Spam – nervig. Von einer Domain investmentplanner.online

Dieser Typ hier, angeblich ein „Björn Funten“, nervt in der letzten Zeit ganz schön mit Spam. Wer den Schrott auch bekommen hat: Bitte klicken Sie nicht auf die bei Ihnen enthaltenen Links, auch nicht zum dubiosen Abmelden aus dem Newsletter. Damit bestätigen Sie nur, dass Ihre Mail funktioniert und der Spammer kann Ihnen weiterhin Schrott senden oder Ihre Email weiterverkaufen.

Also: Hübsch alles von Investmentplanner auf die Blacklist im Mailprogramm setzen und den Schrott löschen.

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Diskussionen mit Ideologen – Meinungsmache

Im Netz wimmelt es von kruden Theorien und merkwürdigen Ansichten. Das Spektrum reicht von Verschwörungstheorien über Esoterik bis zu ideologisch, sagen wir mal, leicht verpeilten Persönlichkeiten. Gerne spielen sie dabei eine andere Rolle, als sie tatsächlich darstellen.

Durch die Anonymität im Web kann der größte Gierschlund empathisch wirken, der liebste Mensch asozial oder auch der ideologisch verpeilteste Typ noch halbwegs rational.

Natürlich entwickeln sich Diskussionen. Gerade bei den Ideologen ist das aber Zeitverlust. Es lohnt sich einfach nicht, ein Gespräch mit jemand zu führen, der wie eine Schallplatte mit Sprung, ungeachtet von Argumenten, immer das Gleiche abspult. Das sind, kommunikationstechnisch betrachtet, reine Sender. Sie blasen ihre Meinung in die Welt und sind im Allgemeinen Sachargumenten und Fakten nicht zugänglich.

Schon in den Anfangszeiten des Web, also bei IRC Diskussionen, waren diese Phänomene zu beobachten. Wo man im richtigen Leben, bspw. bei einer Party, den Spinner einfach stehen lässt, labert dieser bei ausreichenden Publikumsreaktionen munter weiter.

Lohnt nicht

Der Spruch „don`t feed the troll“ dürfte bekannt sein. Es lohnt sich nicht, einem Ideologen Stichworte für weitere Betätigung zu geben. Daraus zieht dieser einen emotionalen Mehrwert und fühlt sich in seinen verqueren Äußerungen wahrgenommen.

Lohnt es sich, im Interesse des „normalen Publikums“ eine Sachdiskussion oder von Fakten unterstützte Argumentation aufrecht zu erhalten? Eher nicht. Gerade die Ideologen stoßen vernünftige Leser ab. Übrig bleiben oft die, welche eh schon in einer Filterblase rotieren und sinnvoll überhaupt nicht mehr erreichbar sind.

Also: Nix wie weg. Lieber gute Musik anwerfen, die Ideologen stehen lassen, Zeit mit Freunden verbringen oder was nettes essen. Alles andere lohnt nicht.

DSGVO und Urheberrecht – schlecht für Europas Internet

Nun haben wir die DSGVO hinter uns. Naja, zumindest die Umstellung. Gleich reihenweise wurden deutsche und sonstige europäische Webseiten vom Netz genommen. Oft traf es die kleinen Handwerker, Hobbyseiten, wissenschaftliche Seiten oder auch Foren bis hin zu Selbsthilfegruppen. Dagegen sind viele dubiose Geschichten noch munter. Der Spam wurde nicht weniger, betrügerische Anbieter oder auch die Cookieschleudern verschiedener Verlage machen einfach weiter.

Facebook macht ganz normal weiter

Recht ungeschoren kamen auch die großen sozialen Netze davon, allen voran Facebook. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Am 22.5. sagte Zuckerberg vor der EU Kommission anlässlich des unglaublichen Skandals um Cambrigde Analytica aus. Am 25.5. trat die DSGVO in Kraft. Und, tädää, am 28.5. wurde ein Datenleck von 14 Millionen Benutzern bekannt. Die Lücke lief schon vor der EU Aussage. Kann Facebook etwa nicht feststellen, ob denen Daten flöten gehen oder etwas falsch eingestellt ist? Meines Erachtens schon. Facebook liest munter _alles_ mit und protokolliert jedwede Benutzeraktivität. Zudem kann man offenbar die API sehr genau steuern. Ich finde es äußerst merkwürdig, dass die EU Facebook nicht längst auf den Zehen steht.

Die paar Verbesserungen sind teuer erkauft

Die DSGVO hat jedenfalls nicht den Spam und den illegalen Adresshandel auch nur ansatzweise bekämpft. Läuft alles munter weiter. Und ebenso munter wird für europäische Angebote mit Spammails von Auslandsservern geworben. So richtig gewonnen haben weder Verbraucher, noch seriöse Webseitenbetreiber (die durften einen Heidenaufwand treiben). Abräumer waren ganz klar alle möglichen Anwälte, Schulungsanbieter und freiberufliche Datenschutzbeauftragte.

Urheberrecht und Leistungsschutzrecht

Nun gibt es aber den nächsten Klopper der EU. Das Urheberrecht und das Leistungsschutzrecht sollen überarbeitet werden. Und zwar primär zugunsten der Verlage. Genauer, zugunsten der größeren Verlage wie Springer, Burda, Funke und so weiter. Zunächst soll es einen Uploadfilter geben, der urheberechtlich geschützte Inhalte erkennt und notfalls sperrt. Es darf doch sehr bezweifelt werden, ob das alles so funktioniert. Schon die sehr gute Bildersuche von Google grätscht manchmal deutlich daneben.

Geld für Verlage

Weiterhin soll den Verlagen über das so genannte Leistungsschutzrecht die Kohle in den Hintern geschoben werden. Platt ausgedrückt, soll es eine Steuer auf Links geben – die natürlich vorzugsweise auf Verlagsseiten zeigen. Das hat schon in Deutschland und Spanien nicht geklappt. Noch mehr, es war ein totaler Reinfall. In Belgien ging der Versuch ebenfalls total schief. Die Verleger krochen bei Google zu Kreuze, nachdem sie auf eigenes Verschulden aus dem Index der Suchmaschine geflogen waren und ihnen fortan der Traffic fehlte. Also, wer kommt auf die wirklich blöde Idee, einen erwiesen nicht funktionierenden Mechanismus gleich mal auf EU Ebene auszurollen und obendrein völlig unnötig dem europäischen Internet zu schaden?

Verursacher und Situation

Haben die großen Verlage das eigentlich nötig? Nicht wirklich. Zwar wird oft lauthals geklagt aber eigentlich läuft deren Internetgeschäft gar nicht mal schlecht. Zumindest nicht so schlecht, dass die auf derartige Zwangsspenden angewiesen wären. Angeleiert hatte das Bürokratenmonstrum der ehemalige Digitalkommissar Oettinger. Nun, um dessen Digititalkompetenz scheints genau so bestellt, wie um dessen Englisch. Aktuell wird die ganze Nummer von Voss vorangetrieben, obwohl ihm wohl gerade der Rückhalt wegbricht. Das dürfte ein Paradebeispiel werden, wie Lobbyistenarbeit auf Kosten vieler in die Hose geht und dabei gleich noch die politischen Mitspieler diskreditiert.

Was wäre es schön, wenn ausnahmsweise mal Fachleute gefragt würden……………….

re:publica, Bundeswehr und Shitstorm

Die Veranstalter der re:publica wollten Informationsblasen abbauen, Netzkultur pflegen. Die Bundeswehr wurde ausgesperrt, weil sie ganz normal in Uniform (wie Polizei oder Feuerwehr) einen Stand betreiben wollte. Schon im letzten Jahr war die Bundeswehr ausgegrenzt, offizielle Begründung war eine verspätete Anmeldung.

Informationsfreiheit – aber bitte nur unsere

Wie passt eine Ausgrenzung zur Informationsfreiheit? Zur freien Meinungsäußerung? Die vorgeschobene Begründung war, dass man Personalgewinnung durch die Bundeswehr verhindern wollte. Das wiederum darf man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Veranstalter der re:publica möchten zensieren, beeinflussen, wer überhaupt eventuell Mitarbeiter gewinnen darf. Natürlich ist das schon eine massive politische Einflussnahme. Und zwar ausgerechnet von den Leuten, welche Unabhängigkeit und Offenheit propagieren. Für mich persönlich ist das schon reichlich manipulativ, wenn nicht gar verlogen. Auf jeden Fall entlarvt es eine politische Ausrichtung. Was nicht gewünscht ist, findet entsprechend auch nicht statt.

Guerilla Marketing

Nun, weil die Bundeswehr nicht teilnehmen durfte, fuhr sie einfach mit einem Transporter und einer Plakatwand vor. Eine aus Marketingsicht ziemlich coole Aktion und passende Reaktion auf die Ausladung. Sie verteilte Flyer und bot den Messebesuchern ganz offen Gespräche an. Auch wieder falsch. Schwupps empörten sich die Veranstalter der re:publica. Eigentlich haben sie sich dadurch noch weiter in die Ecke der Unglaubwürdigkeit manövriert.

Shitstorm

Für genau dieses Vorgehen kassiert die re:publica einen heftigen Shitstorm. Von Bundeswehr über Reservisten, von unabhängigen Journalisten bis zu Zeitungswebseiten, von empörten Benutzern bis zu Vertretern echter Meinungsfreiheit hagelt es Kritik. Auf diese Kritik wiederum reagiert die re:publica, selbsternannte Verfechter der Meinungsfreiheit, meines Erachtens extrem dünnhäutig. Warum? Meinungsfreiheit heißt nicht Bevormundung. Oder doch?

Meinungsgewichtung?

Allerdings werden wohl viele Negativkommentare in sozialen Netzen nicht berücksichtigt oder ausgeblendet. Offenbar greifen fehlerhafte Mechanismen, welche die Empörung der Benutzer und Leser falsch einordnen. Dabei läuft auf allen Kanälen, außer bei eher links einzuschätzenden Blättern, die berechtigte Nachfrage, ob die re:publica sich nicht genau so verhält, was sie am meisten kritisiert. Wenns nicht passt, findets nicht statt. Die Kritik daran scheint unterproportional wiedergegeben zu werden. Upps, haben die sozialen Netze dort eine Schwäche, können sie auch so die politische Wahrnehmung beeinflussen?

Luft rausgelassen

Der Protest gegen die Aussperrung der Bundeswehr hat auch Einfluss auf bspw. die Bewertung der Veranstaltung. Bisher war Friede, Freude, Eierkuchen. Man feierte sich gegenseitig. Die öffentliche Wahrnehmung war geprägt durch Selbstlob und Multiplikatoren der Teilnehmer. Nun sind viele sauer und haben massiv 1-Sterne Bewertungen (auch ich) auf bspw. Facebook verteilt. Was bislang als so eine Art selbsterklärter Meinungsführerschaft unterwegs war, ist ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Die re:publica vertritt eben nicht die Digitalgemeinde sondern nur einen kleinen Teil des Spektrums. Einen kleinen aber bislang sehr öffentlichkeitswirksamen Teil. Und das wohl durchaus politisch stark eingefärbt. Durch die kritische Berichterstattung in den Medien und auch die Gegenreaktionen verliert die Veranstaltung den selbstproklamierten Glanz und auch ihre oft gefühlte Meinungsführerschaft. Dies kann durchaus ein Paradebeispiel werden, was Resonanz und tatsächliche Wirkung oder vermeintliche Interessensvertretung und Mehrheiten im Internet angeht.

Medienecho

An der re:publica kann man sehen, wie sich auch das Medienecho um die Messe aufgebaut hat. Verschiedene Medienanstalten bis hin zum Deutschlandradio sind vertreten. Letztere sogar mit einem gläsernen Studio in der Halle. Dem Deutschlandradio ist natürlich keine politische Einflussnahme vorzuwerfen, in der Regel sind die Berichte fair. Aber es besteht die Gefahr der Bedeutungserhöhung für dieses Event. Was eben nicht mehr die reale Bedeutung wiederspiegelt. Einfach mal umschauen. Nehmen wir nur die Veranstaltungen zum Online Marketing. Ein digitaler Wirtschaftsbereich mit sehr genauer Beobachtung bspw. von Verhaltensflüssen im Netz (hoch interessant). Da hätten wir als große Konferenzen und Messen die CPX, Tactixx, Bits&Pretzels, SEOkomm, dmexco, SEOday und zig mehr. Mit zig Tausenden Besuchern, alleine die dmexco hat 40.000. Und meistens Internetprofis. Die re:publica meldete 10.000 Besucher. Neben den Messen zum Online Marketing gibts aber noch die CeBIT, jede Menge lokale Angebote, Veranstaltungen für Shopping, Lifestyle, Haustechnik, Bildung, Sicherheit bis hin zur Gamescom für Computerspieler mit ihren 350.000 Besuchern. Somit deckt die re:publica einen deutlich kleineren (und m.E. nicht unbedingt feineren oder kompetenteren) Bereich ab, als es die digitale Welt ausmacht.

Chance verpasst

Das Kommando CIR der Bundeswehr dürfte einiges zu netzbasierten Angriffen auf Europa und Deutschland sagen können. Seien es russische Attacken auf Verfassungsorgane, sei es Datenklau in der Wirtschaft durch China. Das ist Realität im Netz und mit Sicherheit hoch interessant. Auch dürfte die Bundeswehr einiges an Informationen zu Fake News oder Propaganda haben, mit denen bspw. Russia Today, Sputnik, Anna News oder auch die Trollarmee Russlands seit langem arbeiten. All so etwas kann zum Abbau von Filterblasen beitragen. Was mir bspw. immer wieder im Netz begegnet, ist die Verteufelung der Nato wegen der Osterweiterung. Dabei kommen immer wieder Märchen auf (auch gerne von bspw. linken Politikern oder AfD), das sei alles vertragswidrig. Blödsinn. Die Frage, warum man demokratischen, osteuropäischen Staaten zudem die Flucht unter einen Schutzschirm versagen möchte, gehört ebenfalls diskutiert.

Heuchel hier, heuchel da

Die re:publica lässt sich dick bezuschussen. Von Ministerien der Bundesrepublik. Und der EU. Dazu geben noch drei Bundesländer und Medienanstalten Geld. Gleichzeitig warf der Veranstalter, Beckedahl, der Bundeswehr vor, ggf. für einen „politisch fragwürdigen Angriffskrieg im Internet“ zu rekrutieren. Zynisch ließe sich sagen: Na hoffentlich erfährt das Bundesinnenministerium davon, dass die Bundeswehr einen Angriffskrieg will und erzählt es schnell der Bundeskanzlerin. So ganz scheint bei den Veranstaltern noch nicht angekommen, dass die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist. Aber Hauptsache dagegen.

Informationsblasen

Das offizielle Ziel der re:publica war der Abbau von Informationsblasen. Wenn man aber selbst zensiert und eine politisch genehme Umgebung schafft, baut man genau diese Informationsblasen auf. Gescheitert. Meinungsfreiheit gerne – so lange es die eigene Meinung ist. Das ist weder demokratisch, noch ehrlich, noch offen.

Facebook Datenschutz – Cambridge Analytica

Zurzeit schlägt die Affäre um Cambridge Analytics hohe Wellen. Das Unternehmen hat massiv Daten von Benutzern aus Facebook abgegriffen und für seine Zwecke genutzt. Facebook sieht sich als Opfer, der Aktienkurs gab nach.

Quatsch

Facebook bietet Kunden sehr weit reichende Möglichkeiten, Daten zu sammeln. Facebook lebt immerhin von der Werbung. So ist schon bei der Schaltung bezahlter Anzeigen eine recht genaue Zielgruppenselektion möglich. Und woher kommen diese Einstellungsmöglichkeiten? Klar, von Facebook selbst. Wem sonst.

Noch drastischer wird es, wenn man auf die Schnittstellen von Facebook zugreift. Schnittstellen, die wohlgemerkt Facebook selbst zur Verfügung stellt. Hier braucht man an sich nur munter Daten sammeln und diese einigermaßen intelligent korrelieren. Schon hat man sehr weit reichende Ansätze, Vorlieben von Benutzern heraus zu finden. Oder auch politische Meinungen. Oder auch wirtschaftliche Daten.

Da lässt sich schon Einiges zusammensetzen.

Auch tut Facebook ja immer so datenschützerisch. Auffällig aber ist, dass (natürlich rein zufällig) passende Werbeeinblendungen aufplöppen können, wenn man zuvor mit anderen Benutzern vermeintlich privat per persönlicher Nachricht kommuniziert hat. Genau das konnte ich schon öfter beobachten.

Auch bei Whatsapp ist wohl längst nicht alles so privat, wie der Konzern glauben machen möchte. Entsprechende Berichte kursieren seit Jahren.

Ich finde das Verhalten von Facebook scheinheilig. Man macht munter Geld mit Daten. Privaten Daten. Privaten Meinungen. Privaten Ansichten und Aktivität der Benutzer.

Wer jetzt aus allen Wolken fällt, hat Facebook nicht begriffen.