NPD pöbelt auch im Internet primitiv herum – Zeca Schall

Die NPD ist ja nun wirklich nicht nur mit der geistigen Elite Deutschlands durchsetzt. Im braunen Sammelbecken finden sich viele Frustrierte, Arbeitslose und auch perspektivlose Menschen, die nicht unbedingt zu den Leistungsträgern Deutschlands zählen. Kann man bereits sagen, dass rechte Splittergruppen und die Linke oft den Sumpf der Gesellschaft bedienen? Egal.

Zurzeit fährt die NPD eine sehr unappetitliche Kampagne gegen einen deutschen Politiker der CDU. Der Mann hat aus NPD-Sicht einen Riesenfehler: Er ist schwarz.

Zitat NPD-Seite

„Gute Heimreise, Zeca Schall

Die NPD-Thüringen wird morgen in der Hildburghäuser Apothekergasse das direkte Gespräch (ist das eine Drohung, frage ich mich?) mit dem CDU-Quotenneger Zeca Schall suchen, der derzeit auf Großplakaten der Regierungspartei die multikulturellen Zukunftsvorstellungen für den Freistaat verkörpern soll.

„Thüringen muß deutsch bleiben. Wir danken Zeca Schall für seine Hilfe als Gastarbeiter in Thüringen. Heute wird er jedoch nicht mehr benötigt, weshalb wir ihn direkt dazu animieren wollen, in seiner Heimat Angola mit den hier eingezahlten Sozialversicherungsbeiträgen ein neues Leben zu beginnen. Angola braucht Zeca Schall und hier gibt es mehr als 100.000 Thüringer, die Schalls Arbeitsplatz gut gebrauchen könnten“, begründete Landeswahlkampfleiter Patrick Wieschke den avisierten Dialog.“ “

Zitat Ende

Alleine schon der Begriff Quotenneger sowie das „direkte Gespräch“ lassen einen nachdenklich werden. Man weiß ja, was man vom Niveau bei der NPD erwarten kann. Dort zählen deutsche Tugenden wie: nicht funktionierende Wirtschaftsmodelle anpreisen, immer sind die Anderen schuld an aktuellen Problemen, Springerstiefel tragen obwohl es zu einem Job bei der Bundeswehr nicht reicht, ggf. Biersaufen und dumme Parolen plappern, usw.. Mithin genau so wenig tragfähige Lösungen, wie sie die Marktschreier der Linken anbieten. Unbelehrbar.

Die Polizei und Staatsanwaltschaft kümmern sich aktuell um die NPD-Kampagne. Käme ja noch doller, wenn Deutsche – und damit meine ich ausdrücklich Herrn Schall – von dahergelaufenen Splittergruppen ohne Konsequenzen dumm angemacht werden können.

Symantec Studie

Das kann man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, aus Meldungen von Symantec:

Deutsche Internetnutzer: Angsthasen oder kluge Skeptiker?

Schweigen im Netz – laut Symantec Studie Norton Online Living Report halten Risiken die Deutschen von maximaler Nutzung der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten ab – nicht von ungefähr

Die Deutschen gelten generell als skeptisch. Ehe sie etwas an- bzw. übernehmen, wägen sie Vorteile und Risiken sorgsam gegeneinander ab und gehen im Zweifel eher auf Nummer Sicher. Das gilt auch für die virtuelle Welt – was sich im Rahmen des Norton Online Living Report von Symantec1 vom März dieses Jahres zeigt. Untersucht wurden hier die Ansichten und Gewohnheiten von Menschen verschiedener Nationen bei der Nutzung von Online-Kommunikationsmöglichkeiten. Ergebnis: Obwohl die deutschen User die Möglichkeiten des Internets kennen und durchaus schätzen, gebrauchen sie diese längst nicht in vollem Umfang. Grund sind vor allem die zahlreichen Gefahren wie Datenklau, die im Netz lauern und immer mehr auch ganz „normale“ Webportale und Social Network-Seiten betreffen. Aber mit einigen Maßnahmen, können User die Gefahren zu einem guten Teil abwehren.

Wer hätte es gedacht? Die Deutschen würden am wenigsten von allen Dingen auf das Internet verzichten – im Unterschied beispielsweise zu US-Bürgern oder Franzosen, denen das Auto im Alltag am wichtigsten ist. Die Menschen hierzulande wissen also die „Segnungen“ des Netzes durchaus zu würdigen. Besonders schätzen sie dabei die Mittel und Wege, die das Internet ihnen zur Pflege oder sogar Intensivierung von sozialen Kontakten bietet. 43 Prozent halten regelmäßigen Online-Kontakt zu Familienmitgliedern sowie zu Freunden und Bekannten, wie der Norton Online Living Report vom März zeigt. Selbst innerhalb der Kernfamilie ist das Netz für einige Familien ein reguläres Kommunikationsinstrument, das – wie das Telefon – regelmäßig genutzt wird.

„Lieber nicht…“ – Angst vor Risiko überwiegt
Im internationalen Vergleich gehören die Deutschen jedoch zu den eher zurückhaltenden Internet-Nutzern – im Unterschied z.B. zu US-Amerikanern, Brasilianern, Japanern und Briten. Am liebsten und häufigsten verbringen die Deutschen ihre Zeit doch noch „live“ miteinander. Die Hälfte aller Familien hält zudem einen internetfreien Tag pro Woche ein – auch ein Zeichen der Distanz zur befürchteten Allgegenwart des Cyberkosmos. Darüber hinaus misstrauen hierzulande mehr als doppelt so viele Menschen wie in anderen Ländern neuen kommunikationsrelevanten Webapplikationen oder -seiten. Auch bereits etablierte Kanäle werden mit einiger Vorsicht genutzt: Ein Drittel nimmt prinzipiell keine Foto-Sharing-Angebote in Anspruch, was mehr ist als in allen anderen untersuchten Ländern. Generell überwiegen für mehr als ein Viertel der Deutschen die Risiken des Internets seine Vorteile – auch das ist deutlich mehr als in anderen Ländern. Insbesondere im Bereich Online-Shopping zeigt man sich hierzulande skeptisch: Eine aktuell vom Sicherheitsexperten Symantec in Auftrag gegebene Studie des Markforschungsinstituts Emnid belegt, dass die Deutschen erhebliches Misstrauen in den Schutz ihrer persönlicher Daten haben. Im klassischen Notensystem reichte es in Punkto Sicherheit nur für die Gesamtnote 4,4 für Online-Shops. 29 Prozent der Befragten straften die Händler im Internet gar mit der Note 6 ab.

Berechtigte Skepsis: Online-Handel mit geklauten Daten wächst schwunghaft an
Insgesamt sind die Deutschen aber keineswegs technikfeindlich. Das legt den Schluss nahe: Wenn sie sich im Internet wirklich sicher fühlten, würden sie die Möglichkeiten des World Wide Web noch wesentlich intensiver nutzen. Die Skepsis kommt aber nicht von ungefähr: „Es geht den Hackern nicht mehr um Zerstörung. Heute überwiegen professionell agierende Betrüger, die einzig zum Ziel haben Daten der Anwender zu stehlen und diese wiederum zu verkaufen. Wir sprechen hier also von einem „schwunghaften Handel“ im Internet mit gestohlenen Kreditkarten, Bankkontodaten, Zugangscodes usw. Da ist eine frisch geklaute Kreditkartennummer schon ab etwa einem Euro zu haben. Nicht weniger als knapp 45.000 Angebote an sensiblen Informationen wie Kreditkartennummern, Kontozugangsdaten oder Passwörtern wurden in 2008 in Schwarzmarktforen gehandelt.

Goolux – eine neue MLM-Masche?

In der letzten Zeit tummeln sich einige Leute auf meinem Profil in Xing, die Goolux machen. Genauer: Ich bekomme Kontaktanfragen, die erst mal wie die Katze um den heißen Brei eiern und dann irgendwann mit dem Stichwort Goolux rausrücken.

Da habe ich mir doch mal gleich die Präsentation angesehen und werde nicht ganz schlau. Networking soll es sein, neues Internet Marketing. Und man bekommt Provisionen, wenn man andere für Goolux wirbt. Frage: Ist das Multi Level Marketing? Also, wenn man geworben wird, munter andere wirbt und dann Kohle bekommt?

Es soll Kontaktverwaltung und diverse andere Funktionen geben. Schön, die gibts auch anderswo. Mir erschließt sich zurzeit nicht, wo der Mehrwert für mich liegen soll. Es geht auch irgendwie um Internet Marketing und Networking. Auch hier werde ich nicht ganz schlau, da ich Online Marketing ja nun schon ein paar Jahre betreibe. Ich verstehe nicht, wo für mich ein Mehrwert liegen soll, außer bei einem irgendwie gearteten Verdienst durch die Werbung neuer Mitglieder.

Das wiederum sehe ich nicht ein. Wer gutes Online Marketing beherrscht, klingelt nach meiner Erfahrung nicht wie ein Klinkenputzer bei Xing an. Ich kann derweil den möglichen Mehrwert für „normales“ Online Marketing nicht wirklich qualifizieren, da die Seiten teilweise beliebig austauschbar sind und keine starke Verlinkung aufweisen. So habe ich mir mal den Spaß erlaubt, die Begrüßungsseite eines „Werbers“ bei Goolux aufzurufen. Da ist ein Zahlencode angehängt. Ändert man den willkürlich, begrüßt einen jemand ganz anderes – der Server und der Inhalt bleibt gleich. Das ist nicht sooooo prickelnd für SEO.

Auch frage ich mich, was gekonntes Online Marketing mit einem System zu tun haben soll, welches nach meinem Geschmack ähnliche Mechanismen verwendet, die von Multi Level Marketing, Strukturvertrieb bekannt sind. Ist das jetzt so eine Art Schneeballsystem mit dem Aufhänger Boombranche Online Marketing oder was?

Im Online Marketing wird man dafür bezahlt, dass man etwas macht. Logisch, gute Online Marketer sind selten. Warum soll ich also bei Goolux mitmachen und einen Verdienst durch die Werbung neuer Mitglieder erreichen und außerdem vorher noch indirekt diejenigen verdienen lassen, welche über mir in der Hierarchie oder Anwerbungsgeschichte hocken? Da mache ich lieber eigene Projekte oder normale Kundenaufträge.

Dubli.com – die Wandlung des Auktionshauses ähnlich Swoopo

Da habe ich doch mal nachgesehen, was sich so bei Dubli tut. Angetreten war der Verein ja mit dem Anspruch, eine Konkurrenz zu ebay sein zu wollen. Dafür musste man erst mal Eintritt bezahlen in Form einer Jahresgebühr, siehe diesen alten Bericht über Dubli. Das hat wohl nichts gegeben, die von den Dubli-Mitgliedern vehement angekündigten Werbemaßnahmen wie Fernsehspots habe zumindest ich nirgendwo gesehen.

Heute veranstaltet Dubli auch so eine Art Auktion. Das Perfide dabei: um überhaupt erst mal mitbieten zu können, muss man sich Gebotsrechte kaufen. Richtig gelesen. Zwar kostet ein Gebot nur einen recht geringen Betrag, aber es ist eben kostenpflichtig. Mit anderen Worten verdient hier jemand bei jeder Aktion der Mitbieter.

Es kann Dubli daher weitgehend scheißegal sein, zu welchem Kurs meinetwegen eine Kamera oder ein dicker Fernseher verkauft wird. Hauptsache ist, dass sich genügend Interessenten finden, die Gebote platzieren. Wie gesagt, bei jedem Gebot klingelt die Kasse.

Swoopo.de ist ähnlich drauf. Auch hier läuft nichts ohne kostenpflichtig erworbene Gebotsrechte. Auch hier können vermeintlich Superschnäppchen gemacht werden. Swoopo ist dabei eine der bekannteren Plattformen – Dubli läuft im Countdown, Swoopo in Auktion. Aber nehmen wir mal das Prinzip der kostenpflichtigen Gebote allgemein, nicht auf einen Anbieter bezogen und machen wir mal eine fiktive Beispielrechnung auf.

Angenommen, eine Kamera kostet 500 Euro Ladenpreis, eingekauft wird sie vom „Auktionshaus“ für 400. Dann verteilt man Gebotsrechte zu 20 Cent das Stück. Ist ja nicht viel. Nun legt man die Schrittweite der Auktionen auf 10 Cent. Oder man sagt: der niedrigste Preis, welcher nur einmal (von den vielen Geboten) eingestellt wird, bekommt den Zuschlag.

Ab 200 Euro Verkaufspreis macht das Auktionshaus Gewinn. Einfach, weil zum Verkaufspreis noch die vielen Bieter jeweils den Preis für ihre Gebotsrechte zusätzlich entrichtet haben. Stückelt man die Auktionsschritte noch weiter herunter, meinetwegen 5 Cent, gibts für das „Auktionshaus“ noch mehr Schotter durch mehr Gebotsgebühren. Sozusagen alles freiwillige Spenden der vielen Bieter.

Läuft die Auktion rückwärts oder erfolgt der Zuschlag beim niedrigsten einmalig abgegebenen Gebot, ist der Gewinn oft noch größer. Man hat den Listenpreis als Veranstalter wohl auf jeden Fall sicher. Und wenns abwärts geht, erhöht sich bei geschickter Wahl des Gebotsrechts jedesmal der Kontostand. Vermeintlich wird es billiger, in der Summe drücken die Mitbieter (oder sollte man sagen: Opfer?, da bin ich mir nicht ganz sicher) kollektiv einen viel höheren Preis ab, als das Ding im Fachhandel kostet.

Funktionieren kann so etwas nur durch die Gier nach Schnäppchen. Man könnte ja mal Glück haben und setzt ausgerechnet dann das letzte oder einmalige Gebot ab, wenn der Rest der Welt pennt. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Welt und auf ihr zig Millionen Internetnutzer kollektiv pennen, mag sich jeder selbst ausmalen. Ich halte die Wahrscheinlichkeit für so einen Glückstreffer für verdammt niedrig. Vielleicht sollte man derartige Auktionen ja eher als kostenpflichtiges Unterhaltungsprogramm betrachten, immerhin gibts eine, wenn auch für mich persönlich reichlich müde, Spannung beim Bieten.

Das Geschäft floriert mit der Hoffnung auf einen Treffer und der Gier nach einem Schnäppchen. Aber wie sagt man so schön: Gier frisst Hirn. Das beweisen täglich die fleißigen Mitbieter.

Piratenpartei – zugelassen zur Wahl

Na guck mal einer an. Da entsteht binnen relativ kurzer Zeit eine neue Partei, welche in den meisten Bundesländern auch direkt die Zulassung zur Wahl geschafft hat.

Zwar wird die Piratenpartei wahrscheinlich nicht an der nächsten Regierung mitwirken, jedoch zeigt die Schnelligkeit dieses Phänomens meines Erachtens mehrere interessante Aspekte auf.

Zunächst einmal scheinen eine ganze Menge Menschen unzufrieden mit der bisherigen Politik. Für mich persönlich kein Wunder, da ich viele Politiker dieser Generation für absolut austauschbare Parteisoldaten mit sehr unscharfem Profil und noch weniger Charakter halte. Die Programme, welche sie vertreten, sind irgendwo zwischen noch knapp bodenständig und hilfloser Träumerei sowie Demagogie angesiedelt (Linke, rechte Randgruppen). Davon hat die Informationsgesellschaft offenbar die Nase gestrichen voll und setzt einen Gegenakzent.

Die Organisation ist bedeutend flexibler als die straffe Meinungsführung bei den etablierten Parteien. Sie kann viel schneller Impulse aufgreifen und teilweise mit den Techniken des Web eine Konzentration auf Themen erreichen. Logisch, dass die Internetkommunikation eine große Rolle spielt. Immerhin dreht sich einiges der Themen bei der Piratenpartei auch um Informationsaustausch sowie den Zugang zu Informationen. Wie das in einer Wertung zwischen politischem Anspruch, Philosophie und dem Spaßfaktor der Informationselite aufgehängt wurde, ist bemerkenswert.

Da zudem die Mobilisierungsmotivation für den Gang zur Wahlurne vergleichsweise hoch sein wird, könnte schon für die Piratenpartei ein Prozentchen zusammenkommen. Anstelle das Phänomen einfach zu belächeln und abzutun, wäre ein scharfes Hingucken der Etablierten empfehlenswert. Sowohl in inhaltlicher Auseinandersetzung, wie auch beim Phänomen der Mobilisierung. Offensichtlich sind die Piraten noch frisch und irgendwo auch leistungsbereit. Natürlich wird es auch hier langfristig Machtkämpfe geben, Sesselgerücke und die im politischen Leben wohl unvermeidbaren Seilschaften bis hin zur Machtkorrumption der Protagonisten.

Trotzdem können die Piraten in ihrer Anfangszeit eine Eigenschaft aufweisen, welche den anderen Parteien abhanden gekommen scheint: die Fähigkeit zur Erneuerung. Persönlich finde ich, dass diese Eigenschaft wieder etwas stärker gegenüber Machtspielchen und peinlichen Persönlichkeiten mit Pattex am Hintern zwecks Ämterbesetzung und -wahrung betont werden sollte.

Man könnte sagen, dass die Piraten erst mal einen Warnschuss abgeben. Hoffentlich hören die Volks(ver)treter den Knall.