Souverän – Jack Daniels

Wer kennt nicht den Abmahnwahn in Deutschland mit seinen Stilblüten und der Abzocke selbst kleinster Verfehlungen. An sich drittklassige Bilder oder völlig webuntaugliche Unternehmen dienen der Abm(w)ahnmafia als Vehikel, um sich mit Serienbriefen zu bereichern. Aber es geht auch völlig anders:

http://www.theatlantic.com/technology/archive/2012/07/this-cease-and-desist-letter-should-be-the-model-for-every-cease-and-desist-letter/260170/

_Das_ nenne ich einmal eine souveräne und sympathische Reaktion. Kompliment.

Langsam finde ich Anonymous besser

Nachdem sich die Hackergruppe Anonymous öfter durch mE politisch motivierte Handlungen im linken Umfeld ins Aus geschossen hatte, gefallen mir die neuen Aktionen bedeutend besser. Wer glaubwürdig sein möchte, darf auf keinem Auge blind sein, wenn es ums Recht und die Aufklärung geht.

Ich finde die jüngsten Angriffe auf Scientology sowie Pädophile ausgesprochen gut. Beides brauchen wir in keiner Demokratie. Wenn jetzt noch Nazis, Kommunisten, die organisierte Kriminalität und Islamisten im Zielradar von Anonymous auftauchen würden, wäre ich sogar richtig froh. Neben dem Aufräumen in der Politik (in meinen Augen überfällig, dann aber mit legalen Mitteln), kann man richtig gut einen Dienst für die Gesellschaft erbringen. Ob hierbei die ein oder andere Norm gedehnt wird, erscheint mir hinnehmbar. Hinnehmbar, wenn man Schlimmeres verhindert. Und dass Diktaturen oder extremistische Spinner oder mafiöse Netzwerke ganz große Übel sind, wissen die Deutschen leider aus eigner, trauriger Erfahrung nun mehr als genug.

Es wird eng für RIM

RIM hat eine noch nicht endgültige Niederlage vor Gericht kassiert. Einem Unternehmen waren 147 Mio Dollar Schadenersatz zugesprochen worden, da RIM bei seiner Software patentrechtlich geschützte Mechanismen verwendet hatte. RIM prüft gerade noch, ob es in die Revision gehen will und soll.

Das Urteil kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Schon lange hat RIM mit seinen Blackberrys enorme Probleme, sich am Markt zu behaupten. Die Übermacht von Samsung, Apple, HTC und anderen drückt das einstige Vorzeigeunternehmen bei Businesslösungen schlichtweg an die Wand. Zwar gibt es durchaus attraktive Funktionen aber in der letzten Zeit hagelten geradezu die schlechten Nachrichten aufs Unternehmen ein. So war eine Zeit lang der Maildienst offline – eine Todsünde, da Blackberrys primär zur schriftbasierten Kommunikation genutzt werden. Der Aktienkurs geht in den Tiefflug und es gibt viele Entlassungen.

Richtig überrascht hat mich der Niedergang nicht. Die Innovationszyklen bei der Hardware schaffen eigentlich nur richtig große Unternehmen und erst mit dem Blackberry Torch fand RIM einigermaßen Anschluss an die aktuellen Leistungsparameter von Smartphones. Da waren Samsung und Co aber schon einige Schritte weiter und ob man ohne weiteres heute noch proprietäre Dienste sinnvoll vermarkten kann, wage ich zu bezweifeln. Zu mächtig sind die vielen Funktionen und unzähligen Schnittstellen in Android und iOS. Selbst so ein Riese wie Nokia geriet darüber schon mächtig ins Straucheln und die bedienen immerhin einen Massenmarkt und erlauben bei ihrer Baureihe mit Windows Phone eine recht kräftige Vernetzung mit Exchange und Co.

Persönlich glaube ich, dass RIM nicht mehr sehr lange in dieser Marktbedeutung existieren wird.

Die werden aber langsam echt dreist……das gelbe Branchenbuch…

……und nerven jetzt schon wieder munter mit Spam. Diese Schrottfirma agiert u.a. von den Marshall-Inseln aus und bietet mE NULL Gegenwert fürs Onlinemarketing – und das für 65 EUR pro Monat. Das Gelbe Branchenbuch geistert seit geraumer Zeit durch die deutsche Geschäftswelt und versucht massenhaft, Unternehmer, Gewerbetreibende und Freiberufler zu übervorteilen. Ergo: Das hier ist Müll und Sie können die entsprechende Mail ebenso wegschmeißen, wie die zuvor versendeten Briefe des Gelben Branchenbuch.

c/o Geschäftsführung

Sehr geehrte Firma Georg u, Christine Grohs Onlinemarketing,
sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß EU Dateninformationsrecht (u. a. Direktive 2002/58/EG) teilen wir Ihnen mit, welche Daten in der Datenbank des Gelben Branchenbuchs öffentlich zu Ihrer juristischen Person einsehbar sind.

Firmenname: Georg u, Christine Grohs Onlinemarketing
Firmenzusatz:
Branche: 9980 Sonstige
Anschrift: Brabanter Str. 153, 41751 Viersen
Telefon: 02162-XXXX
Telefax:
E-mail: XXXX
URL (Web): kein Eintrag

Es wird darum gebeten, diese Daten und ebenso die Datei im Anhang zu prüfen. Sofern Interesse am Offerierten besteht, kann der Anhang per Fax an die folgende Rufnummer zurückgesendet werden: 0060 321 784 397.

Hochachtungsvoll
Das Gelbe Branchenbuch

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Lust auf noch mehr Werbemüll?

Das scheinen unsere Politiker als Wunsch des Volkes zu verstehen. Es gibt jetzt schon diverse Mechanismen, mit denen man hart an der Grenze des Datenschutzes den Adresshändlern Sonderrechte einräumt. Das wurde sogar schon ins Datenschutzgesetz eingewebt und dieses damit verbessert, äh, verwässert.

Die Adresshändler haben aber offensichtlich noch ein paar weitere Büttel gefunden, die ihnen noch mehr entgegen kommen wollten. In rekordverdächtigen 57 Sekunden winkte das Parlament ein Gesetz durch, dass es zukünftig den Adresshändlern noch einfacher machen wird, den Bürger mit Werbemüll zu beglücken sowie elegant noch diverse Datenabgleiche ermöglicht.

Worum gehts bei dem Gesetz? Recht einfach. Adresshändler und Werbetreibende können munter die Daten von den Meldeämtern verwenden.  Getarnt war dieser Mechanismus als „Fortentwicklung des Meldewesens“.

Sieht man sich jetzt einmal an, was sowieso schon an Datenschleudern unterwegs ist, bringt dieses Gesetz noch das i-Tüpfelchen für eine totale Werbebeglückung der Bürger. In wie weit dies dem Interesse der Bürger dient oder ein Hofknicks vor den Interessen der Adresshändler ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.