Offiziell: ebay Chef Groß-Selbeck geht zu Xing

ebay Chef Groß-Selbeck wechselt zu Xing

Seit dem 20.11. kochten die Gerüchte. Der Chef von ebay Deutschland, Stefan Groß-Selbeck, verlässt ebay und wird ab 15.01.2009 neuer CEO von Xing. Damit ist eine Ära bei ebay Deutschland zu Ende. Groß-Selbeck leitete ebay auf Erfolgskurs und erreichte sehr gutes Wachstum. Man hörte jedoch von zunehmenden Diskrepanzen zwischen Amerika und Deutschland über die Ausrichtung des Geschäfts. Was derweil beim Umsatz von ebay passierte, wissen Sie selbt. Der Gründer und bisherige Chef von Xing, Lars Hinrichs, wechselt in den Aufsichtsrat.

P.S. Groß-Selbeck ist schnell. Als ich Powerseller Gold erreicht hatte, wurde ich 2005 nach Berlin zum IFA-Event von ebay eingeladen. Im Hangar des Flughafen Tempelhof hatten die eine komplette Kartbahn aufgebaut. Trotz leckerer Drinks wurden sehr schnelle Rundenzeiten gefahren, u.a. vom ebay-Chef ;-).

Mir ist fast die Hutschnur geplatzt, es wird immer toller mit Beratern

Was Berater so an Referenzen angeben – und was dahinter steckt

Vor langer, langer Zeit, man schrieb das Jahr 2001, hatte ich die Projektleitung bei einem Relaunch eines Internetshops für 2002. Zwei Berater tauchten auf, denen meines Erachtens sowohl Hands-On Wissen, als auch strategische Konzeption von E-Commerce völlig fremd waren. Was sie jedoch nicht davon abhielt, eine Präsentation beim Chef der Firmengruppe zu veranlassen, in der ein Shopanbieter eine meiner Meinung nach äußerst optimistische Lösung vorstellte, während drei gute Kandidaten von mir in einer umfangreichen Ausschreibung ausgewählt worden waren. Muss man erst mal ungläubig staunen und setzen.

Ok, der Firmenchef ist für mich eher ein Marketingmann und konnte damals noch nicht mal Emails lesen. Jedoch klebte er an den Lippen der mit reichhaltiger Erfahrung aus einem großen Versandhaus gesegneten Berater. Die haben dann nach meinem Geschmack eine perfekte Show abgezogen, guter Cop, böser Cop, wo Chefe der Schuh drückte mitleidig genickt und ihre kollektive Empörung über die Probleme des Chefs kundgetan. Währenddessen waren sich Dienstleister und viele Mitarbeiter einig, dass die Berater nichts konnten. Toll. Ruhig bleiben, hin setzen.

Nun stolpere ich über genau diese Firma im Internet. Und dort wird, schwammig formuliert, eine Referenz genannt. Ahaaaa, war aber meine Arbeit. Und mit diesen Beratern hatte ich nun wirklich nichts freiwillig zu tun. Wird ja immer toller, da setzer sich erst mal einer auf den Hosenboden, bevor einem der Kragen platzt.

Gut, später gingen die Berater zur direkten Konkurrenz. Ob sie dort das frisch erworbene (Halb?)Wissen anbrachten, vermag ich nicht zu sagen. Ich finde es aber dreist, mit welcher Lorbeer sich die Berater präsentieren, die jetzt auf ihrer Homepage jahrelange Erfahrung anderer angeben. Noch toller. Naja, da mache ich mal wieder den Hinsetzer.

Aber gute Frisuren und eine ausgefeilte Diktion hatten sie.

P.S. Einer der Gründe, weshalb keine knackigen, aktuellen Informationen zum Online Marketing mehr hier veröffentlicht werden, sind genau diese Berater. Bin mal gespannt, was die ohne Hilfe und Quellen anderer machen………..

Green IT im Kommen, 3Com macht mit

Presseinfo von 3Com:

3Com fördert die Energieeffizienz in der IT

Mit Hilfe von 3Coms hochwertigen zukunftssicheren Netzwerklösungen können Unternehmen aus Weniger Mehr machen

Aschheim bei München – 24. November 2008 – In unserem heutigen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ist es erforderlich, dass Unternehmen bei Netzwerklösungen und Business-Enablement-Initiativen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Von CIOs wird erwartet, dass sie mit ihren IT- und Netzwerk-Investitionen einen höheren Nutzwert erzielen. In diesem Zusammenhang hat 3Com, Fördermitglied des Konsortiums „The Green Grid“, mehrere Vorschläge vorgelegt, wie Unternehmen ihre Netzwerkinfrastruktur deutlich effizienter gestalten können.

Laut eines neuen White Papers des Branchenanalysten IDC ist das Netzwerk im Unternehmen einer der wichtigsten Faktoren für nachhaltige IT, angefangen von der Versorgungskette über bessere Kommunikation bis hin zu höherer Produktivität der Belegschaft. Heute ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, die Energiekosten für die Stromversorgung in europäischen Rechenzentren, immerhin sechs Milliarden Dollar im Jahr 2007, drastisch zu senken.

3Com’s Regional Sales Director Central Europe Jörg Kracke, zeigt Möglichkeiten auf, wie ein Unternehmen von energieeffizienten Netzwerken profitieren kann:

* Umstieg auf SIP basiertes Voice over IP und Video Conferencing, um Kosteneinsparungen durch Telefon- und Videokonferenzen auszunutzen. Laut einer neuen Studie von IDC verwenden lediglich 32 Prozent aller Unternehmen VoIP, und nur 15 Prozent aller Meetings werden als Telefonkonferenzen abgehalten. Das bedeutet, dass Reisekosten durch eine effiziente IP-basierte Kommunikation erheblich reduziert werden können. Es ist darüber hinaus sicherzustellen, dass die Netzwerkbandbreite auch für Videoübertragungen ausgelegt ist, um durch Nutzung von Videokonferenzen weitere Reisekosten einzusparen. Derzeit werden nur neun Prozent aller Meetings als Videokonferenz abgehalten.

* Nutzung eines performanten und energieeffizienteren Ethernets unter Berücksichtigung des Standards IEEE 802.3az, der im Jahr 2010 verabschiedet wird. Hierdurch wird es möglich sein, nicht benötigte Energie-Verbraucher im Netzwerk abzuschalten.

* Wahl eines Netzwerkanbieters, der eine bessere Energieeffizienz auf Chip-, Speicher- und Stromversorgungsebene bietet. Da der Energieverbrauch von Netzwerkkomponenten mit jeder neuen Prozessorgeneration im Vergleich zu PCs oder Servern stärker verringert wird, ist der Einfluss auf das Budget entsprechend größer.

* Integration von Netzdiensten und –anwendungen, wie z.B. WAN Optimierung in das Netzwerk um Betriebseffizienz sicherzustellen und weiteres Einsparpotential zu heben durch Vermeidung unnötiger Hardware und deren Energiebedarf.

* Optimierung der Netzwerkinfrastruktur. Zum Beispiel könnte man durch den Austausch von älteren Switches wie dem 3COM Switch 4924 durch den 3COM Switch 4200G in einem typischen Unternehmens-LAN mit 100 Ethernet-Switches und 2000 Netzwerkknoten rund 163.374 Kilowattstunden Strom einsparen, womit ein Jahr lang ca. 125 Häuser mit Licht versorgt werden könnten.

3Com ist der Meinung, dass die Mehrzahl der Unternehmen aufgrund ihres unvollständigen Ansatzes in Bezug auf „grüne“ Technologien die wirklichen Vorteile von nachhaltiger IT nicht nutzen. Ein ganzheitlicher Ansatz zur Nachhaltigkeit unter IT-Gesichtspunkten kann zu erheblichen Kosteneinsparungen und einer wesentlich höheren Energieeffizienz führen, während gleichzeitig die Auflagen eingehalten werden.

„Unternehmen sollten vermeiden, lediglich Formulare auszufüllen, wenn es um effiziente IT und Netzwerke geht“, erklärt David Law, 3Com Consultant Engineer und Vorsitzender der IEEE 802.3 Ethernet-Arbeitsgruppe und 3Coms Vertreter in „The Green Grid“. „Viele Unternehmen werden zweifellos erst durch gesetzliche Auflagen dazu gebracht, sinnvolle Vorgaben zu erfüllen. Dies kann jedoch zu einer wenig systematischen Vorgehensweise führen, durch die man sich heute und morgen klare Kosteneinsparungen entgehen lässt.“ Oft ist der Energieverbrauch alten Equipments so hoch, dass sich eine Neuanschaffung innerhalb von wenigen Jahren amortisiert. Hierdurch gewinnt der Kunde mehrfach: durch neueste Technologie und Funktionalität, geringsten Stromverbrauch und erneuerte Garantien und Serviceleistungen.

„Hauptaugenmerk der meisten IT-Manager liegt heute auf dem Thema Energie – wie man sie bereitstellen, regeln und einsparen kann“, erklärt Law. „Und dieses Thema gewinnt immer mehr an Bedeutung. IT-Manager müssen sowohl den derzeitigen Energiebedarf als auch die voraussichtliche Änderung dieses Bedarfs berücksichtigen. In den meisten Fällen wird es auf ein Gleichgewicht zwischen kostenbasierten Aspekten und umweltbedingten Überlegungen hinauslaufen“, so Law. Netzwerke ermöglichen eine effizientere Kommunikation und sind daher der Schlüssel zur Verringerung des Energieverbrauchs. Bei einem nachhaltigen Netzwerk geht es darum, den teuren und zeitaufwändigen physischen Verkehr durch digitale Kommunikation und Dienste zu ersetzen, Telearbeitsplätze WAN-technisch zu optimieren und auf Videokonferenzen auszulegen und konsolidierte Rechenzentren miteinander zu verbinden.

Das White Paper von IDC kann unter www.3com.com heruntergeladen werden.

Über The Green Grid

The Green Grid ist ein Zusammenschluss von Unternehmen zur Förderung energieeffizienter Rechenzentren und IT-Umgebungen. The Green Grid befürwortet keine anbieterspezifischen Produkte oder Lösungen, sondern versucht, Best Practices, Metriken und Technologien für die Branche vorzuschlagen, durch welche die Energieeffizienz von Rechenzentren insgesamt verbessert wird. Jedes Unternehmen mit Interesse an der Effizienz des Betriebs von Rechenzentren kann als Fördermitglied oder allgemeines Mitglied beitreten. Allgemeine Mitglieder nehmen an allgemeinen Veranstaltungen von The Green Grid teil, prüfen vorgeschlagene Spezifikationen und haben Zugang zu Spezifikationen für Test-Suites, Entwurfsrichtlinien sowie IP-Lizenzierung. Fördermitglieder haben zusätzlich Teilnahme- und Stimmrechte in Ausschüssen und Arbeitsgruppen. Weitere Informationen finden Sie unter www.thegreengrid.org.

Rechtsanwalt Gerstel und Schmidt Wellness ziehen Abmahnungen zurück

Die Abmahnungen aufgrund der ebay-Panne durch Anwalt Andreas Gerstel und Schmidt Wellness GmbH dürften sich erledigt haben. Bei mehreren Verhandlungen scheiterten die Abmahner vor Gericht. Unter anderem darf der Betreiber von Wortfilter.de, Axel Gronen, die Abmahner Massenabmahner nennen. Zudem erlitt Schmidt Dämpfer vor Gericht, weil die Abmahnungen zurückgewiesen wurden.

Damit ist dieser Spuk erst einmal beendet.

Ein schaler Beigeschmack bleibt für mich trotzdem. Wie kann es sein, dass viele normal agierende Händler durch eine simple, nicht von ihnen zu verantwortende Panne in ebay sofort Abmahnungen kassieren? Meines Erachtens gibt es ein blühendes Geschäftsmodell für Rechtsanwälte und Firmen, die für meinen Geschmack als Komplizen agieren.

Persönliche Meinung:

Schon ein kleiner Fehler in den AGB reicht, damit sich Abmahnanwälte an ihren PC setzen und binnen 5 Minuten ohne jegliche schöpferische oder größere juristische Arbeit einen Abmahntext zusammenzimmern. Da wird dann nur eben noch 20 Mal der Adressat geändert, schon sprudelt die Geldquelle. Zusammen ergibt das einen verdammt guten Stundenlohn für wenig Arbeit, die für mich schon ein paar kriminelle Züge hat, sowie nach ungerechtfertigter Bereicherung riecht.

Wenigstens in zwei Punkten reagiert jetzt der Gesetzgeber. Es soll Begrenzungen für Abmahngebühren geben. Und im Gespräch ist außerdem eine Änderung der Gerichtsstandorte. Bislang konnte bei Internetgeschehen das Gericht frei gewählt werden. Ergo gab es Fälle, bei denen Abmahnanwälte „abmahnfreundliche“ Gerichte anriefen oder gleich mehrere von denen. Irgendwo kam dann die Abmahnung durch, je nachdem, was der Richter gerade gefrühstückt hatte und wie die Laune war. Die „übrigen“ Anträge wurden kurz zurückgezogen und schon prasselte der Geldsegen auf die Abmahner.

Für mich war und ist das eine Pervertierung des Rechtsempfindens sowie der Gerechtigkeit. Nichts gegen Abmahnungen, wenn ein Wettbewerber Kunden täuscht oder irreguläre Vorteile erreicht. Aber wir brauchen keine Gelddruckmaschine für Abmahnanwälte und deren Komplizen.

P.S. sehe gerade, dass der gute Herr Gerstel seinen Bericht auf seiner Homepage zurückgezogen hat. Wens interessiert, ich habe die Screenshots.

Krach um Abmahnungen bei ebay durch Schmidt Wellness GmbH

ebay hatte Ende Oktober eine Panne in seinen Angeboten. Die gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsbelehrung wurde nicht eingeblendet. Ergo gab es eine Reihe von Abmahnungen.

Was war genau geschehen? Jeder gewerbliche Verkäufer muss Privatpersonen das Recht einräumen, die Ware bei Nichtgefallen zurückzugeben. Hierfür ist eine Erklärung und Belehrung nötig. Die kann man in den Artikelbeschreibungen angeben, es gibt aber auch eine automatische Funktion in ebay. Wird diese aktiviert, erscheint ein Text, dass ein Käufer das Recht zur Rückgabe hat.

Durch eine Fehlfunktion im ebay System wurde bei einigen Angeboten dieser Hinweis nicht eingeblendet. Oder, noch schlimmer, ein Hinweis, dass der Käufer kein Recht auf Rückgabe hat. Natürlich gab es Abmahnungen und natürlich hält sich ebay betont neutral – es ist das Problem der Verkäufer.

Eine der abmahnenden Firmen ist die Schmidt Wellness GmbH aus Wesel, vertreten durch den bereits als Abmahnanwalt aufgetretenen Andreas G. Schwuppdiwupp waren 30 kostenpflichtige Abmahnungen draußen. Könnten meiner Ansicht nach aber auch durchaus mehr sein, das sind die bekannten Fälle.

Bereits recht früh meldete ein Betreiber eines privaten Portals sowohl den Fehler von ebay, als auch die Tätigkeit von Schmidt Wellness und deren Anwalt – das ganze Ding wurde öffentlich. Unter anderem rief der Betreiber zu einer Meldung der Schmidet Wellness bei ebay auf. Meines Erachtens verständlich, da für mich doch ein sehr dubioser Geschmack an der Sache haftet. Der Betreiber des privaten Portals bekam umgehend Post vom Anwalt mit, tädäää und Tusch, einer Abmahnung.

Das Ganze ist jetzt erst mal vor Gericht gelandet und der Betreiber des Portals hat einen Punktsieg errungen, u.a. darf wohl der Begriff Massenabmahner verwendet werden.

Die Erwiederung des Anwalts ist öffentlich, siehe www.ragerstel.de/page.php?61 .

Kann sein, dass noch einige juristische Kabbeleien folgen, ich frage mich jedoch, was die Konsequenzen für das Rennomee der Firma Schmidt sein können. Ich glaube nicht, dass man PR und Online Marketing in dieser Form auch nur halbwegs erfolgreich durchführen kann. Auch glaube ich nicht, dass ein derart öffentliches Vorgehen oder häufige Abmahnungen geeignet sind, Vertrauen bei Verbrauchern oder Geschäftspartnern zu bilden.

Naja, die müssen es wissen und wir bleiben dran. Kann eine sehr interessante Geschichte werden, wenn ebays Systempanne indirekt zum Anklagepunkt von Abmahnanwälten wird. Die Frage wird auch sein, wer schuld ist und ob überhaupt eine Absicht nebst Wiederholungsgefahr durch die Verkäufer gegeben war.