Wenn mal wieder nur Müll im Fernsehen ist:
Jedes Mal, wenn die Doku-Soaps oder vermeintliche Superstars den Bildschirm versaubeuteln, greife ich gerne zu einem guten Buch. Dieses Mal möchte ich ein sehr, sehr altes Buch empfehlen, das trotzdem genial ist und auch über Jahrhunderte besteht: Shakespeare, Viel Lärm um nichts.
Keine Angst, ist nicht halb so hochtrabend wie Theaterkritiker
. Aber viel besser
.
Es gibt mehrere Handlungen, die gleichzeitig laufen. Zum einen eine nette kleine Lovestory zwischen zwei hübsch geradlinigen Menschen. Diese werden aber von einem intriganten Halbbruder des Helden gestört, der mit inszenierter Liebesszene die Untreue der Frau beweisen möchte. Das kocht dann etwas hoch. Zum Schluss ergibt sich eine Lösung ausgerechnet mit Hilfe der nicht unbedingt intelligenten Wache (Polizei).
Der interessantere Handlungsstrang jedoch ist die Liebe zwischen zwei anderen Personen. Benedikt und Beatrice beharken sich sowohl auf einem rhetorisch absolut herausragenden Niveau, wie auch mit einer gewissen Frauenfeindlichkeit als auch Männerfeindlichkeit. Ohne es zu merken, sind sie dabei irgendwann total voneinander fasziniert. Erst ein freundlicher Schubs bringt die beiden Sturköpfe dazu, sich und der Öffentlichkeit ihre Gefühle einzugestehen.
Was der gute Shakespeare an Wortwitz und der Beobachtung allzu menschlichen Verhaltens hervorzaubert, ist sowohl zeitlos unterhaltsam, wie auch lehrreich. Ehrlich, dagegen kann man keifende oder jodelnde Darsteller in den Fernseh-Soaps schlicht wegschmeißen.
Es gibt auch eine sehr schöne Verfilmung von Viel Lärm um nichts mit Emma Thompson und Kenneth Branagh, Regisseur ist auch Kenneth Branagh.