KVR Handelsgesellschaft – Abmahnfirma wahrscheinlich insolvent

Die KVR Handelsgesellschaft hatte über die sattsam bekannte Kanzlei U+C (Urmann und Collegen) viele Händler mit mE teilweise haarsträubenden Abmahnungen überzogen. Haarsträubend mE in so fern, als dass eine richtige Handelstätigkeit und ein echtes Wettbewerbsverhältnis nicht gegeben waren. Das sahen so auch einige Gerichte und verdonnerten die KVR Handelsgesellschaft, vertreten durch deren Geschäftsführer Frank Drescher, jeweils zum Ersatz der anwaltlichen Kosten im Zuge der Abwehr von Abmahnungen. Die daraufhin im Raume stehenden Forderungen waren lächerlich niedrig, die KVR Handelsgesellschaft konnte diese jedoch nicht bezahlen – die Beitreibung mittels Zwangsvollstreckung schlug fehl. Wenn das nicht nach ganz schneller Insolvenz der KVR Handelsgesellschaft GmbH riecht, weiß ichs nicht.

In so fern hat sich auch an dieser Stelle mE bewahrheitet, dass es sich nicht um einen Akt des Wettbewerbsgebarens handelte, sondern nur um rechtsmissbräuchliche Abzocke des Duos Drescher und der Kanzlei U+C. Persönliche Meinung: Frank Drescher wird wohl brav das Händchen heben und seine Zahlungsunfähigkeit ebenfalls feststellen lassen. Gegen die Anwälte von Urmann und Collegen sind zurzeit diverse nette Rechtsmittel unterwegs, weil einige Händler und deren Anwälte wohl – zu recht – sehr sauer reagiert haben und eine deutliche Mithaftung sowie Rechtsmissbrauch der Kanzlei sehen – Stichworte u.a. Beihilfe zur Insolvenz, Beihilfe zum Betrug. Das kann für die Kanzlei auch noch böse ins Auge gehen, weil bspw. in Bochum vor dem Amtsgericht und dem Landgericht in einem ähnlichen Fall entschieden wurde, dass diese mithaften kann (die Urteile aus Bochum: AG 11.01.2003 – 63 C 211/03 , LG 18.03.2004 – 9 S 289/03), siehe RA Felling. Da müsste es eigentlich noch weitere Urteile geben, einfach mal Google anwerfen.  Wer also sauer ist und etwas Zeit hat, kann den Herren Thomas Urmann und Collegen vielleicht auf diesem Wege erstens auf die Pelle rücken, zweitens seine Auslagen eintreiben. Fragen Sie ruhig mal ihren Rechtsanwalt, u.a. nach sittenwidriger Schädigung. Meine Anwältin für Marke, Wettbewerb und Internet wird sich ebenfalls über einen entsprechenden Auftrag freuen – und die ist sehr, sehr gut.

Damit hat jedenfalls der „Münchener Ableger“ eine deutliche Schlappe eingesteckt. Was genau der Münchener Ableger ist und wer da mitspielt, kann man gerne in Google erfahren. Die Mitspieler dieser Runde jedenfalls sind alle bestens bekannt für mE reichlich dubiose Geschäfte, Abofallen, Abzocke und Beschiss. Ich finde es ausgesprochen gut, dass sich viele Händler gewehrt haben und diesem Treiben ein Ende setzten. Der Informationsaustausch über das Internet und zwischen den Anwälten der ehrlichen Händler lief hervorragend. Wenn die jetzt noch einigermaßen koordiniert und abgestimmt vorgehen, könnten sie solche Kandidaten ein für allemal ins wirtschaftliche Nirwana jagen.

Ach, da gibts ja noch die Frage, ob die KVR, Drescher sowie Rechtsanwälte Urmann und Collegen ein richtig großes Rad drehen wollten. Meiner Meinung ja. Denn ein guter Bekannter von Drescher, der Chef der Olivosmedia GmbH namens Bernhard Soldw…., suchte mE für den massenhaften Abmahnbetrieb dies hier. Da diese Stellenanzeige immer noch aktuell ist, kann man ggf. wohl weitere Abmahnwellen erwarten – vielleicht anderer Name, gleiches Spiel.

P.S. Da kam gerade noch etwas sehr Interessantes herein. Abmahnanwälte geraten unter Feuer, siehe http://www.lto.de//recht/nachrichten/n/lg-berlin-abmahnanwalt-betrug-erpressung-anklage/ Das dürfte lustig werden. Bei KVR Handelsgesellschaft konnte ich keine echte Handelstätigkeit feststellen. Einfach mal bei Google eintippen: Amazon KVR Handelsgesellschaft . Die meisten der angebotenen Artikel waren nicht lieferbar, entsprechend mies ist die Kundenbewertung. Besonders pikant: KVR und deren Geschäftsführer Frank Drescher haben sich bei Amazon teilweise ähnlichen AGB-Teilen unterworfen, die sie bei anderen Internethändlern abmahnten.

Beim ehemaligen Shop der KVR gab es ein wildes Sammelsurium. Ich glaube nicht, dass alle oder nur ein Bruchteil der Artikel irgendwie lieferbar waren. Da könnte man durchaus einmal nach Lieferantenverträgen fragen, wenn man einen Betrug nachweisen möchte. Außerdem dürfte die KVR nur recht wenig Umsatz aus der Handelstätigkeit, also dem angegebenen Geschäftszweck, gezogen haben. Pfennigartikel waren ok, technische Geräte massiv überteuert. Da könnte man auf den Verdacht kommen: bitte nicht kaufen und wenn, besorgen wir die Ware eben im Baumarkt oder sonstwo. Ich glaube nicht, dass ein Konkurrenzverhältnis zu den abgemahnten Händlern in der Spannbreite der abgemahnten Branchen bestand. Das hätten U+C, Urmann und Collegen auf einen Blick sehen müssen. Es sei denn, sie wollten wild durch die Gegend abmahnen. Die machen sich meiner Meinung nach mit schuldig.

Datenrettung ole

Weia, da gab es was zu Lachen. Wer im Online Marketing unterwegs ist, passt wie ein Schießhund auf seine kostbaren Daten auf. Immerhin geht es um zig Euros an Investitionen und auch einiges an Know-How, was auf den Festplatten schlummert. Offensichtlich sind einige Kandidaten aber etwas leichtfüßiger im Umgang mit den teuren Informationen, siehe:

Storage und Verluste

Von dort wird man zum Kuriositätenkabinett weitergeleitet.

Google und das Leistungsschutzrecht

Gerade jetzt startet Google eine Kampagne, welche sich gegen das sogenannte Leistungsschutzrecht wehrt. Es wird vom Ende des Internets, wie wir es kennen, berichtet. Auch sonst ist die gesamte Diskussion sehr emotionsgeladen. Verlage beklagen lautstark, wie sehr Google verdient, wenn sie neue Inhalte produzieren und zur Verfügung stellen.

Ich glaube, beide Seiten machen sich da etwas vor. Natürlich haben die Verlage seit langer Zeit unter nachlassenden Umsätzen zu leiden. Internetbörsen bieten nun einmal mehr und oft bessere Auswahl bei Stellenanzeigen oder Gebrauchtwagen. Auch bei Anzeigen gibt es deutliche Schwenks Richtung online. All diese ehemaligen, sicheren Einnahmequellen, sind auf immer verloren. Worum es geht, ist aber die reine Inhaltshoheit bei Onlineauftritten. Natürlich kostet die Produktion von Inhalten Geld. Redakteure müssen beschäftigt sein, eine Verwaltung will bezahlt werden.

Wo liegt jetzt der Haken? Google macht diverse Inhalte zugänglich, indem es sie indiziert. Dabei sind auch Inhalte von Verlagen. Diese möchten jetzt sozusagen prophylaktisch Geld dafür haben, dass sie gefunden werden und Leser erhalten. Auf nichts anderes läuft der Konflikt eigentlich hinaus. Trennen wir einmal scharf zwischen den Funktionen der beiden Mitspieler. Google durchwühlt das Web, die Verlage machen Inhalte. An sich sehe ich dort keine Konfliktfläche. Eher noch schieben Suchmaschinen und soziale Netze Leser auf Inhalte – wenn diese gut und attraktiv sind. Und hier beginnt die Krux. Verlage finanzieren sich auch online über Werbung. Je besser die Inhalte sind, desto mehr Leser und analog Werbeeinnahmen gibt es.

Die Verlage stehen aber im Internet im Wettbewerb mit zig Bloggern, Inserateportalen, freien Informationsdiensten wie Wikipedia und auch reinen Internetmagazinen. Also sind Wettbewerber doch eigentlich eher die „modernen“ Inhaltsproduzenten. Man darf ganz klar sagen, dass eine beachtliche Anzahl der „neuen“ Inhaltsproduzenten auf einem sehr hohen Niveau arbeitet. Teilweise deutlich besser, als es die immer billigeren Redaktionen schaffen. Der Wettbewerb liegt also weniger bei Google begründet, als bei den vielen Tausend Bloggern, Portalanbietern für Jobs, Autos und Immobilien sowie den Netzzeitungen. In diesem Wettbewerb kann man nur mit sehr, sehr guten Inhalten bestehen. Google ist da erst mal außen vor und nur das Hilfsmittel, mit dem sich Leser Zugang zu Informationen nach ihrem persönlichen Gusto verschaffen. Sprich, ich halte den Knackpunkt weniger bei Suchmaschinen, wenn es um Inhalte geht. Dass immer mehr Menschen das Web nutzen und etabilierten Verlagen, geschweige denn Printmagazinen, den Rücken kehren, ist die natürliche Entwicklung im Bereich Inhalte.

Man braucht eben keine schriftlichen 100 Tipps mehr zur Bedienung von Word – schwupps, Google oder Bing oder Yahoo oder Lycos oder Fireball angeworfen, schon steht in irgendeinem Forum die Lösung. Wer Hintergrundinfos zu Personen, Firmen oder Ländern sucht, tippt den Suchwunsch schnell bei Wikipedia ein. Reiseberichte gibts online satt, da entfällt oft der Reiseführer. Onlinedienste tickern 24h rund um die Welt das Neueste auf Internetseiten.

Wo Journalismus in klassischer Form durchaus dauerhaft Chancen hat: Gute Inhaltsverdichtung, bei der man sich das Wühlen durch zig Webseiten erspart. Wer einmal den „Economist“ in der Hand hatte, weiß, was ich meine. Auch tief recherchierte Themen bleiben attraktiv – siehe „Spiegel“ und auch „Focus“. Regionalbezug ist ein weiteres, starkes Feld, dort ist die „Rheinische Post“ sehr gut. Für alle, die genau das Gleiche wie zig andere Informationsanbieter bringen, gilt dagegen: beliebig austauschbar gegen sehr, sehr viele Internetseiten.

Ähnlich wie die deutschen Verleger haben übrigens auch mal die belgischen Verleger gedacht. Sie wollten Verweise auf Inhalte entweder bezahlt haben oder diese sperren lassen. Google hat den Verlagen genau diesen Gefallen getan und alle Seiten aus dem Index genommen. Und schwupps waren die Zugriffszahlen für die Verlagsseiten im Keller – noch weniger Werbeeinnahmen…… Kurz darauf waren die Verlage ganz brav und baten freundlich um Wiederaufnahme in den Index.

Fanboys in der Kritik – Aussicht für Apple

Was, Sie wissen nicht, was ein Fanboy ist? Das sind die Fans von Apple, welche sich bei jeder Ankündigung eines neuen Produkts in die Warteschlange stellen und vehement im Internet für Apple hausieren gehen. Der Begriff Fanboy kommt nicht von mir und Apple ist mir bis auf das doch leicht diktatorische Gebaren ansonsten ziemlich egal. Aber interessant ist, dass mittlerweile immer öfter im Web die Stimmung gegen Apple kippt.

In der Tat scheint sich da langsam ein sehr großes Imageproblem aufzubauen. Galt Apple in den 90ern noch als die letzte Festung gegen die Dominanz von Microsoft, ist der Konzern bei vielen mittlerweile der Prototyp des gierigen Raffke. Immerhin bringt Apple seine Hardware sehr teuer an den Mann, hat eine vollkommen proprietäre Technologie und gängelt in den Augen der Internetgemeinde ganz schön heftig seine Benutzer. Kommt dazu noch die Kritik an den Produktionsbedingungen in China, wird aus einem ehemaligen Vorreiter schnell ein Buhmann.

Ich glaube, dass immer mehr der negativen Handlungen im Web auf ein Unternehmen immer schneller zurückfallen. Die Toleranz wird geringer und, abgesehen vom Image, fragen immer mehr Menschen nach den Hintergründen. Obwohl sich Apple oft sehr, sehr fortschrittlich gibt, sehe ich aus technischer Sicht das Unternehmen eher als einen geschickten Technologieintegrator und genialen Vermarkter. Menschen sind oft sehr überrascht, dass Apple eben nicht die Maus oder die grafische Benutzeroberfläche erfunden hat, weder das Tablet noch diverse Bedienkonzepte und die Basis des Betriebssystems ist eben Unix. Da kann man ganze Weltbilder zerstören, wenn man den Leuten so etwas mal sagt.

Und hier sind wir gleich an einem interessanten Punkt. Apple hat Computer und Mobiltelefone mit Emotionen verbunden. Wenn ein Unternehmen nicht permanent neues, positives Gefühlsfutter liefert, fallen die mangelnden Alleinstellungsmerkmale plötzlich doppelt negativ auf. Kann gut sein, dass die Euphorie für Apple langfristig deutlich gebremst wird und eher die reinen Technikanbieter oder Internetfirmen auf- und überholen.

Und noch was Neues: Fördermittel

Ist auch ein sehr interessantes Thema. Da liegen zig Tausende Fördermittel ungenutzt in der Gegend herum. Egal, ob es von der EU, dem Bund oder Ländern ist, die Fördermittel werden einfach nicht abgerufen. Entsprechend habe ich ein weiteres Blog gestartet, und zwar Fördermittel Beratung.

Mich ärgert einfach, dass der Mittelstand sehr, sehr viel Hilfe von der öffentlichen Hand bekommen kann aber gerade einmal 8 Prozent der Mittelständler bislang Fördermittel in Anspruch genommen haben. Während dessen wird in der Automobilindustrie oder an Hochschulen massiv gesponsort – und es entstehen dort auch richtig gute Produkte und Innovationen. Nicht nur das. Auch erneuerbare Energeien oder die Wärmedämmung für eigene Häuser werden unterstützt. Das halte ich für ein sehr sinnvolles Ziel, da ich vielen Lieferländern für Gas oder Öl keinen Millimeter über den Weg traue. Und je mehr hier im Lande selbst eingespart und zusätzlich erzeugt wird, desto besser ist es nicht nur für die Umwelt, sondern auch den Wirtschaftsstandort.

Darf man sich ruhig mal vor Augen führen. Im Mittelstand und bei erneuerbaren Energien entstehen zukunftssichere Arbeitsplätze. Bei der Forschung entstehen beispielsweise Speichermöglichkeiten, wenn Windkraftanlagen oder Solarkraftwerke gerade keinen Strom liefern. Das sind Sachen, die ich gerne unterstütze und dafür habe ich mir einige recht leistungskräftige Partner mit ins Boot geholt – Experten für Fördermaßnahmen. Zwar nehmen die ein paar Prozent Beratungshonorar, dafür gibts aber auch maßgeschneiderte, günstige Lösungen für die entsprechenden Unternehmen. Ist eine meines Erachtens sehr faire Geschichte, welche dem ganzen Land nützen kann.