Hoppela, Facebook und Europa

Ich habe die Datenschutzbestimmungen und urheberrechtlichen Nutzungen bei Facebook ja schon immer „interessant“ gefunden. Kein Wunder also, dass Facebook öfter mal mit Gremien der Europäischen Union zusammenrasselt. Die Frage dabei ist nicht der ein oder andere Paragraph im Detail. Interessant ist doch eher, warum Facebook so agiert? Gerade gibt´s wieder eine neue Welle von für mich äußerst merkwürdigen Ereignissen, die man hier www.europe-v-facebook.org nachlesen kann.

Aber warum agiert Facebook überhaupt so und warum haben die so viele Schwierigkeiten mit der europäischen Gesetzgebung?

Der für mich einleuchtendste Grund ist schlicht und einfach: die brauchen jede Menge Kohle. Warum sonst sollte man so scharf auf Nutzerprofile oder ggf. die Nutzung von anderen Leute erzeugter Inhalts sein? Für mich ist die Werbewirksamkeit sozialer Netze nach wie vor gruselig schlecht und Facebooks Aktienkurs ein Witz. Zurzeit, moment, eben bei Yahoo Finance nachsehen, ist der Unternehmenswert über 51 Mrd. Der Gewinn sieht meiner Meinung nach dagegen duster aus und wird, ebenfalls meine Meinung, auch nie enorme Höhen erreichen………

Crowd-Sourcing und Pitches kritisch betrachtet

Ich war letztens auf einer Internet-Konferenz und habe mir einen Vortrag zum Crowd-Sourcing angehört. Der Redner stellte die vielen positiven Aspekte heraus, wenn man beispielsweise ein neues Logo sucht und dann weltweit nach Ideen fragt. Kann man machen. Der Redner sagte dann, dass er unter mehreren Hundert Entwürfen das passende Logo sehr preiswert erhalten hat. Das ist schön für ihn.

Aber was ist mit den ganzen Agenturen, welche eine riesige Menge Arbeit hineingesteckt haben? Nehmen wir mal hypothetisch an, man bräuchte für ein Logo im Schnitt eine halbe Stunde und 200 Agenturen oder Designer würden sich damit beschäftigen. Dann wären insgesamt 100 Arbeitsstunden angefallen und eine einzige Agentur oder ein einziger Grafiker würde gerade mal zwei- oder dreihundert Euro verdienen, wenn er sich richtig hereinhängt. Rechnet man die 100 Arbeitsstunden dagegen, ist Crowd-Sourcing ein oft sehr, sehr ineffizientes Modell.

Bei jeder normalen Kalkulation verdient ein Grafiker so ab 50 EUR aufwärts die Stunde und hat zusätzlich noch den Verwaltungsaufwand. Ergo ist die Gesamtheit an geleisteter Arbeit bei 100 Stunden in diesem Fall ca. 5.000 EUR wert. Heraus kommt aber gerade mal eine volkswirtschaftlich berechenbare Summe von 200 oder 300 Euro. Abgesehen davon, dass viele Leute in der Zeit nun wirklich etwas besseres hätten tun können.

Ähnlich sieht es bei den Agentur-Pitches aus, eigentlich eine sehr frühe Form des Crowd-Sourcing. Da machen sich 5, 6 oder mehr Agenturen richtig viel Arbeit und werfen ihre zu bezahlenden Mitarbeiter an. Einer bekommt später den Auftrag, holt seine Kosten wieder herein und verdient dann eine gewisse Summe. Die anderen bleiben auf ihren Kosten sitzen. Unter dem Strich erscheint mir dieses Modell als auch nicht wirklich zielführend. Immerhin muss eine Agentur auch von vornherein die kalkulatorischen Kosten aufschlagen, falls es nicht zum Sieg und dem entsprechenden Auftrag reicht. Diese Umlage dürfte in der Summe teurer für den Werbetreibenden sein, als direkt mit einem guten Briefing und absolut zielgerichteter Arbeit loszulegen.

In der Gesamtheit ist Crowd-Sourcing oder ein Pitch immer ein sehr, sehr zweischneidges Schwert. Man ist sich immer noch nicht sicher, ob man wirklich etwas Vernünftiges bekommt und minimiert durch eine Vielzahl von Teilnehmern nur das Risiko eines Totalversagens. Das wiederum lässt sich viel einfacher und preiswerter erledigen, wenn man Erfahrung bei der Agenturauswahl anwendet. Rein volkswirtschaftlich gibt es eine absolute Milchmädchenrechnung, von der unter dem Strich keiner richtig etwas hat.

Vorsicht, hier lauert Betrug!

Wieder eine ungefragte Mail. Mir scheint, da will entweder jemand Geld waschen oder an die Kontoverbindung herankommen. Man kennt das ja:

Gut bezahlter Job für Dich!

Hohes Nebeneinkommen in kurzer Zeit

Unsere Firma bietet Dir den ausgezeichneten Weg, Deine Finanzlage zu verbessern! Es ist möglich bei uns von 4000.00 EUR bis 8000.00 EUR pro Monat verdienen. Für die Arbeit bei uns brauchst Du nicht mehr als 2-3 Stunden Deiner Zeit 1-2 Mal in der Woche. Die Arbeit bei unserem Unternehmen kannst Du problemlos mit Deinem gegenwärtigen Job gleichzeitig ausüben! Für jeden erledigten Auftrag wird Dein Gehalt von 400 bis 1600 Euro sein.

Arbeitsablauf:

1. Unsere Firma schickt auf Dein Bankkonto eine Überweisung in Höhe von 2000 bis 8000 Euro.
2. Sobald die Geldüberweisung auf Dein Bankkonto eingegangen ist, hebst Du bares Geld ab.
3. Du hast schon 400-1600 Euro verdient! – 20 % von dem erhaltenen Betrag behältst Du für Dich!
4. Die restlichen 80% von dem überwiesenen Betrag sollst Du uns übermitteln.
5. Wir führen die nächste Geldanweisung auf Dein Konto in der Bank durch.

Die Beträge und die Zahl der Überweisungen werden mit Deinen Wünschen und Möglichkeiten in Vereinbarung gebracht. Diese Tätigkeit ist absolut legitim und verletzt keine Gesetze der Europäischen Union und Deutschlands.

Wenn bei Dir Interesse an unserem Jobangebot besteht, schreibe uns darüber per e-Mail. Wir kontaktieren Dich schnellstens und klären alle Einzelheiten.
Die Anzahl von Stellenangeboten ist beschränkt, darum melde Dich schnellstmöglich bei uns.

Mugus auf Opferjagd

Aber natürlich ist diese Mail vertraulich, daher gebe ich sie auch gerne 1:1 im Web wieder ;-). Logisch, dass es wieder einmal um Vorschussbetrug geht, wie üblich. Ich finde nur die mangelhafte Kreativität der Mugus irgendwie langsam peinlich. Schon wieder hats einen reichen Mitbürger erwischt, schon wieder gondeln Millioooonääään irgendwo auf der Welt herum und natürlich wird es wieder Probleme bei der Überweisung geben. Hach, irgendwie langweilig…..

Greetings my name is Bernard Russell, I work with the Standard Chartered Bank here in South Africa account department, during our last annual inspections of all various bank accounts in my bank (Chartered Bank of South Africa) , My department found a dormant account with an enormous sum of US$ 14,300,000.00 which was deposited by one late Mr. Christian Eich a German citizen. From My investigation we found out that the late Mr Christian Eich has no beneficiary or next of kin to claim these Funds (US$ 14,300,000.00).
You can read more about Late Mr. Christian Eich on the below link news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/859479.stm
We wish to assure you that We will provide all useful information’s and documentation that we enable us transfers these funds into your bank account legally without any problem.
If you accept our offer and to work with us, send us an email with your name and phone number so we can send you more details
Please this transaction is confidential.
Best Regards, Bernard Russell

Budgets im Online Marketing

Die Budgetplanung online ist so eine Sache. In der klassischen Werbewelt gibt es Etats, die mehr oder weniger effizient im Jahresverlauf genutzt werden. Eine ungefähre Analogie findet sich online eigentlich nur bei Bannerschaltungen. Diese sind zwar wenig wirksam, jedoch sind TKP-Kampagnen fest planbar. Ganz anders sieht es bei Adwords und SEO aus. Hier steht man unter direktem Einfluss dessen, was die böse Konkurrenz so gerade treibt. Verändern sich die Gebote in Adwords oder haben Mitbewerber plötzlich gute Suchmaschinenoptimierung, kann man nachziehen. In jedem Fall lohnt aber eine Abschätzung der Kosten / Nutzen zu den geänderten Wettbewerbsverhältnissen.

Was mir vollkommen unverständlich ist, sind feste Etats für erfolgreiche Kampagnen. Der Markt ist da, man kann Produkte liefern und trotzdem soll ein Werbebudget eingehalten werden. Diese Denkweise erscheint mir höchst dubios. Wenn man mit genau kontrolliertem Einsatz linear mehr und vor allem profitablen Umsatz machen kann, warum sollte man dort künstlich bremsen? Man würde Kunden verschenken, frei liegende Marktanteile nicht besetzen und obendrein richtig schöne Gewinne liegen lassen. Und das, nur um eine irgendwann geschehene Budgetplanung nicht anzupassen? Ich bitte Sie.