Online Marketing: Gewinnspielinflation zu Weihnachten

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Zurzeit gibt es über 920 verschiedene Adventskalender im Internet. Dazu kommen noch einmal zig Gewinnspiele zu Weihnachten und natürlich auch zum Jahresende. Ich glaube, man muss sich da schon sehr mit hochwertigen Preisen oder besonders originellen Spielideen anstrengen, wenn man im Online Marketing mit diesen Mitteln überhaupt wahr genommen werden will. Nur „auch einen Adventskalender haben“, dürfte spätestens in diesem Jahr im furiosen Konzert der Gewinnspielanbieter schlichtweg untergehen……

Ergänzung: Mittlerweile gibt es online über 1.030 Adventskalender. Also verschärft sich das Problem mit den Weihnachtsgewinnspielen nur noch mehr. Wer soll denn da überall dran teilnehmen – auch, wenn sie kostenlos sind? Ein normaler „Kunde“ hat für sowas doch überhaupt keine Zeit, selbst, wenn er sich nur mal einen Überblick verschaffen möchte. Da müsste man ja schon den halben Tag nur herumtippern……..

Egänzung 2: mittlerweile 1.150 Adventskalender bekannt.

Datenrettung ole

Weia, da gab es was zu Lachen. Wer im Online Marketing unterwegs ist, passt wie ein Schießhund auf seine kostbaren Daten auf. Immerhin geht es um zig Euros an Investitionen und auch einiges an Know-How, was auf den Festplatten schlummert. Offensichtlich sind einige Kandidaten aber etwas leichtfüßiger im Umgang mit den teuren Informationen, siehe:

Storage und Verluste

Von dort wird man zum Kuriositätenkabinett weitergeleitet.

Google und das Leistungsschutzrecht

Gerade jetzt startet Google eine Kampagne, welche sich gegen das sogenannte Leistungsschutzrecht wehrt. Es wird vom Ende des Internets, wie wir es kennen, berichtet. Auch sonst ist die gesamte Diskussion sehr emotionsgeladen. Verlage beklagen lautstark, wie sehr Google verdient, wenn sie neue Inhalte produzieren und zur Verfügung stellen.

Ich glaube, beide Seiten machen sich da etwas vor. Natürlich haben die Verlage seit langer Zeit unter nachlassenden Umsätzen zu leiden. Internetbörsen bieten nun einmal mehr und oft bessere Auswahl bei Stellenanzeigen oder Gebrauchtwagen. Auch bei Anzeigen gibt es deutliche Schwenks Richtung online. All diese ehemaligen, sicheren Einnahmequellen, sind auf immer verloren. Worum es geht, ist aber die reine Inhaltshoheit bei Onlineauftritten. Natürlich kostet die Produktion von Inhalten Geld. Redakteure müssen beschäftigt sein, eine Verwaltung will bezahlt werden.

Wo liegt jetzt der Haken? Google macht diverse Inhalte zugänglich, indem es sie indiziert. Dabei sind auch Inhalte von Verlagen. Diese möchten jetzt sozusagen prophylaktisch Geld dafür haben, dass sie gefunden werden und Leser erhalten. Auf nichts anderes läuft der Konflikt eigentlich hinaus. Trennen wir einmal scharf zwischen den Funktionen der beiden Mitspieler. Google durchwühlt das Web, die Verlage machen Inhalte. An sich sehe ich dort keine Konfliktfläche. Eher noch schieben Suchmaschinen und soziale Netze Leser auf Inhalte – wenn diese gut und attraktiv sind. Und hier beginnt die Krux. Verlage finanzieren sich auch online über Werbung. Je besser die Inhalte sind, desto mehr Leser und analog Werbeeinnahmen gibt es.

Die Verlage stehen aber im Internet im Wettbewerb mit zig Bloggern, Inserateportalen, freien Informationsdiensten wie Wikipedia und auch reinen Internetmagazinen. Also sind Wettbewerber doch eigentlich eher die „modernen“ Inhaltsproduzenten. Man darf ganz klar sagen, dass eine beachtliche Anzahl der „neuen“ Inhaltsproduzenten auf einem sehr hohen Niveau arbeitet. Teilweise deutlich besser, als es die immer billigeren Redaktionen schaffen. Der Wettbewerb liegt also weniger bei Google begründet, als bei den vielen Tausend Bloggern, Portalanbietern für Jobs, Autos und Immobilien sowie den Netzzeitungen. In diesem Wettbewerb kann man nur mit sehr, sehr guten Inhalten bestehen. Google ist da erst mal außen vor und nur das Hilfsmittel, mit dem sich Leser Zugang zu Informationen nach ihrem persönlichen Gusto verschaffen. Sprich, ich halte den Knackpunkt weniger bei Suchmaschinen, wenn es um Inhalte geht. Dass immer mehr Menschen das Web nutzen und etabilierten Verlagen, geschweige denn Printmagazinen, den Rücken kehren, ist die natürliche Entwicklung im Bereich Inhalte.

Man braucht eben keine schriftlichen 100 Tipps mehr zur Bedienung von Word – schwupps, Google oder Bing oder Yahoo oder Lycos oder Fireball angeworfen, schon steht in irgendeinem Forum die Lösung. Wer Hintergrundinfos zu Personen, Firmen oder Ländern sucht, tippt den Suchwunsch schnell bei Wikipedia ein. Reiseberichte gibts online satt, da entfällt oft der Reiseführer. Onlinedienste tickern 24h rund um die Welt das Neueste auf Internetseiten.

Wo Journalismus in klassischer Form durchaus dauerhaft Chancen hat: Gute Inhaltsverdichtung, bei der man sich das Wühlen durch zig Webseiten erspart. Wer einmal den „Economist“ in der Hand hatte, weiß, was ich meine. Auch tief recherchierte Themen bleiben attraktiv – siehe „Spiegel“ und auch „Focus“. Regionalbezug ist ein weiteres, starkes Feld, dort ist die „Rheinische Post“ sehr gut. Für alle, die genau das Gleiche wie zig andere Informationsanbieter bringen, gilt dagegen: beliebig austauschbar gegen sehr, sehr viele Internetseiten.

Ähnlich wie die deutschen Verleger haben übrigens auch mal die belgischen Verleger gedacht. Sie wollten Verweise auf Inhalte entweder bezahlt haben oder diese sperren lassen. Google hat den Verlagen genau diesen Gefallen getan und alle Seiten aus dem Index genommen. Und schwupps waren die Zugriffszahlen für die Verlagsseiten im Keller – noch weniger Werbeeinnahmen…… Kurz darauf waren die Verlage ganz brav und baten freundlich um Wiederaufnahme in den Index.

Black Hat SEO – immer noch ein Problem

Wer in Google vorne ist, macht Umsatz. Um nach vorne zu kommen, gibt es sowohl von Google autorisierte, wie auch verbotene Techniken. Wer sich brav an die Regeln im Online Marketing hält, macht White Hat SEO. Wer trickst und täuscht, macht Black Hat SEO. Zugegeben, White Hat SEO ist eine ganze Menge mehr Arbeit, dafür läuft es aber bedeutend stabiler. Man kommt nicht in die Gefahr, nach kurzer Zeit an der Sonne fürchterlich abgestraft zu werden.

Fürchterlich abgestraft heißt: entweder man wird zig Plätze nach hinten geschoben oder fliegt gleich ganz aus dem Google-Index. Beides frisst die getätigten Investitionen sehr schnell auf und der Umsatz bricht brutal ein. In so fern ist sehr, sehr viel Vorsicht bei der Wahl der Mittel angebracht, sei es On-Site, sei es Off-Site.

Das Problem hat sich drastisch verschärft, seit es das Panda-Update von Goggle gegeben hat. Bei diesem Update wurden und werden Webseiten von Menschen besucht. Diese Menschen dienen mit ihrem Such- und Leseverhalten als Referenz zur Verbesserung der Suchergebnisse. Einfach ausgedrückt: wo nur eine oder zwei Seiten auf einer Domain liegen und diese den Besucher nicht zufrieden stellen, droht automatisch Ungemach. Ebenso fallen derartige Seiten bei manuellen Kontrollen reihenweise dumm auf und werden zurückgestuft. Da kann man mit Linkbuilding (was immer noch sehr gut funktioniert) ansonsten machen, was man will. Beispielsweise Doorway-Pages, auch Brückenseiten genannt, sind spätestens mit Panda ein absolutes No-Go.

Google hat immer vor solchen und anderen problematischen Praktiken gewarnt. Die Webmaster Tools und auch die Hinweise zur Suchmaschinenoptimierung listen genau auf, was zulässig ist, und wo Gefahren drohen. Man muss nicht einmal exakt die Wirkungsweise von Panda kennen. Einfach nur an das halten, was zulässig ist und was nicht und schon ist man auf der sicheren Seite. Es geht immerhin um teilweise erhebliche Kundeninvestitionen.

Fanboys in der Kritik – Aussicht für Apple

Was, Sie wissen nicht, was ein Fanboy ist? Das sind die Fans von Apple, welche sich bei jeder Ankündigung eines neuen Produkts in die Warteschlange stellen und vehement im Internet für Apple hausieren gehen. Der Begriff Fanboy kommt nicht von mir und Apple ist mir bis auf das doch leicht diktatorische Gebaren ansonsten ziemlich egal. Aber interessant ist, dass mittlerweile immer öfter im Web die Stimmung gegen Apple kippt.

In der Tat scheint sich da langsam ein sehr großes Imageproblem aufzubauen. Galt Apple in den 90ern noch als die letzte Festung gegen die Dominanz von Microsoft, ist der Konzern bei vielen mittlerweile der Prototyp des gierigen Raffke. Immerhin bringt Apple seine Hardware sehr teuer an den Mann, hat eine vollkommen proprietäre Technologie und gängelt in den Augen der Internetgemeinde ganz schön heftig seine Benutzer. Kommt dazu noch die Kritik an den Produktionsbedingungen in China, wird aus einem ehemaligen Vorreiter schnell ein Buhmann.

Ich glaube, dass immer mehr der negativen Handlungen im Web auf ein Unternehmen immer schneller zurückfallen. Die Toleranz wird geringer und, abgesehen vom Image, fragen immer mehr Menschen nach den Hintergründen. Obwohl sich Apple oft sehr, sehr fortschrittlich gibt, sehe ich aus technischer Sicht das Unternehmen eher als einen geschickten Technologieintegrator und genialen Vermarkter. Menschen sind oft sehr überrascht, dass Apple eben nicht die Maus oder die grafische Benutzeroberfläche erfunden hat, weder das Tablet noch diverse Bedienkonzepte und die Basis des Betriebssystems ist eben Unix. Da kann man ganze Weltbilder zerstören, wenn man den Leuten so etwas mal sagt.

Und hier sind wir gleich an einem interessanten Punkt. Apple hat Computer und Mobiltelefone mit Emotionen verbunden. Wenn ein Unternehmen nicht permanent neues, positives Gefühlsfutter liefert, fallen die mangelnden Alleinstellungsmerkmale plötzlich doppelt negativ auf. Kann gut sein, dass die Euphorie für Apple langfristig deutlich gebremst wird und eher die reinen Technikanbieter oder Internetfirmen auf- und überholen.