Web 3.0 ist nicht das einzige Blog, welches gegen online Unfug wettert

Sie denken, wir sind die einzigen, welche gegen Unfug, Betrug und Inkompetenz im Web wettern? Nö. Ich empfehle Ihnen Zorno. Christian Rothe listet ebenfalls auf, wo Werbeagenturen Budgets verballern, Kunden verarschen und keine Resultate liefern. Schauen Sie einfach mal rein.

Spam auf Web 3.0 – Presse und Recht. Banana Republic Germany

Gerade habe ich wieder einen „Beitrag“ zu Web 3.0 gelöscht. Diesmal hat irgendein Typ etwas an Links zu Autos geschrieben, aus Amiland. Brauchen Sie nicht, brauchen wir nicht. Bei Blogs meldet sich mittlerweile genau so viel Spam, wie bei normalen Emails. Bei uns prasseln zwischen 2 und 25 mal pro Tag Nachrichten herein, die die Welt nicht sehen möchte. Natürlich filtern wir so einen Mist aus.

Spammer haben allgemein die Blogger entdeckt und „beglücken“ diese mit den wichtigsten Neuigkeiten über Viagra, Autos, Schwanzlängenmessen sowie scharfen Frauen, die es kostenpflichtig im Web gibt. Das fliegt bei uns alles brav in den Mülleimer.

Was aber interessanter ist, sind rechtliche Konsequenzen. Ja, wir dürfen alles löschen. Ja, wir dürfen folgenlos Links auf irgendeinen Mist setzen, wo der Kunde betrogen wird. Nur wenn wir hier beispielsweise einen Kommentar zu den Machenschaften der Badenia Bausparkasse setzen (kam gestern im Fernsehen, ARD, sehr informativ), bekommen wir höchstwahrscheinlich Probleme. Eigentlich ist das Blog durch Pressefreiheit sowie Artikel 5 Grundgesetz geschützt. Theoretisch. In der Praxis kommen immer mehr Blogger vor Gericht, weil sie die Wahrheit sagen und deswegen von Firmen mit mehr Finanzmacht schlichtweg kalt gestellt werden.

OK, dann legen wir mal los. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es bei vielen Magazinen und Zeitungen ein direktes Verhältnis zwischen redaktionellen Beiträgen und Anzeigen gibt? Nein? Läuft normalerweise so: Also, wenn wir Beitrag X bringen, würden wir uns freuen, wenn Sie dies „unterstützen“ würden. Klartext: Schaltet ne Anzeige, dann bekommt Ihr Euren Artikel. Freundlich und nicht kritisch. Hurra.

Die Presse in Deutschland ist zahm geworden. Lange her, seit dem der Spiegel Strauß zu Fall gebracht hat. Da bringt auch ein Jubiläum nichts. Web 3.0 macht den Mund auf, wenn auch sehr dosiert.
Wir leisten uns bei Web 3.0 eine eigene Meinung, die wir aber nicht in allen Facetten so bringen können, wie wir es eigentlich möchten. Lesen Sie daher bitte auch zwischen den Zeilen. Wir dürfen oft nicht Ross und Reiter beim Namen nennen, sonst bekommen wir richtig eins auf die Haube. Und wir werden natürlich nicht über den täglichen Betrug von Anzeigenkunden berichten, der bei X und Y im Internet passiert. Wir halten es allgemein und liefern die Basisinfo für mitdenkende Leser, die selbst ihre Schlüsse ziehen.

Ist eigentlich schade, wo es mit Deutschland hingekommen ist.

Flexibilität ist Trumpf – Preisgestaltung bei Versandhäusern online

Gerade habe ich ein wenig herumgesurft und bin auf einige Seiten von Versendern gelangt. Dabei fiel mir auf, dass viele Versender den Listenpreis halten, egal, was kommt. Diese Denkweise stammt wohl noch aus den Zeiten von Katalogen mit halbjährlicher Laufzeit und eignet sich denkbar schlecht für Mode, Trendartikel oder Elektronik. Mode? Neuer Trend und alte Ware zum Listenpreis passen nicht. Ladenhüter sind vorprogrammiert. Wer nicht rechtzeitig einen Abverkauf schafft (und zwar im eigenen Shop) wird wohl unter Preis an Resteverwerter verkaufen müssen.

Gleiches gilt für Trendartikel. Zuerst sind die Preise angenehm hoch, dann folgt der totale Einbruch durch Kopien und eine schnelle Marktsättigung. Wer jetzt immer noch auf den ehemaligen Listenpreis setzt, hat kurze Zeit später einen nicht mehr verkaufbaren Lagerbestand.

Ganz übel ist es bei allen elektronischen Geräten, vom Handy bis zum Computer. Die schnelle Folge von Gerätegenerationen setzt die Preise massiv unter Druck. Wer nicht rechtzeitig und maßvoll die Preise dem Markt anpasst, hat verloren und bekommt für seine ehemaligen High-Tech Artikel bald keine Kunden mehr.

Ich schätze einmal, dass sich diese Phänomene durch einen immer stärkeren Internethandel beschleunigen werden. Dies betrifft bei weitem nicht nur junge Kundschaft. Gerade bei „Silver Surfern“, sprich der zahlungskräftigen älteren Generation, ist der Trend zu Preis-Wertem Einkauf immer stärker, wenn es sich um irgendwie vergleichbare Produkte handelt. Ausgenommen sind alleine starke Marken mit absoluten Alleinstellungsmerkmalen.

Also – bevor ein Produkt zu alt wird und als Ladenhüter endet: rechtzeitig Preise anpassen und weg damit.

Russland hat die Nase vorn

Ich musste erst zweimal hinschauen, aber in Putin-Country gibt es tatsächlich einen speziellen Minister für IT und Telekommunikation. Leonid Reiman kümmert sich um die vernetzte Welt bei Mütterchen Russland. Da scheinen die Russen viel eher erkannt zu haben, welche Informations- und Wirtschaftsmacht elektronisch abläuft.

Kritisch ist allerdings anzumerken, dass Russland nicht in allen Bereichen als wirkliche Demokratie bezeichnet werden kann. Etwa ist das Presserecht öfter einmal durch Gummiknüppel oder im schlimmsten Fall durch Projektile eingeschränkt. Auch in Sachen illegalem Datenklau stehen die Russen den Chinesen in nichts nach. Die Übergänge zwischen Staat und Wirtschaft sind fließend.

Kann man nur hoffen, dass demnächst Ex-Kanzler Schröder auch dort einen Beratervertrag bekommt, damit die Effizienz illegaler Aktivitäten und von Zensur auf Null reduziert wird ;-).

2007 : weitere CeBIT Trends

Aus diversen Meldungen der Deutschen Messe weitere Trends zur CeBIT 2007:

Was man alles mit RFID-Etiketten machen kann, zeigt das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz: Ein zunächst unscheinbar anmutendes Regal entpuppt sich hier beispielsweise als echter Weinkenner. Wird eine Flasche entnommen, erscheinen auf dem am Regal befindlichen Monitor detaillierte Informationen zur Herkunft des Weines und seines Geschmacks. Darüber hinaus gibt der „virtuelle Sommelier“ Auskunft über die aktuelle Temperatur des edlen Tropfens, sagt ob er gekühlt werden muss und rät zum Dekantieren, falls der Rotwein geschüttelt wurde. Möglich wird diese virtuelle Weinberatung durch einen RFID-Chip und verschiedene Sensoren, die sich an den Weinflaschen befinden und ihre Informationen an das im Regal versteckte System senden. Halle 9 B40

Ein Prada Design Handy gibts bei O2. Es wiegt nur 85 Gramm, braucht nur noch wenige Tasten, gesteuert wird es über das berührungsempfindliche, extragroße Display. Leuchtende Icons machen die Bedienung ganz einfach. Wird das „KE 850“ nicht benutzt, verschwinden diese Icons, und das Handy kommt wieder im edlen Schwarz im modischen Prada-Chic daher. MP3-Player, Kamera etc. sind selbstverständlich auch drin. Halle 26 C32

Easy Laptopping mit Samsung. Der Samsung Q1b wiegt mit 759 Gramm weniger als ein Kilogramm und ist damit laut Hersteller der leichteste UMPC weltweit. Das handliche Power-Paket, jetzt erstmals auf der CeBIT zu sehen, bietet in dieser zweiten Generation ein deutlich helleres und kontrastreicheres 7-Zoll-Display, das auch bei Sonneneinstrahlung noch gut erkennbar bleibt. Halle 1 B41

DigiSafe“ und „DiskCrypt“, die beide von ST Electronics präsentiert werden, sorgen für Sicherheit bei Laptops. Mit „DiskCrypt“, einer USB-Harddisk mit Verschlüsselungsmodul, werden sämtliche Daten auf der Festplatte des Notebooks automatisch verschlüsselt. Neue Daten werden zudem bereits bei der Eingabe in Echtzeit codiert. Neben der Sicherung der Daten auf der Festplatte schützt „DigiSafe“ das Notebook auch vor Fremdnutzern: Wird der mobile Rechner neu gestartet, verlangt das System vor dem Start des Betriebssystems nach einem USB-Stick mit Code-Schlüssel und einem Passwort. Nur wenn beides stimmt, startet der Rechner. Halle 2 C08

Klamotten für den iPod? Ja, er wird bei Urban Tool in Kleidung integriert. Die großzügig aufgemalten Knöpfe für das Musik-Gerät befinden sich am linken Rippenbogen und können über Sensoren, die im Stoff eingearbeitet sind, durch einfaches Berühren über die T-Shirt -Oberfläche bedient werden. Laut Hersteller ist dieses T-Shirt, das über ein textiles Interface zur Steuerung von Elektronik dient, erstmals auf der CeBIT 2007 in Hannover zu sehen. Die tragbare Technologie ist bei 30 Grad in der Maschine waschbar – aber bitte iPod vorher entfernen. Halle 25 D34

Das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen präsentiert auf der CeBIT 2007 eine Mini-Kamera, die mit 4 x 4 x 8 Zentimetern kleiner als eine Seifenschachtel ist. Sie findet sowohl im engen Rennauto-Cockpit als auch auf dem Helm eines Skispringers Platz. Einen weiteren Sprung schaffte die Kamera „MicroHDTV“ mit einer extrem hohen Auflösung ins High Definition TV (HDTV). 60 Bilder pro Sekunde kann die Mini-Kamera produzieren, die über lokale Netzwerke auch auf dem Notebook oder am PC empfangen werden können. Letztens hatte Web 3.0 ja schon eigene Fernsehsender im Internet prognostiziert…….. Halle 9 B36

Heiteitei, jetzt gibt es elektronische Mode in Form eines Luxus-Laptop. Nur ein Kilo wiegt das ultraleichte „U1F“-Notebook von ASUS. Der Notebook-Deckel ist mit schwarzem Klavierlack überzogen, die Handauflage mit Rindsleder!!! gepolstert. Das Luxus-Gerät für Elektronik-Ästheten ist mit einer Edelstahl-Kante abgerundet und läuft standardmäßig mit Vista. Halle 2 A12

Das Max Planck Institut für Informatik zeigt, wie schlanke Menschen nach einer Gewichtszunahme aussehen würden. Außerdem lassen sich durch das neue Verfahren auch Gefühlsregungen in Gesichtern erzeugen. Mona Lisa kann so zum Beispiel nicht nur lächeln, sondern auch richtig lachen. Auch möglich: Man(n) wird zur Frau. Rein elektronisch, also nicht mit schnippeln ;-). Halle 9 B40

Komplizierte Technik? Nö. Ein Beispiel dafür ist die „Easy Box“ des Telefonanbieters Arcor – zu sehen auf der CeBIT 2007. Die Box verbindet automatisch per Kabel oder drahtlos vier Geräte – Computer, Laptop, IP-TV-Settop-Box und das Dual-Mode-Telefon. Das Ganze funktioniert per Sprachsteuerung – eine dicke, schwer verständliche Bedienungsanleitung braucht man nicht mehr. Soll sogar von Consultingfirmen und Werbeagenturen installiert werden können ;-). Pavillon P32 A01

Gut eingefahrene Software preiswert: Statt neuester Entwicklungen gibt es auf dem Stand der usedSoft GmbH auf der gebrauchte Software. Genauer gesagt: Das Unternehmen bietet Firmen und Behörden die Möglichkeit, Software aus zweiter Hand zu kaufen. Laut Anbieter lassen sich so bis zu 50 Prozent vom Neupreis sparen. Die Software kommt aus Insolvenzen, Umstrukturierungen oder Geschäftsaufgaben. Interessanter Ansatz, aber spätestens bei der Einrichtung einer Warenwirtschaft oder eines CRM kommen noch einige Kosten hinzu. Bitte auch daran denken. Halle 4 F46

Also, zusammenfassend: die digitale Welt wird (ist) selbstverständlich. Man konzentriert sich nicht mehr nur auf eine technische Lösung, sondern bietet Mehrwerte, LifeStyle und Mode an. Davon leben ja länger schon die teuersten Großserien-PC der Welt: Apple. Ich frage mich nur, wann der erste Ehering mit eingebautem MP3-Player kommt 😉