Der Fluch der Beliebigkeit

Mach ich auch, mach ich auch! Und das hab ich noch und das hab ich noch! Klingt irgendwie angestrengt, oder? Als genau so dürften viele Angebote im Internet, speziell bei sozialen Medien, empfunden werden. Wir reden hier nicht über Preisvergleiche, Suchmaschinen oder Adwords, wo der mögliche Kunde selbst etwas sucht und passende Ergebnisse bekommt.

Kaum gibts einen Hype oder noch viel schlimmer, aufgewärmte Kost, schon überschlagen sich die Postings mit mehr oder minder interessanten Aufhängern aber wenig Substanz. Soziale Medien müssen interessieren und faszinieren. Notfalls kann man noch polarisieren. Sonst bringen sie nichts. Die ganzen Auflistungen von angeblichen Supertipps oder Geheimnissen, Webinare zu dies und jenem oder auch das 15. Coaching-Angebot verpuffen meist wirkungslos.

Übertragen Sie einfach mal folgendes Erlebnis auf Ihre eigene Sichtweise: Sie haben ein Unternehmen, das normal läuft. Sie werden täglich mit Angeboten hoffnungsvoller Verkäufer traktiert. Ihre Sekretärin wimmelt schon die schlimmsten Telefonanrufe ab. Was Sie persönlich interessiert, ist garantiert nicht ein allgemeines Coaching. Auch gruppendynamische Spielchen oder Persönlichkeitsfindung klingen nicht so toll. Immerhin ist man auf den Chefposten gekommen und da kann so viel nicht falsch sein. Ab und an gucken Sie mal auf die sozialen Netze und finden eine Menge Angebote, die relativ vergleichbar nichts sagend sind.

Was an Beliebigkeit kaum zu toppen ist, sind mühsam angestrengte Analogien oder auch das x-te Aufsummieren alt bekannten Wissens. Zwar wird dies oft mit irgendwelchen mehr oder minder geschickten Einladungen drapiert, der erfahrene Leser (wobei man von Führungspersonen und Entscheidern ausgehen sollte) wird die Nachricht in der Flut gleichartiger und gleichzeitiger Themen einfach weglassen.

Das ist der Tod für Interaktion in sozialen Netzen. Und gleichzeitig ziehen sich die eigentlich angesprochenen Zielgruppen zurück. Ergo gibts dann Situationen, wo beispielsweise Trainer und Berater sich gegenseitig etwas verkaufen wollen. Vergebene Liebsmüh, die meisten haben keinen Bedarf und noch weniger Budget. Das lässt sich auch sehr gut in einigen Businessforen wahrnehmen, in denen sich hauptsächlich die, sagen wir es mal provozierend, verlorenen Seelen mit oft uninteressanten Themen melden.

Wer etwas zu bieten hat, sollte das auch genau sagen. Und, warum man gut ist. Dafür ist ein soziales Medium an sich ein kritischer Ort. Denn recht schnell werden sich Konkurrenten oder Störenfriede melden. Und die Erfolgsaussichten für den Aufwand sind überschaubar.

Autor: Georg Grohs Online Marketing

Onlinemarketing als Extremsport. 8 Jahre Erfahrung, einige einzigartige Erfolge. Aber immer mit einem Lächeln. www.georg-grohs.de