Adresssammler oder Beschiss oder was? hdtv-anschluss.net

Na super,

da bekomme ich wieder mal ungefragt eine Mail, die ich weiter unten gerne veröffentliche. Es soll eventuell einen HDTV-Anschluss samt Receiver geben, wenn man ausgelost wird. Es soll sich um Marktforschung handeln. Man soll bei einer eventuellen Auswahl sogar die Programmpakete bekommen.

Frage: für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass ein großer deutscher Kabelnetzbetreiber oder ein großer Inhaltsanbieter eine Marktforschung per Gießkannenprinzip ausgerechnet von einer Firma aus Belize durchführen lässt?

Für mich ist das extrem unwahrscheinlich, zumal man auf der recht einfach gestalteten Webseite erst einmal brav alle seine Daten eintippen soll. Verifizierte Adressen werden aktuell mit bis zu 3 Euro gehandelt. Da drängt sich mir doch viel eher der Verdacht entweder von Adresshandel oder untergejubelter Abos auf. Ist aber meine persönliche Meinung………..

Guten Tag ,

meine Kollegin, Frau Fiedler, hat Sie bereits angeschrieben.

Nochmal in aller Kürze:

Wir suchen nach wie vor Testhaushalte, die für uns das neue HDTV testen – diese Erfahrungswerte brauchen wir vor dem offiziellen Marktstart.

Sie gehen keinen Vertrag ein, müssen weder kündigen noch irgendwie reagieren – wir würden Sie nur einmalig nach Ihrer Einschätzung befragen.

Absolut keine Kosten, auch der Receiver kommt portofrei. Weder offene noch versteckte Gebühren, dies wäre auch gar nicht zulässig.

Sie erhalten ein Jahr lang ein komplettes Fernseh-Paket eines deutschen Markenanbieters, kostenlos und anschlussfertig:

– alle Sport Events (Bundesliga, Formel 1, etc.)
– aktuelle Filme und Blockbuster
– Kinderprogramm
– hunderte Serien in deutscher Sprache
– sämtliche Sparten können Sie beliebig kostenlos testen
– Erwachsenenfilme

Bitte verstehen Sie uns nicht falsch: wir wollen kein Geld, das bekommen wir von dem Anbieter für die Testauswertung. Sie erhalten dafür kostenlos HDTV.

Infos:

hdtv-anschluss.net/

Beste Grüsse,

Max Henkelmann,
Studienleiter HDTV

Guttenberg weg – und jetzt?

Bin mal gespannt, wer sich den Job als Verteidigungsminister antun wird. Und vor allem, der Bundesrepublik antut. So auf Anhieb fallen mir da keine geeigneten Kandidaten ein, weder vom Sachverstand her, noch von der Persönlichkeit.

Was ich in jedem Fall aber höchst bedenklich finde, ist die Rolle der Medien, sowohl bei Guttenbergs Aufstieg, wie auch seinem Abgang. Zuerst war er der große Held, obwohl er eigentlich nicht wirklich etwas getan hat. Dann war er der üble Betrüger, obwohl er „nur“ einen total verkrusteten und oft reichlich überkandidelten Wissenschaftsbetrieb verarscht hatte.

Bedenklich, für was man Kompetenz zugesprochen bekommt und bedenklich, wie die Aasgeier dann über den zugegebenermaßen Blender herfallen, den sie wohlgemerkt selbst mit kreiert hatten.

Derweil sind die besserwisserischen Possen der Opposition keinen Deut glaubwürdiger. Neben natürlichen Abweichungen von allgemeiner Logik und einem situativ angepassten Gerechtigkeitsempfinden waren die vielen platten Sprüche zur Beschädigung der Demokratie für mich peinlich. Gerade die Leute postulieren m.E. wie wild Gerechtigkeit und Anstand, die vor schleimigen Tricksereien und billiger Effekthascherei nur so strotzen.

Kein Wunder, dass sich ein anständiger und kompetenter Mensch nicht mehr freiwillig politisch engagiert. Der Pöbel, die Zivilversager und die Shownummern sind vielen nach meinem Eindruck wohl einfach zu niveau- und ahnungslos im Umgang.

Bundeswehr – ich verstehe den Sinn der Reform nicht

Die Wehrpflicht soll ausgesetzt werden, jeder rennt hinter zu Guttenberg her und klatscht. Dabei verstehe ich den Sinn der Übung nicht und sehe auch von der Sicherheit des Landes her langfristig ein Problem. Die Wehrpflichtigen bringen immer wieder frischen Wind und neue Gedanken ein. Zudem sorgen sie dafür, dass die Bundeswehr fest im Volk verankert ist, weil eben die Streitkräfte aus dem Volk bestehen.

Dazu kommt eine Abbildung des Querschnitts der Bevölkerung, aller Schichten und Ausbildungen in den Streitkräften, was für sozial Schwache Chancen eröfnet, während die Bundeswehr selbst von den Intelligenten und Fitten profitiert. Das hat seit den 50er Jahren bestens funktioniert. Obendrein können sich die wirklich Guten im „Schnupperkurs“ Wehrdienst für eine Verwendung als Berufs- oder Zeitsoldat entscheiden, was sowohl die Qualität des Nachwuchses steigert, wie auch die Werbungskosten niedrig hält. Eine Bundeswehr im offenen Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu VW, Mercedes, SAP, Airbus, IBM und Co.? Autsch, das geht in die Hose.

Außerdem bin ich etwas im Zweifel, ob sich ein Land globalpolitisch jetzt schon langfristig leisten kann, die Hosen runterzulassen. Nichts anderes ist die Abschaffung der Wehrpflicht. Man wird nie mehr in der Lage sein, notfalls, ich betone nochmals: notfalls!!! einige Hunderttausend unter Waffen zu setzen und jeden Angriff abzuschrecken. Mit dem Ende des Warschauer Paktes ist die Welt für uns Deutsche zwar viel besser geworden, jedoch sehe ich keine Spur von Weltfrieden, der überall eingezogen ist. Schon in der Ukraine, in Weißrussland, auf dem Balkan und rund ums Mittelmeer ist von Demokratie und sicherer Lage noch keine Rede. Und es sind von da aus nur ein paar Flugstunden.

Wenn man sich die aktuelle Diskussion um die Bundeswehr ansieht, sollte eigentlich so mancher einen Schreck bekommen. Richtig einsatzfähig halte ich die Staatsbürger in Uniform nicht mehr – und noch Schlimmeres droht, wenn die Sparpläne auch nur ansatzweise durchgezogen werden.

Die Truppe hat teilweise einen Müll als Ausrüstung, der auf keine Kuhhaut geht. Immer noch sind Phantom im Einsatz – die waren mal richtig modern in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Alter Witz der Luftwaffe zu meiner Zeit als Wehrpflichtiger (80er Jahre) für den als „fliegender Ölbrenner“ bezeichneten Jet: Man braucht kein Radar, um eine Phantom zu entdecken. Die ist am Ende der Qualmwolke. Der Eurofighter wird die alte Möhre erst weit nach 2012 komplett ablösen, wahrscheinlich 2014. Oder darfs derweil vielleicht als Transporter eine Transall, die Blüte der 60er des letzten Jahrhunderts sein? Der Airbus 400 M verspätet sich und hier bin ich wirklich sauer auf zu Guttenberg. Hat der doch still und heimlich die Preiserhöhungen und Verspätungen industriefreundlich und nicht steuerzahlergerecht durchgewunken. Wir bekommen weniger Maschinen als vereinbart, was einer Stückpreiserhöhung gleichkommt. Ich habe aber keine EADS-Aktien und somit kein Interesse, mehr zu zahlen.

Auch in Sachen Hubschrauber gibt es de facto nicht mehr einsatzfähige Oldtimer. Der im Bundeswehrjargon als „Teppichklopfer“ bezeichnete Bell UH wird erst demnächst durch den NH 90 abgelöst. Viele kennen das Ding aus der Fernsehserie Rettungsflieger – es ist eine für den Vietnamkrieg entwickelte Wegwerfmaschine aus den USA. Für den CH 53 gibts noch gar keinen Ersatz.

Wenn schon die Luftwaffe und die Fliegerstaffeln des Heeres mit Sondermüll rumgurken, sieht es in anderen Bereichen noch schlimmer aus. Von ehemals über 2.500 Panzern Leopard 2 sind noch gerade 350 mehr oder minder einsatzfähig. Was wir heute nach Afghanistan senden, muss sich mit noch schlimmeren Sachen herumärgern, die teilweise lebensgefährliche Situationen hervorrufen. Wieso keine Leos nach Afghanistan? Kein Geld. Der Schützenpanzer Marder ist derweil total veraltet.

Beim Personal ist es noch übler. Unsere Einheit war mit weit über 90% Abiturienten und wirklich fitten Leuten unterwegs. Heutzutage gibts oft nur verzweifelte Jobsuchende. Was die an Übung haben, ist teilweise ein schlechter Witz. Vorbei sind die Zeiten, als man noch hervorragend trainiert mit genügend Praxis ausgestattet wurde. Herrjeh, als einfache Wehrpflichtige hatten wir mehr und bessere Praxis im Schießen, als heute Zeitsoldaten in Afghanistan. Das, was zu meinen Zeiten ein Witz war für besondere Streber oder Spinner: „Oberstabsgefreiter“, ist heute ein regulärer Rang. Muss ja alles billig sein, damit man als Staat bloß nicht zu viel an Gehalt zahlt, Unteroffiziere sind teurer.

Derweil wird mancher Unfug getrieben. Ich weiß ja nicht, warum die Marine immer noch in Kleidung rumrennt, die Kaiser Wilhelms Poesiealbum entspringt. Wäre doch viel effizienter, das zu vereinheitlichen. Luftwaffe bekommt Schwingen als Unterscheidungsmerkmal aufgestickt, die Marine nen Anker. Fertig, gleicher Bestellprozess, gleiche Lagerhaltung. Gorch Fock? Was soll man mit einem Haufen rostiger Stahlstreben mit Segeln, wenn die Leute hinterher auf hochmodernen Schiffen eingesetzt werden? So sie denn funktionieren, man bastelt immer noch an den kaputten Getrieben der neuen Korvetten.

Talkfusion.com – schon wieder MLM?

Wie ich darauf aufmerksam wurde

In Xing bin ich erst von einem und dann noch von zwei mir völlig unbekannten Personen angeschrieben worden, die mir einen „interessanten Tätigkeitsbereich“ vorstellen wollten. Ok, das riecht ja schon mal nach irgendwelchen Verkaufstätigkeiten gegen Provision, so meine Erfahrung bei solchen Anschreiben. Also, flugs geantwortet und gefragt, ob es sich um die üblichen Anbieter für Multi Level Marketing handelt.

Talk Fusion heißt das Ganze und soll mit Videokonferenzen und Videoemails zu tun haben. Freundlicherweise war auch ein Link vorhanden, der auf talkfusion.com verwies. Dazu gab es noch eine Indexnummer des Werbers. Das Prinzip ist relativ einfach: Die eigentliche Homepage von Talkfusion bliebt immer gleich und entsprechend der Nummer heißt es dann in einem kleinen Feld: You are a guest of Name des Werbers.

Ok, schnell nachgesehen, was dieses Talkfusion überhaupt ist und sofort bekommt man Verdienstmöglichkeiten genannt -tägliche Auszahlung inbegriffen-, dazu enthält die Gestaltung der Webseite jede Menge Fotos von Luxuswagen, Traumstränden, etc.. Da gehen bei mir sämtliche Alarmglocken an.

Vielleicht nicht ganz zu unrecht, denn neben grinsenden Gesichtern gibt es eine Videobotschaft, wie Talkfusion das Leben einiger Menschen umgekrempelt haben soll. Allerdings wird wenig von realen Produkten berichtet. Dafür gibt es ein PDF als Download (habe ich gleich mal gespeichert, man weiß ja nie, was juristisch passieren könnte), bei dem die Verdienstpläne aufgezeigt werden, wenn man weitere Mitglieder wirbt. Und, ach wie zufällig, der Einstieg ins System kostet was. Da hatte sich für mich persönlich das Gefühl bestätigt, dass es doch nur wieder eins der unzähligen MLM-Angebote ist.

Interessant aber, wie viele MLM Anbieter allgemein mittlerweile auf die Jagd in Communities gehen. Normalerweise sprechen mich Anbieter ähnlicher Systeme wie Talkfusion so spätestens alle zwei Wochen an, wenn sie wieder einen Menschen suchen, der noch unter ihnen einsteigt und ihnen die Kasse füllt. Naja, wer sonst keine Hobbies hat ……

Um es ganz klar zu sagen: Talkfusion ist kein klassisches Pyramidensystem. Allerdings wird sehr oft betont, dass und wie gut man an Nachrückern im System selbst verdienen kann. Ich darf ergänzen: Bis eben irgendwann eine Marktsättigung erreicht ist, an der es keine Nachrücker in Form neuer Vertriebler gibt, welche  die oberen Ebenen mit bezahlen.

 

Rechtliches

Ich habe mich entschlossen, die bislang hier vorhandenen Kommentare zu deaktivieren und hier keine Kommentare mehr zuzulassen. Der Grund ist einfach. Erstens habe ich zwei Emails von Anwälten bekommen, die letztendlich eine komplette Löschung dieses Themas hier im Blog verlangen. Natürlich werde ich einen Teufel tun und mir nicht meine freie Meinungsäußerung durch TalkFusion oder sonstwem verbieten lassen. Zweitens gab es in der ursprünglichen Diskussion eine muntere Fetzerei mit Befürwortern – Vertriebspartnern und genervten Leuten, welche angeworben werden sollten. Für beide Seiten übernehme ich keinerlei Verantwortung und es ist auch ehrlich eine ganze Menge Arbeit geworden.

 

Videos in Emails – ganz einfach

Wer gerne Videos in seine Emails einbaut, kann generell Folgendes tun – kostenlos:

Man meldet sich bei einem beliebigen Videodienst an, etwa Youtube.

Dort hinterlegt man sein Video. Oder man hinterlegt ein Video auf seinem eigenen Webauftritt. Oder umsonst bei Google. Oder mit zig anderen Möglichkeiten im Web.

Man macht einen aussagekräftigen Screenshot des Videos und startet eine beliebige Software zur Bildbearbeitung.

Das Vorschaubild kann man verkleinern oder ausschneiden bis es gut in die normalen Emaildienste passt.

Man sucht im Internet nach einer Grafik oder baut sich schnell selbst eine, welche dem „Play“ – „Abspielen“ Button entspricht.

Diesen Button hinterlegt man in der Mitte auf dem Vorschaubild.

Nun verlinkt man in der zu sendenden Email das ganze Vorschaubild mit dem Video auf Youtube o.ä.. Viele moderne Emailprogramme können das auf Knopfdruck.

Fertig.

Klickt der Emailempfänger das Vorschaubild an, startet das Youtube-Video.

Auch möglich ist ein direkter Aufruf von der eigenen Homepage. Gleicher Mechanismus wie oben, man bettet nur das Youtube-Video an passender Stelle in seine Homepage ein.

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Auch Talkfusion kann in der jetzigen Version kein komplettes Video direkt per Email versenden, das lassen zig Dienste wie gmail, gmx und auch diverse Clients überhaupt nicht zu. Hier müsste man das Video als Anhang beifügen. Auch Talkfusion lädt einfach nur das Video nach, wenn man in der Mail darauf klickt. Kein Hexenwerk, meines Erachtens absolut kein Alleinstellungsmerkmal und wenn man alternativ ein Video bei Youtube hat, wird es eventuell noch von anderen Menschen gesehen, welche dann Interesse an Produkten oder Dienstleistungen zeigen können. Ein gut gemachtes oder lustiges Youtube-Video wird von vielen Leuten geteilt, gesehen und wieder geteilt. Damit ergibt sich eine sehr gute Reichweite für die eigene Firma.

Obendrein gibts da noch einen Punkt allgemein bei Emails. Man darf in Deutschland nicht einfach jemanden x-beliebig eine Email zusenden. Man benötigt das Einverständnis des Empfängers. Also besteht bereits eine irgendwie geartete Beziehung. Und ob da eine Email immer ein guter Weg ist für Werbung, weiß ich nun wirklich nicht.

 

Video-Konferenzen

Um einfach mit verschiedenen Leuten gleichzeitig am Rechner zu kommunizieren, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Schon mit dem kostenlosen Google+ sind einfache Chats möglich. Nehmen wir noch Skype und ein paar andere Anbieter hinzu, kommt man auch schon recht weit in Sachen Gruppenfunktionen.

Wichtig im praktischen Betrieb eines echten Videokonferenzsystems ist ein Hosting in der Nähe. Ab einer Latenzzeit von ca. 200 Millisekunden vergeht erkennbar mehr Zeitraum zwischen Sprechen und Reagieren, als dies in einem normalen Gespräch der Fall ist. Meines Wissens stehen die Talkfusion-Server in den USA. Also entweder einmal rauf zum Satelliten, einmal runter zum Satelliten und das Ganze nochmal zurück oder Glasfaser durch den Atlantik. Viel schneller ist auch ein Glasfaserkabel nicht, da zwischen den Endpunkten noch diverse Schaltstellen hängen. In der Konsequenz ruckelt die Konversation, weil Gesprächsfetzen und Videobilder noch unterwegs sind, während man munter bereits auf den Gesprächspartner eingehen möchte und selbst bereits redet oder gestikuliert. Das liegt nicht an Talkfusion, es ist systembedingt – wenn das Hosting nicht in mindestens Europa, noch besser Deutschland erfolgt. Wer jemals mit den USA oder anderen Kontinenten telefoniert hat, weiß, was ich meine.

Hier gibt es unterschiedlichste Systeme für Videokonferenzen, mal leistungsstark, mal schwach, mal teuer, mal preiswert. Man bezahlt aber idR nur für das Produkt als solches und hat höchstens die klassische Handelskette: Hersteller, eventuell Großhandel oder Distribution, Verkäufer, fertig. Man hat keine Hierarchie, bei denen die Vertriebler prozentual über ggf. zig Stufen eingebunden sind.

 

Weitere Funktionalitäten und Nutzbarkeit

Natürlich bietet TalkFusion noch weitere Funktionalitäten. Ich beurteile das mal aus Sicht eines auf SEO und Adwords spezialisierten Online Marketers. Im Online Marketing geht es um Reichweite, Reichweite, Reichweite und dann um Abschlüsse, Abschlüsse und nochmals Abschlüsse. Hier sehe ich nichts, was sich sonderlich gut für die Suchmaschinenoptimierung eignen würde. SEO ist Know-How und dann sehr viel Arbeit, die man individuell je nach Projekt aufbringen muss. Ich glaube nicht, dass man eine sonderlich gute Reichweite bekommt. Bspw. ein nett gemachtes Video ist aber in jedem Fall für einen eventuellen Käufer überzeugend – mit dem Ziel eines Abschlusses. Hier sehe ich jedoch mehr die Qualität des Videos selbst gefordert als den Mechanismus von dessen Überbringung.

Man kann mit dem Riesenhebel SEO und natürlich auch Adwords sowohl regionale, wie auch nationale und internationale Kundschaft erreichen. Google ist nunmal die größte Trafficquelle überhaupt. Ich sehe keine sonderliche Eignung vom Talkfusion-Konzept für Google, ohne, dass man massiv weitere Arbeit hineinsteckt. Und selbst dann ist man immer auf die Plattform selbst angewiesen.

Auch empfehle ich immer wieder Kunden, dass sie nicht ihr Hauptaugenmerk auf irgendwelche Plattformen, sondern auf einen komplett eigenen Webauftritt mit einer komplett eigenen Domain legen sollten. Ganz einfach. Wenn man auf anderen Plattformen unterwegs ist, verbindet man seinen Werbeerfolg im Web eng mit dem, was die Plattform macht oder nicht macht. Man ist abhängig von z.B. deren Ranking bei Google. Bspw. bei sozialen Netzen gibt es extreme Schwankungen bei den Benutzerzahlen – schon sind ja auch einige Netze komplett geschlossen worden, etwa schuelervz.net. Wer dort viel getan hat, hat viel Arbeitszeit verloren.  Wer auf seiner eigenen Domain seinen eigenen Inhalt hat, kann mit den verschiedensten Maßnahmen Besucher dorthin führen – Aktivität in sozialen Netzen, Adwords, SEO, Affiliates, usw., etc.. Sollte einmal ein Dienst aus welchem Grund auch immer nicht mehr richtig funktionieren (dazu zähle ich auch ein gutes Ranking in Google), hat man nur mit einer eigenen Domain genügend Ausweichmöglichkeiten.

 

Verdienstmöglichkeiten

Um Talkfusion verkaufen zu können, muss man erst einmal selbst kostenpflichtig Vertriebspartner werden. Sprich, man bezahlt prozentual monatlich einen Teil an die Firma selbst für die Nutzung der Produkte und einen Teil an die Leute, welche in der Anwerbungshierarchie über einem stehen. Natürlich läuft so ein System nicht ewig. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem es keine Nachrücker bei Talkfusion mehr geben wird – sei es, dass der Markt gesättigt ist oder dass einem schlichtweg die Bevölkerung ausgeht. Die Frage ist: wann ist dieser Zeitpunkt erreicht?

Das kann ich nicht sagen. Aber mich haben alleine 3 Leute über Xing angeschrieben. Wie viele noch angeschrieben worden sind, kann ich nicht abschätzen aber es dürften schon ein paar Tausend gewesen sein. Dementsprechend weiß ich nicht, in wie weit man noch nachrückende Vertriebler gewinnen kann und wie lange es noch klappt. Oder wann es eben kaum oder gar keine Nachrücker mehr gibt. Dann sind die Verdienstmöglichkeiten für die späten Einsteiger dahin.

Wegen anderer Gründe wurde das System und Geschäftsmodell Talkfusion vom Internetmagazin Newswire im Juli 2013 berichtet als „The worst choice for starting a home business“ – frei übersetzt: die schlechteste Wahl für den Beginn eines freiberuflichen Nebenjobs von zu Hause.

 

Mein Auftritt bei RTL

Auch RTL war auf das System aufmerksam geworden. Und zwar durch ein Stellenangebot in Hamburg. Ich bin nach Hamburg geflogen und wir sahen uns den Auftritt einer Talkfusion-Werberin aus dem Nebenzimmer an. Aus dem vermeintlichen Stellenangebot wurde im Gespräch de facto eine Selbständigkeit als Handelsvertreter. Über die Produkte wurde relativ wenig geredet, dafür um so ausführlicher über die Verdienstmöglichkeiten. Naja, es gab dann hinterher eine Konfrontation mit der Werberin. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sonderlich viel Kompetenz für Online Marketing vorhanden war (sorry, ich bin beruflich Senior Manager Online Marketing) aber sehr stark die Werbetrommel um Provisionen und Nachrücker gerührt wurde. Es gab später einen kurzen Beitrag in Punkt12.

Endlich: Freiheit für Ägypten

Ich habe in meinem Leben schon verdammt viel erlebt. Ich stand bis an die Zähne bewaffnet dem Warschauer Pakt gegenüber und habe bei der Wiedervereinigung vor Freude geheult, weil wir den Irrsinn plattgerüstet hatten und endlich Ostdeutschland frei entscheiden konnte. Damit die Leute leben konnten, wie sie es wollten.

In Ägypten ist mit dem Ende Mubaraks jetzt ein ähnlicher Neuanfang möglich. Ich habe keine Ahnung, wie die neue Regierung aussehen wird. Trotzdem sollte Europa jetzt die Hand zur Begrüßung ausstrecken und Ägypten (wie auch Tunesien) helfen. Wenn man im ganz großen Stil denkt, vielleicht mit Solaranlagen zur Wasserstoffgewinnung. In jedem Fall aber mit Know-How, Ideen und wirtschaftlichen Vorteilen.

Hey, längst sind in der arabischen Welt auch Internet, Ideen und Demokratie angekommen. Das sollte man unterstützen. Die schlaueren Muslime sind uns verdammt ähnlich.