Influencer Marketing – naaajaaaa

Da hatte sich doch vor kurzer Zeit noch so eine Art Verband der Influencer für Social Media gegründet. Nun, seit langem werden Meinungsmacher mit Geschenken oder auch Cash bezahlt, damit sie bestimmte Produkte oder Leistungen positiv hervorheben. Klassisch bezeichnet man so etwas einfach als Schleichwerbung – und was anderes ist es meist auch nicht. Abgesehen davon, dass den so tätigen Influencern und Werbetreibenden eventuell Strafen nach §5, Absatz 6 UWG drohen (oder Steuernachzahlungen bei „Hobbyinfluencern“….;-) ), kommt es immer darauf an, ob man auch die passende Zielgruppe erwischt.

Zielgruppe, Zielgruppe und nochmals Zielgruppe!

Das sollte schon irgendwie stimmen. Der für Werbung eingesetzte Internetstar muss die passende Gefolgschaft haben. Wer heiße News rund um Grafikkarten präsentiert, taugt nicht als Vermittler von Girlieshirts. So mal einfach formuliert.

Leider messen gerade viele Influencer und deren Marketingpartner die Reichweite und sonst nichts. Es wird sich oft erschreckend wenig für Zielgruppe, Absatzzahlen und Gewinn interessiert. Hauptsache hip, oft gesehen werden, cool, voll auf der Welle mitschwimmen. Bloße Hypes haben aber im Online Marketing bisher nur eher selten und dann auch noch für nur wenige Werbetreibende funktioniert. Klar, ich kann wohlgesülzt sämtliches Zeug anbieten, worüber gerade bei Werben und Verkaufen, Akquisa oder Brand Eins geschrieben wird. Oder gleich im Manager Magazin. Schwupps rennt die Hammelherde von Beratern, Trainern und Coaches los.

Da fehlt oft das Basiswissen und Erfahrung

Der neueste Trend, der neueste Hype ist immer nur so gut, wie die Leute, die ihn einsetzen. Muss nicht immer sinnvoll, gut ausgeführt oder auch zulässig sein. Hauptsache, es wird ahnungslosen Kunden angedreht. Was gerade von Verkäufern als Influencer Marketing auf sogenannten Businessforen als brandneue Entwicklung durchgekaut wird – eigentlich uralt. Und selbst das wird oft nicht beherrscht.

Völlig unnütz

Wieder einmal habe ich völlig ungefragt eine Mail bekommen. Und wieder mal wird ein Service angeboten, der meiner Meinung nach überhaupt nichts bringt. Es geht sich um die Registrierung bei Suchmaschinen.

Das kann man genau so gut selbst machen, wenn es das verwendete System nicht sowieso schon automatisch macht. Beispielsweise WordPress, auf dem Sie hier gerade lesen, meldet sich netterweise selbst, wenn es etwas Neues fürs Web hat. Das Standardsystem hierfür heißt Ping-o-Matic.

Wer wissen will, was die Suchmaschine von der eigenen Webseite hält, meldet sich beispielsweise über die Google Search Console mit seiner Webseite an. Google Account anlegen, Search Console aktivieren, ein kleines Codeschnipsel in die Webseite einfügen – und schon grast Tante Google den Webautritt brav ab. Dazu gibt Google sogar noch jede Menge Tipps, wie man die eigene Webseite verbessern kann und wo Probleme drohen. Analog funktionieren bei Bing die Webmastertools. Der Zeitaufwand liegt jeweils so um die 5 – 10 Minuten.

Dann hätten wir noch Google Places. Gleiches Schema: Anmelden, eintragen, fertig. Das dürfte auch jeder Laie schaffen.

Die ganzen automatischen Anmeldesysteme oder beispielsweise den Eintrag in verschiedene, nachrangige Suchmaschinen halte ich aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung für einen ziemlichen Unfug. Auch für den Linkaufbau kommt da nix Vernünftiges bei raus.

Entsprechend kann ich von solch ungefragten Angeboten nur dringend abraten. Teuer und weitgehend wirkungslos.

Attention: Important, DOMAIN SERVICE
Domain Name: INDUSTRIE-KOMPRESSOREN.COM

Call: 1-631-378-1456

ATT: Domain Owner GEORG GROHS
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GEORG GROHS ONLINE MARKETING
GEORGXXXXXX@XXXXXX.DE
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GERMANY
WWW.INDUSTRIE-XXXXXXXXXXX.COM

Requested Reply Before
May 16,2017

PART I: REVIEW SOLICITATION

Attn: Domain Owner GEORG GROHS
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This letter is to inform you that it’s time to send in your registration and save.

Failure to complete your Domain name search engine registration by the expiration date may result in cancellation of this proposal making it difficult for your customers to locate you on the web.

Privatization allows the consumer a choice when registering. Search engine subscription includes domain name search engine submission.

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Der Fluch der Beliebigkeit

Mach ich auch, mach ich auch! Und das hab ich noch und das hab ich noch! Klingt irgendwie angestrengt, oder? Als genau so dürften viele Angebote im Internet, speziell bei sozialen Medien, empfunden werden. Wir reden hier nicht über Preisvergleiche, Suchmaschinen oder Adwords, wo der mögliche Kunde selbst etwas sucht und passende Ergebnisse bekommt.

Kaum gibts einen Hype oder noch viel schlimmer, aufgewärmte Kost, schon überschlagen sich die Postings mit mehr oder minder interessanten Aufhängern aber wenig Substanz. Soziale Medien müssen interessieren und faszinieren. Notfalls kann man noch polarisieren. Sonst bringen sie nichts. Die ganzen Auflistungen von angeblichen Supertipps oder Geheimnissen, Webinare zu dies und jenem oder auch das 15. Coaching-Angebot verpuffen meist wirkungslos.

Übertragen Sie einfach mal folgendes Erlebnis auf Ihre eigene Sichtweise: Sie haben ein Unternehmen, das normal läuft. Sie werden täglich mit Angeboten hoffnungsvoller Verkäufer traktiert. Ihre Sekretärin wimmelt schon die schlimmsten Telefonanrufe ab. Was Sie persönlich interessiert, ist garantiert nicht ein allgemeines Coaching. Auch gruppendynamische Spielchen oder Persönlichkeitsfindung klingen nicht so toll. Immerhin ist man auf den Chefposten gekommen und da kann so viel nicht falsch sein. Ab und an gucken Sie mal auf die sozialen Netze und finden eine Menge Angebote, die relativ vergleichbar nichts sagend sind.

Was an Beliebigkeit kaum zu toppen ist, sind mühsam angestrengte Analogien oder auch das x-te Aufsummieren alt bekannten Wissens. Zwar wird dies oft mit irgendwelchen mehr oder minder geschickten Einladungen drapiert, der erfahrene Leser (wobei man von Führungspersonen und Entscheidern ausgehen sollte) wird die Nachricht in der Flut gleichartiger und gleichzeitiger Themen einfach weglassen.

Das ist der Tod für Interaktion in sozialen Netzen. Und gleichzeitig ziehen sich die eigentlich angesprochenen Zielgruppen zurück. Ergo gibts dann Situationen, wo beispielsweise Trainer und Berater sich gegenseitig etwas verkaufen wollen. Vergebene Liebsmüh, die meisten haben keinen Bedarf und noch weniger Budget. Das lässt sich auch sehr gut in einigen Businessforen wahrnehmen, in denen sich hauptsächlich die, sagen wir es mal provozierend, verlorenen Seelen mit oft uninteressanten Themen melden.

Wer etwas zu bieten hat, sollte das auch genau sagen. Und, warum man gut ist. Dafür ist ein soziales Medium an sich ein kritischer Ort. Denn recht schnell werden sich Konkurrenten oder Störenfriede melden. Und die Erfolgsaussichten für den Aufwand sind überschaubar.

Lokale Webprojekte im Vormarsch

Das dürfte interessant werden für viele Verlage: In Konkurrenz zu den Lokalausgaben agieren mehr lokale Gruppen auf Facebook. Natürlich sind die nicht allzu langzeitstabil, weil gerade hier Emotionen oft schnell und heftig hoch kochen. Anders sieht es bei den immer öfter anzutreffenden lokalen Webseiten aus, die von eigenständigen Unternehmen betrieben werden. Hier in meiner Heimatstadt ist gerade die Webseite Viersen Inside entstanden. Das System ist völlig unabhängig von den Lokalteilen beispielsweise der Rheinischen Post oder auch den üblichen Anzeigeblättchen mittwochs und samstags.

Da werde ich neugierig. Zumal ich in grauer Vorzeit, also vor 1998, ja auch durchaus als Journalist tätig war. Seit langem haben sich schon Stellenanzeigen, der Verkauf von Autos oder auch Angebote rund um Immobilien, Wohnungen und vieles mehr weg von den Tageszeitungen ins Web verlagert. Das übernahmen die großen Player wie Autoscout, Mobile.de, Immowelt oder auch Monster, Stepstone und andere. Denen fehlt aber die redaktionelle Berichterstattung aus der Region.

Gleichzeitig sind die neuen Unternehmen deutlich flexibler und oft auch schneller unterwegs als die immer noch ziemlich trägen Verlage. Qualitativ kann übrigens so manche Webseite nicht nur mit den Digitalausgaben der Tageszeitungen mithalten. Sie beleuchten oft sehr viel genauer Hintergründe, machen auch nicht mehr Rechtschreibfehler als normale Journalisten und sind ziemlich unabhängig von den doch sehr oft anzutreffenden Beziehungsgeflechten der Lokalausgaben. Das ist übrigens generell ein zunehmendes Problem bei Zeitungen. Ohne die passenden Anzeigenkunden und politische Strippen wäre der klassische Verlagsapparat oft ziemlich gebeutelt. Ergo sinkt die Reputation gerade derjenigen, welche sich selbst als Qualitätsmedien proklamieren, oft merkbar.

Mit den überall verfügbaren WordPress, Typo3, Joomla oder Drupal kann man schon richtig gute Seiten bauen und betreiben. Der Betrieb einer solchen Plattform ist nicht teuer. Wenn hier journalistisch interessierte Menschen über ihre Stadt und die Ereignisse berichten, kann man durchaus von einer Bereicherung der Medienlandschaft sprechen. Ich bin gespannt, was sich damit in Viersen tun wird. Auf jeden Fall werde ich den einen oder anderen Beitrag wohl beisteuern. Sozusagen Mitmachjournalismus mit sehr breit ausbaubaren Optionen. Vielleicht ist das schon der Trend deutlich über Tageszeitungen oder Huffington Post hinaus.

Webseitenbetreiber sollen für Links haften – bei Urheberrechtsverstößen

Eine Kammer des Landgerichts Hamburg hat geurteilt, dass Betreiber kommerzieller Internetseiten für ausgehende Links haften sollen. Und zwar bei Urheberrechtsverstößen auf der Zielseite. Das darf man sich ruhig einmal auf der Zunge zergehen lassen. Niemand kann sagen, ob ein Webseitenbetreiber beispielsweise seine Fotos alle brav lizensiert hat. Entsprechend ist es unmöglich, eine Haftung für einen Link auf genau diese Seite irgendwie zu übernehmen.

Nehmen wir einfach mal die großen Portale. Sei es der Nachrichtendienst der Telekom, GMX, Yahoo oder Microsoft. Wie zur Hölle soll man wissen, ob die bei einem neuen Beitrag meinetwegen ein ganz normales Stockfoto oder ein Promibild auch sauber eingekauft haben? Laut den Hamburger Richtern wäre also ein Link auf die Startseiten der Portale mit in der Abmahnfalle, wenn meinetwegen aus Versehen ein Mitarbeiter der Zielseite die Gebühr fürs Foto nicht bezahlt oder falsch lizensiert hat.

Das halte ich für absoluten Blödsinn. Klar ist, dass man keine Links auf Seiten setzt, wo irgendwie erkennbar ein Urheberrechtsverstoß oder auch beispielsweise ein Verstoß wegen Beleidigung offenbar vorliegt. Aber wie soll ein Webseitenbetreiber ahnen können, ob nicht irgendwelche Rechtsverstöße bei Inhalten vorliegen? Das ist nicht möglich – zumal sich im Internet Inhalte dauernd dynamisch ändern. Gerade die Startseiten von Newsdiensten, Portalen und zig anderen Seitentypen ändern sich fortwährend. Nach Auffassung der Hamburger „Internetexperten“ muss man das also jedesmal hinterfragen. Blödsinn. Technisch undurchführbar. Vom Verwaltungsaufwand so hoch, dass man ganze Seiten stilllegen könnte.

Während dessen sind deutsche Gerichte bei den richtigen Knackpunkten im Web erstaunlich zahnlos. Hetze auf Facebook, russische Angriffe auf deutsche Seiten, Beschiss mit Betrugsmails, der Abmahnwahn oder auch die Steuervermeidung der Internetriesen werden einfach nicht angegangen. Statt dessen soll sich jeder kleine Webseitenbetreiber um die Inhalte ausgehender Links kümmern – von denen das Web zu einem großen Teil lebt. Natürlich wird dies auch für Onlineportale, Blogs und die Onlineauftritte von Zeitungen gelten. Upps, da kann man gleich manche Quellenangabe, Referenzierungen und vieles mehr faktisch vergessen. Schönen Gruß an die Pressefreiheit.

Wenn dieses Urteil nicht schnellst möglich kassiert und in vernünftige Bahnen gelenkt wird, ist dies ein erheblicher Schaden für sehr, sehr viele deutsche Webseitenbetreiber. Die Funktionalität wird abnehmen, die Vielfalt abnehmen und mit andauernden Prüfungen werden deutsche Webauftritte im internationalen Vergleich viel zu teuer. Volkswirtschaftlicher Wahnsinn. Ich glaube, die Herren in den Roben haben wenig Ahnung, dass sie damit bis hin zur Pressefreiheit fröhlich am Internet herumsägen.