Die werden aber langsam echt dreist……das gelbe Branchenbuch…

……und nerven jetzt schon wieder munter mit Spam. Diese Schrottfirma agiert u.a. von den Marshall-Inseln aus und bietet mE NULL Gegenwert fürs Onlinemarketing – und das für 65 EUR pro Monat. Das Gelbe Branchenbuch geistert seit geraumer Zeit durch die deutsche Geschäftswelt und versucht massenhaft, Unternehmer, Gewerbetreibende und Freiberufler zu übervorteilen. Ergo: Das hier ist Müll und Sie können die entsprechende Mail ebenso wegschmeißen, wie die zuvor versendeten Briefe des Gelben Branchenbuch.

c/o Geschäftsführung

Sehr geehrte Firma Georg u, Christine Grohs Onlinemarketing,
sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß EU Dateninformationsrecht (u. a. Direktive 2002/58/EG) teilen wir Ihnen mit, welche Daten in der Datenbank des Gelben Branchenbuchs öffentlich zu Ihrer juristischen Person einsehbar sind.

Firmenname: Georg u, Christine Grohs Onlinemarketing
Firmenzusatz:
Branche: 9980 Sonstige
Anschrift: Brabanter Str. 153, 41751 Viersen
Telefon: 02162-XXXX
Telefax:
E-mail: XXXX
URL (Web): kein Eintrag

Es wird darum gebeten, diese Daten und ebenso die Datei im Anhang zu prüfen. Sofern Interesse am Offerierten besteht, kann der Anhang per Fax an die folgende Rufnummer zurückgesendet werden: 0060 321 784 397.

Hochachtungsvoll
Das Gelbe Branchenbuch

Möchten Sie keine E-Mails mehr von uns erhalten? Dann senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Verwendungszweck „KeinMail“ an info@gbmailinx.net

Lust auf noch mehr Werbemüll?

Das scheinen unsere Politiker als Wunsch des Volkes zu verstehen. Es gibt jetzt schon diverse Mechanismen, mit denen man hart an der Grenze des Datenschutzes den Adresshändlern Sonderrechte einräumt. Das wurde sogar schon ins Datenschutzgesetz eingewebt und dieses damit verbessert, äh, verwässert.

Die Adresshändler haben aber offensichtlich noch ein paar weitere Büttel gefunden, die ihnen noch mehr entgegen kommen wollten. In rekordverdächtigen 57 Sekunden winkte das Parlament ein Gesetz durch, dass es zukünftig den Adresshändlern noch einfacher machen wird, den Bürger mit Werbemüll zu beglücken sowie elegant noch diverse Datenabgleiche ermöglicht.

Worum gehts bei dem Gesetz? Recht einfach. Adresshändler und Werbetreibende können munter die Daten von den Meldeämtern verwenden.  Getarnt war dieser Mechanismus als „Fortentwicklung des Meldewesens“.

Sieht man sich jetzt einmal an, was sowieso schon an Datenschleudern unterwegs ist, bringt dieses Gesetz noch das i-Tüpfelchen für eine totale Werbebeglückung der Bürger. In wie weit dies dem Interesse der Bürger dient oder ein Hofknicks vor den Interessen der Adresshändler ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

EU-Parlament stoppt ACTA

Das ist mal eine richtig gute Nachricht. Gerade hat das EU-Parlament die mehr als umstrittene Gesetzesvorlage ACTA gekippt. Was an sich lobenswert ist, nämlich ein berechtigter Schutz des Urheberrechts, wurde in ein geradezu monströses Verwaltungsmuster und einige merkwürdige Schwerpunkte gegossen. Und genau dies hat jetzt das Europäische Parlament schlichtweg nicht ratifiziert.

Damit ist der Schlusstrich gezogen.

Anstelle mit komischen Ansprüchen zu hantieren, wäre mir eine möglichst einfache Vergütungsform für den Urheber von Musik, Texten und Bildern sehr viel lieber – idealerweise unter Ausschaltung von so etwas wie GEMA, VG Wort und zig anderen Institutionen, die m.E. alle in der Wertschöpfung nur zusätzlich die Hand aufhalten.

Anders sieht es für mich beim Schutz von Produktrechten aus. Wer etwas teuer entwickelt hat, sollte diese Entwicklung auch ganz normal vermarkten können. Ohne, dass in kürzester Zeit der Markt mit Billigkopien aus China überschwemmt wird. Hier sehe ich bei den bisherigen Entwürfen noch massive Schwächen.

Entwicklung und Arbeit muss sich auch weiterhin lohnen aber für mich war ACTA ebenso weit übers Ziel hinaus geschossen, wie auf der anderen Seite die Verfechter einer totalen Liberalisierung.

Jetzt hat man jedenfalls Zeit, sich einmal vernünftig Gedanken zu machen und erst einmal eine realitätstaugliche Lösung in den Wirtschaftsräumen Europa und Amerika zu schaffen – mit genügend Schutzmechanismen gegen die Kopier- und Klautruppen aus Fernost.

Entwicklungen

Ein paar Entwicklungen laufen sehr gut. Da steckt richtig viel Arbeit drin und zusammen mit dem Know-How passt alles. Währenddessen hats mit den letzten Google-Updates einige Webseiten ganz böse erwischt. Da rotieren gerade die SEOs und deren Kunden wie blöde. Einzigartige Inhalte, eine seriöse Verlinkung und dergleichen punkten eben deutlich besser als Linkfarmen, Gesülze und Pseudo-Social-Media. Ich bin zufrieden

Das Listenprivileg der Adresshändler

Was, kennen Sie nicht? Ist ganz einfach. Das ist der Grund, weshalb viel ungefragte Werbung ankommt oder auch Verbraucher wie Geschäftsleute durch lästige Telefonanrufe genervt werden. Im Datenschutzgesetz gibt es im Paragraph 28 und 29 zwei kleine, unfeine Ausnahmen über die Verarbeitung und die Verwendung von Daten. Diese kommen eigentlich nur einer Branche zugute, nämlich den Adresshändlern.

Worum es genau geht und wie das funktioniert, ist schnell erklärt. Verschiedenste Firmen sammeln Daten über Verbraucher und Firmen. Mal aus öffentlichen Quellen wie dem Telefonbuch, mal anders. Auch aus Internetseiten und teilweise sogar halböffentlichen Einrichtungen werden munter Datenpakete gefertigt. Und genau diese gesammelten Daten werden werbewütigen Firmen gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt. Ein beliebtes Mittel ist dabei auch die Adressanmietung. Ein Besitzer von sehr vielen Adressdaten stellt leihweise seine Datenbestände zur Verfügung, die dann für Werbebriefe, Katalogzusendungen oder auch die Werbung für Zeitschriftenabos verwendet werden.

Vor einiger Zeit sollte dieses sogenannte Listenprivileg aufgehoben werden. Dagegen liefen beispielsweise der Deutsche Dialogmarketing Verband, der Bundesverband des Deutschen Versandhandels oder auch die Zeitschriftenverleger Sturm. Prompt knickte die Politik ein und anstelle der Streichung des Listenprivilegs wurde eine windelweiche Version zum Gegenstand des Datenschutzgesetzes.

Die Piratenpartei wendet sich gegen das Listenprivileg und dürfte damit der Mehrheit genervter Bürger entsprechen. Meines Erachtens sollten die etablierten Parteien einfach die Ausnahmegenemigung kippen. Sie bringt viel Ärger und produziert unnütz Papier. Zumal sich eine Menge Werbefirmen und Callcenter nicht richtig an die an sich schon laschen gesetzlichen Vorgaben halten. Letztens hatte ich doch wieder ein paar Callcenter-Anrufe, die mir nicht sagen wollten, woher sie meine Daten haben. Eigentlich sind sie bei Strafandrohung gesetzlich verpflichtet, dies mitzuteilen, wenn ich danach frage. Daher mache ich jetzt Folgendes: bei ungefragten Anrufen von Callcentern und dergleichen, werde ich die Nummer einfach mal in eine Rückwärtssuche eingeben und dann fröhlich im Blog darüber berichten. 😉