London setzt Maßstäbe

Was schon bei den Olympischen Spielen absolut beeindruckend und gleichzeitig unterhaltsam war, setzt sich bei den Paralympics fort. Auf der einen Seite eine super Show, auf der anderen Herzlichkeit und Selbstironie. Mir gefällt außerordentlich gut, was London da auf die Beine gestellt hat. Selten gab es so eine gute Mischung bei derartigen Großveranstaltungen. Eigentlich fällt mir da nur Olympia in Sydney und unser Sommermärchen ein. Aber eins haben die Londoner voraus: Bei der Abschlussfeier von Olympia erschien neben wunderschönen Feuerwerk und guter Musik auch gewohnt schräg: Always look on the bright Side of Life, muss man auch erst mal bringen ;-).

Ein ganz dickes Kompliment

Bei meinem Flug von Hamburg nach Düsseldorf ist so ziemlich alles schief gelaufen, was nur irgendwie schief laufen konnte. Eine beschissene Unwetterfront, Notlage eines anderen Flugzeugs in DUS undsoweiter. Die Crew und die Flugbegleiter haben 1A mit Sternchen agiert und reagiert. Die Crew hat den A320 sauberst um zig blödsinnige Gewittertürme herumgesteuert. Die Flugbegleiter der Lufthansa waren nicht nur freundlich, die haben sich richtig reingehängt. Danke, Jungs und Mädels der LH 2719 am Freitag!

Souverän – Jack Daniels

Wer kennt nicht den Abmahnwahn in Deutschland mit seinen Stilblüten und der Abzocke selbst kleinster Verfehlungen. An sich drittklassige Bilder oder völlig webuntaugliche Unternehmen dienen der Abm(w)ahnmafia als Vehikel, um sich mit Serienbriefen zu bereichern. Aber es geht auch völlig anders:

http://www.theatlantic.com/technology/archive/2012/07/this-cease-and-desist-letter-should-be-the-model-for-every-cease-and-desist-letter/260170/

_Das_ nenne ich einmal eine souveräne und sympathische Reaktion. Kompliment.

Langsam finde ich Anonymous besser

Nachdem sich die Hackergruppe Anonymous öfter durch mE politisch motivierte Handlungen im linken Umfeld ins Aus geschossen hatte, gefallen mir die neuen Aktionen bedeutend besser. Wer glaubwürdig sein möchte, darf auf keinem Auge blind sein, wenn es ums Recht und die Aufklärung geht.

Ich finde die jüngsten Angriffe auf Scientology sowie Pädophile ausgesprochen gut. Beides brauchen wir in keiner Demokratie. Wenn jetzt noch Nazis, Kommunisten, die organisierte Kriminalität und Islamisten im Zielradar von Anonymous auftauchen würden, wäre ich sogar richtig froh. Neben dem Aufräumen in der Politik (in meinen Augen überfällig, dann aber mit legalen Mitteln), kann man richtig gut einen Dienst für die Gesellschaft erbringen. Ob hierbei die ein oder andere Norm gedehnt wird, erscheint mir hinnehmbar. Hinnehmbar, wenn man Schlimmeres verhindert. Und dass Diktaturen oder extremistische Spinner oder mafiöse Netzwerke ganz große Übel sind, wissen die Deutschen leider aus eigner, trauriger Erfahrung nun mehr als genug.

Es wird eng für RIM

RIM hat eine noch nicht endgültige Niederlage vor Gericht kassiert. Einem Unternehmen waren 147 Mio Dollar Schadenersatz zugesprochen worden, da RIM bei seiner Software patentrechtlich geschützte Mechanismen verwendet hatte. RIM prüft gerade noch, ob es in die Revision gehen will und soll.

Das Urteil kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Schon lange hat RIM mit seinen Blackberrys enorme Probleme, sich am Markt zu behaupten. Die Übermacht von Samsung, Apple, HTC und anderen drückt das einstige Vorzeigeunternehmen bei Businesslösungen schlichtweg an die Wand. Zwar gibt es durchaus attraktive Funktionen aber in der letzten Zeit hagelten geradezu die schlechten Nachrichten aufs Unternehmen ein. So war eine Zeit lang der Maildienst offline – eine Todsünde, da Blackberrys primär zur schriftbasierten Kommunikation genutzt werden. Der Aktienkurs geht in den Tiefflug und es gibt viele Entlassungen.

Richtig überrascht hat mich der Niedergang nicht. Die Innovationszyklen bei der Hardware schaffen eigentlich nur richtig große Unternehmen und erst mit dem Blackberry Torch fand RIM einigermaßen Anschluss an die aktuellen Leistungsparameter von Smartphones. Da waren Samsung und Co aber schon einige Schritte weiter und ob man ohne weiteres heute noch proprietäre Dienste sinnvoll vermarkten kann, wage ich zu bezweifeln. Zu mächtig sind die vielen Funktionen und unzähligen Schnittstellen in Android und iOS. Selbst so ein Riese wie Nokia geriet darüber schon mächtig ins Straucheln und die bedienen immerhin einen Massenmarkt und erlauben bei ihrer Baureihe mit Windows Phone eine recht kräftige Vernetzung mit Exchange und Co.

Persönlich glaube ich, dass RIM nicht mehr sehr lange in dieser Marktbedeutung existieren wird.