhaupt nicht. Und dann fängt das Spiel erst richtig an. Garantieabwicklung nach europäischem Recht in Staaten außerhalb der EU? Ein Schreckensszenario, das auch mögliche Käufer abstößt.
Ich sehe nach wie vor die absoluten Umsatzbringer in Google, Bing und Yahoo sowie Verkaufsplattformen (Amazon, Ebay……..) oder Preisvergleichen. Kunden suchen aktiv nach einer Lösung, Dienstleistung oder geben einen Kaufwunsch vor. Und genau das finden sie auch. Die Hürden bis zum tatsächlichen Verkauf oder Kontakt sind um viele Größenordnungen sowie unzählige Klicks niedriger. Zudem ist eine absolut gezielte Kundenansprache möglich, während das Engagement in vielen sozialen Netzen eher einem Streuschuss gleicht. Auch sind Marketingmaßnahmen in ihren Erfolgen direkt messbar, während in sozialen Netzen eher das Engagement selbst gemessen wird. Engagement heißt dabei nicht Umsatz, Kundenwahrnehmung oder Markenbildung.
Das kann für einige Produkte funktionieren, etwa Trend-Artikel. Dann wiederum muss man im Hinterkopf behalten, was die Bedienung verschiedenster Plattformen für Social Media an Verwaltungsaufwand mit sich bringt. Ein Shop beispielsweise inklusive Artikelpflege und Zahlungsfunktionalität ist oft nur dann sinnvoll abbildbar, wenn man ihn mit gleichem Aufwand wie im normalen Web betreiben kann. Das wiederum bedeutet eine einheitliche Datenpflege sowie eine ebenso einheitliche Zahlungsmöglichkeit und natürlich auch koordinierte Sonderangebote. Und schon ist die nächste Baustelle eröffnet.
Als Unterstützung oder zur Vermarktung eines normalen Internetshops halte ich Social Media für geeignet. Alleine oder schwerpunktmäßg hierauf zu setzen, erscheint mir sehr risikobehaftet. Immerhin macht man sich auch vom Anbieter des Social Media Systems strategisch abhängig (siehe Rückgänge bei Besuchen/Seitenaufrufen von VZ, MySpace, Lokalisten, Wer-kennt-wen, Xing…….), während man den eigenen Webshop immer voll unter Kontrolle hat und selbst bei Problemen des Softwareanbieters schnell in andere Systeme wechseln kann.