Gelbes Branchenbuch – Bauernfängerei? Betrug?

Heute habe ich ungefragt eine Email bekommen, Absender ist “ Gelbes Branchenbuch „.

In der Mail selbst heißt es: „gemäß § 33 des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes informieren wir Sie über Ihren Eintrag im Gelben Branchenbuch 2011“ und weiterhin:  „Wir bitten Sie freundlichst, die Daten zu überprüfen sowie den Anhang und diesen gegebenfalls an uns per Fax zu retournieren.“

Öffnet man den Dateianhang (natürlich klicke ich nicht auf den Link, sonst würde meine Adresse ja für diese Spammer bestätigt), sieht man ein Angebot des Gelben Branchenbuchs, „Zur hervorgehobenen Aufnahme in unser Branchenverzeichnis im Internet bitten wir Sie bei Annahme dieses Angebots Ihre Firmendaten zu überprüfen“

Ach neeee, da wird aus einer Überprüfung plötzlich ein Angebot. Wie zufällig. 65 EUR monatlich, Vertragslaufzeit 2 Jahre, soll der Spaß kosten. Für mich ist das irgendwas zwischen Übervorteilung, Bauernfängerei oder Betrug. Ich habe bei zig Jahren Recherche nach Internetpositionen und Tausenden überprüfter Keywords noch nie einen in Google merkbaren Eintrag des Gelben Branchenbuch gefunden. Und das System selbst ist m.E. so etwas von unbekannt, dass auch kein möglicher Kunde bei einer Suche nach Waren oder Dienstleistungen darauf zurückgreifen wird. Obendrein ist die Art der Kontaktaufnahme mittels Spam für mich dubios. Und dann bezeichnen die sich noch als „mit über 5 Millionen Einträgen das größte Onlinebranchenbuch für Deutschland, Österreich und die Schweiz“. Ähem, tjaaaa, was nützt einem das, wenn die hierfür munter das Internet scannen und Adressen zusammenkopieren, keine oder wenig wirkliche Branchen und Angebote mit eigenen Beschreibungen katalogisieren, etc.? Übrigens, meinestadt.de kostet im Grundeintrag _nichts_, hat über 4 Mio Datensätze für Deutschland, die auch abgerufen werden und das bekannte „Gelbe Seiten“ ist nach wie vor auch online das wichtigste Branchenportal.

Kommt aber noch besser. Die Faxnummer führt nach Ungarn, während das „Gelbe Branchenbuch“ auf den Marshall Islands sitzt. Zuletzt saß die entsprechende, mittlerweile umfirmierte Betreibergesellschaft auf den Seychellen, siehe gelbes-branchenbuch-ubervorteilung? Klingt doch echt seriös, oder?

Meine Meinung: Finger weg, nicht eintragen, nicht den Link anklicken, das ist eine reine Abzocke für nix und wieder nix.

Ich bin ziemlich sauer

Zurzeit läuft hier gerade ein Gerichtsverfahren, bei dem ein höchstwahrscheinlicher Kindesmörder angeklagt ist. Zur Erklärung, ich wohne auf dem Land. In fast unserer Nachbarschaft wurde ein 10-jähriger Junge ermordet, der Fall Mirco ging auch durch die Medien. Hier in Dülken arbeitete die Sonderkommission bis zum Umfallen, der Chef hat ganze Lebensjahre verloren. Sogar meine alte Truppe, die Luftwaffe, donnerte mit Tornados herüber, um mit Wärmebildern vielleicht noch das Kind zu finden und zu retten.

Jetzt lese ich, dass der Typ eventuell nach 15 Jahren für einen Kindesmord aus Spaß freikommen soll. Ich versteh es nicht. Kinder sind tabu….. wie gesagt, ich verstehs nicht……..

Sehr schön, die LED-Leuchte ist angekommen

Man hat ja immer so ein Problem im Web. Gute Fotos sind meist mit Urheberrechten belegt und eine Verwendung bringt schnell eine Abmahnung nebst Schadenersatz. Genau das Problem dürfte es in absehbarer Zeit für mich nicht mehr geben. Ich habe mir Kameras geholt, welche sehr schöne Qualität sowohl bei Fotos, wie auch Full-HD Videoaufnahmen ermöglichen. Und dazu natürlich gleich das passende Zubehör. Heute ist jedenfalls der letzte Baustein für semiprofessionelle Fotografie angekommen: eine nette LED-Leuchte, welche man auf den Blitzschuh der Kamera aufschrauben kann. Das Gerät sorgt mit 126 LEDs für durchaus brauchbares Licht bei Videoaufnahmen. Zusammen mit einem empfindlichen Kamerasensor dürften jetzt eigentlich keine Probleme mehr auftauchen – und man ist sicher vor unliebsamen Überraschungen im Web.

Missionieren geht meistens schief – Politiker in sozialen Netzen

Mittlerweile kann so ziemlich jede Bevölkerungsgruppe das Internet bedienen. Sogar Politiker ;-). Sieht man sich einmal an, was die so treiben, fällt eins auf. Zuhören können die wenigsten sondern geben eher wie eine Schallplatte mit Sprung ihre Parteiphilosophie gebetsmühlenartig weiter. Je weiter man sich den politischen Randgruppen nähert, desto ideologischer wird das Gerede und Geschreibsel. Ich habe mich mal eine Zeit lang in einem hiesigen Provinzforum von Facebook herumgetrieben. Meine Herren, was da an Sendungsbewusstsein und m.E. völlig verkorksten Weltbildern unterwegs ist, muss man erst mal schaffen. Dabei merken die Typen noch nicht einmal, wenn sie sich selbst widersprechen. Und dass, obwohl deren Aussagen schwarz auf weiß einige Zeilen zuvor noch nachgelesen werden können.

Auch ein unter den Politikern aus Funk und Fernsehen bekanntes Spielchen wird gerne online weitergeführt: Die Beantwortung nicht gestellter Fragen während Fachfragen oder kritische Bemerkungen schlichtweg übergangen werden. Schwupps, das Thema gewechselt und es soll nicht auffallen.

Tut es aber. Und zwar negativ. Wer nicht zuhören möchte, hat auch in webbasierten Diskussionen nichts verloren. Und man hat sehr schnell sehr schlechte Karten bei den Lesern der Diskussionen. Von der allgemeinen Unzufriedenheit mit der Politik ganz zu schweigen. Klar, mit dieser Strategie lassen sich bestens die eigenen Parteigenossen bedienen. Nach meinem Eindruck ist es für normale Menschen oder kritische Personen schlichtweg abstoßend. Man bekommt immerhin das ganze Gesülze nochmals online serviert, was einem schon bei Interviews einfach nur unheimlich auf den Senkel ging. Ganz zu schweigen davon, dass Provinzpolitiker mit ihrem Geheule von der schlechten Welt und der verqueren Ideologie auch noch den wohlmeinendsten Teilnehmer vergrätzen. Ziel verfehlt, setzen, 6. Und ein Beweis, welche Klasse diese Volksvertreter haben: meines Erachtens gar keine. Kein Wunder, dass so viel Mist in der Politik herauskommt.

Loriot ist tot

Einer der ganz großen Humoristen in Deutschland ist gestern verstorben. Loriot war für mich einer der besten Cartoonisten und Komiker überhaupt. Er hat die Peinlichkeit von Situationen oder den schlichten Wahnsinn des Alltags auf eine sowohl lustige, wie auch charmante Art auf die Schippe genommen. Viele der überspitzt dargestellten Personentypen konnte man im Alltag oder auch im Fernsehen wiedererkennen. Natürlich auch in der Politik.

Bei seinem Humor war Loriot nie verletzend und dennoch lustig. Im Gegensatz zu oft platten Banalitäten oder dem typischen Schenkelklopfer-Schützenzelt-Niveau erlaubten ihm sein brillantes Timing in Sketchen und die Detailliebe zu Charakteren eine Parodie ohne Plattitüde. Die Begeisterung für Loriot reichte über Generationen und selbst die Deutsche Post druckte Sondermarken mit unvergessenen Bildern aus seinen Cartoons.