Wiesel – Report bei dilbert.com

Scott Adams ist ein Comiczeichner, der in seinen Büchern regelmäßig den Wahnwitz von Büros, Managament und IT aufs Korn nimmt. Eines seiner Bücher heißt: „Dilbert und die Stunde des Wiesels“, wobei Wiesel nach seiner Definition zwischen ehrlichen Menschen und Schwerverbrechern angesiedelt sind.

Regelmäßig veranstaltet Adams Umfragen, wer das größte Wiesel ist. Die 2006er Ergebnisse finden sich im

Wiesel Report (Englisch)

Die Werbung wimmelt nur so von Web 2.0 und Web 3.0

Na gut, an der Prominenz von Web 3.0 sind wir auch nicht ganz unschuldig. Trotzdem fällt eine riesige Anzahl an bezahlten Werbeeinblendungen auf, die für Web 2.0 und Web 3.0 beispielsweise in Google geschaltet sind. Die Spannbreite der beworbenen Leistungen, Artikel und Firmen ist dabei gewaltig. Mal geht es um soziologisch angepasste Shops (E-Commerce scheint irgendetwas mit social networking zu tun zu haben ;-)) bis hin zu Angeboten für fertige Web 2.0 Benutzer, welche Webseiten pushen sollen.

Die Gebote beispielsweise in Google sind dabei teilweise sehr hoch. Kann man ja selbst messen, indem man bei einer seiner Adwords Kampagnen die verwendeten Suchbegriffe eingibt und sowohl Traffic, als auch Position eines Gebots schätzen lässt. Offensichtlich winken satte Gewinne, sobald Kunden am Fliegenfänger der Anbieter hängen.

Dass vielfach selbst die einfachsten Techniken nicht verstanden und beherrscht werden, zeigte einer unserer Beiträge in diesem Blog. Wir hatten einmal in einem sehr deutlich als Scherz zu erkennenden Beitrag eine Updatemöglichkeit von Web 2.0 auf Web 2.51, Web 3.0 usw. angeboten. Eigentlich war das als Ulk gegenüber den ganzen Web 2.0 Anbietern gedacht. Trotzdem erreichten uns Anfragen von Werbeagenturen, was denn Web 2.51 und Web 3.0 technisch könne und welchen Kunden man es verkaufen soll oder könnte. Autsch.

Dieses Missverständnis zeigt mehrere Symptome. Erstens eine absolute Inkompetenz, den als sehr deutlichen Scherz geschriebenen Beitrag zu verstehen. Zweitens eine Gier, um jeden Preis etwas Neues zu haben, dass man schnellst möglich dem Kunden aufs Auge drückt und daran verdient. Die Werbeagenturen hatten aber ein noch viel größeres Problem, nämlich das grundlegende Prinzip des Internet zu verstehen.

Dort gibt es mehrere Dienstangebote, etwa Email, Chat, Shop, Forum, Blog, Imageseiten, die ssich voneinander völlig unabhängig weiter entwickeln. Zwar ist beispielsweise dieses Blog ein WordPress Version 2.0, aber es ist eben kein Blog 2.0. Die vielen Angebote an Software für Blogs erlauben eine unterschiedliche Anzahl an Funktionen. Die große Schar an Benutzern generiert völlig unterschiedliche Inhalte, vom privaten Bild-Blog und Meinungen zu Bohlens neuesten Eroberungen bis hin zum High-Tech oder Kunst-Blog. Auch bei Email, Shops oder einem Forum gibt es zwar eine Versionsnummer für das jeweilige Programm, aber eben kein allgemein gültiges Email 2.0, Shop 3.0, Forum 4.0 oder Chat 2.51.

Jede Spielart der internetbasierten Kommunikation entwickelt sich fröhlich auf ihre eigene Art und Weise. Dauernd fließen neue Ideen, Konzepte und Funktionen ein. Die Schlagworte Web 2.0 und Web 3.0 sind daher kein offizieller Standard, an den sich irgendwer irgendwie zu halten hätte oder den es irgendwo als Funktion in ein Blog oder einen Shop zu implementieren gälte.

Die ursprüngliche Idee von O`Reilly ist einfach auszugsweise zusammengefasst: Lasst doch den Benutzer die Inhalte erstellen, guckt Euch an, was die machen, schaltet Werbung drauf und verdient dran. Was jetzt für ein Wirbel draus wird, ist erstaunlich. Was soll ein Shopbetreiber mit dieser Idee anfangen? Gar nichts. Auch das implizite Feedback a la Web 2.0 ist für ihn nicht unbedingt sinnvoll. Trotzdem geistert gerade dieses als Postulat durch das Gerede der Web 2.0 Propheten.

Um den deutschen Schauspieler Walter Giller zu zitieren, der diesen Satz nach jedem Sketch oder Kurzfilm brachte: Es bleibt schwierig. Gerade im Nebel um Web 2.0 oder Web 3.0 haben manche Angebote für erfahrene Onlinemarketer den Charakter einer Realsatire, wo man sich nur die Augen reiben kann. Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass sich zwei Agenturen gegenseitig „verWeb 2-Nullen“, munter Kommunikation austauschen, sich Feedbacks geben, social netwörkern und irgendwann vergessen, dass es draußen Kunden gibt, die Leistungen und Produkte sinnvoll an den Mann gebracht wissen wollen.

Strategie Onlinemarketing – nötig, aber wenig im Markt verfügbar

Für erfolgreiches und effizientes Onlinemarketing benötigt man neben dem „handwerklichen“ Wissen um Google, Yahoo, viralem Marketing und beispielsweise auch Bannerschaltungen eine Strategie.

Der Start und die Präsentation von Produkten, einer Marke oder einer Imagekampagne setzt eine genaue Kenntnis der möglichen Werbekanäle voraus. Was kann man eigentlich mit Adwords genau bewirken. Wann ist eine Schaltung sinnvoll. Wie soll die Kampagne in das Konzert der Instrumente zum Onlinemarketing eingebunden werden. Wie schnell greift die Suchmaschinenoptimierung. Wo sitzen Potentiale für virales Marketing. Soll man eine zielgerichtete Suche durch Banner unterstützen. Welche Streuverluste nimmt man dabei in Kauf. Wie soll man die Konkurrenz „behandeln“………

All dies sind Fragen, die eigentlich beantwortet sein sollten, will eine Kampagne Erfolg haben.

Zur Zeit ist eher ein wildes Gestochere in Werbemaßnahmen zu beobachten. Da bringt Werbeagentur XY ein hübsches Banner auf Webseite Z oder veranstaltet einen „Event“. Noch schlimmer sieht es bei der Anbindung von Web 2.0 Maßnahmen aus. OK, dann gibt es eben ein Blog. Was man genau damit anstellen kann und wie es in den Kontext eingebunden wird, Nebensache. Viele laufen dem Werbewort hinterher und können es doch nicht sinnvoll in ihrem Portfolio verwirklichen.

Weil das technische Wissen und vor allem eine Strategie fehlen. Weil das Onlinecontrolling nicht beherrscht wird. Weil die Konsequenzen in den Schnittstellen nicht abgebildet sind. Nur wer einen Plan für integrales Kampagnenmanagement hat, kann für sich oder seine Kunden erfolgreich arbeiten.

Es geht aber auch anders. Hier zur richtigen Zeit ein richtiges Blog bringt Erfolg. Da ein ausgefeiltes Kampagnenmanagement in Google, Yahoo etc. macht schnell aufmerksam. Dort eine Kombination aus Event und Gewinnspiel schafft massenweise Besucher auf den Server. Mit der richtigen Strategie und damit einem genauem Timing sowie geschicktem Einsatz der Mittel entstehen effiziente und effektive Kampagnen.

Web 2.0 Kongress – abgelaufen und immer noch beworben. Ist das Web 3.0?

So kanns kommen. Ein Web 2.0 Kongress im schönen Köln wird immer noch via Adwords beworben, obwohl der am 25.9.2006 stattfand und auf der Webseite mit Datum 09.11.2006 ein fröhliches „Auf Wiedersehen“ steht.

Stellt sich die Frage nach dem Sinn. Sollen Web 2.0 Interessenten noch gewonnen werden mit abgelaufenen Inhalten? Oder hat da wer gepennt und Adwords nicht abgeschaltet?

Selbst das Blog wird nicht mehr weiter geführt. Ergo ist die Attraktivität der Seite nicht mehr wirklich prickelnd, persönliche Meinung. Und damit eigentlich dem social labering-ständig aktuell Gedanken a la web 2.0 wenig förderlich.
Men weset nisch.

Vielleicht ist das ja auch Web 3.0 : Buddeln in abgelaufenen Inhalten, damit man irgendwo noch Kunden herbekommt ;-). Oder wird Web 3.0 die historische Komponente des Web? 😉

Was Erfahrung im Onlinemarketing zählt

Kennen Sie das Surfverhalten von Handwerkern, Hausfrauen, Angestellten, internetaffinen Benutzern, Singles, Kids mit reichlich Taschengeld oder sozial schwachen Kunden…….? Wann sie surfen, wo sie surfen, wie sie suchen, wie es um das Verhalten auf einem Webshop steht? Was sie bei ebay machen? Und wie die Entwicklung der Internetnutzung diesbezüglich seit ungefähr 1998 aussieht?
Man hat es viel leichter und arbeitet effizient für den Kunden, wenn man seit Jahren in verschiedenen Branchen diese Erfahrungswerte gesammelt hat. Bei uns reicht das von Süsswaren, Messgeräten, Hochdruckreinigern, Antiquitäten, Klimaanlagen, technischem Großgerät, Ingenieurbüros, Banken, Versicherungen, Vereinen bis hin zu Lifestyle.

Sprich, wir arbeiten schnell und wirtschaftlich. Wer dagegen jetzt erst die Bühne Onlinemarketing betritt, hat diese Erfahrungswerte nicht und muss sich zudem in komplexe Abhängigkeiten hineindenken. Da reichen auch Schlagworte wie Web 2.0 und Web 3.0 nicht, um den Erfahrungsvorsprung aufzuholen. Ganz abgesehen von beispielsweise Onlinecontrolling, das auch erst einmal auf Produktebene gelernt werden will.

Stellen Sie es sich einfach so vor: Bis jemand Onlinecontrolling, Kampagnenmanagement, crossmediale Werbung und Suchmaschinen von Adwords oder Yahoo Search bis SEO beherrscht, ist es ein ähnlicher Vorgang wie: Lernen von Null an, wie Word ausgereizt wird, Excel funktioniert und Access programmiert wird. Dazu sollte man noch alle Bestandteile von Open Office, Perfect Office und Smartsuite beherrschen. Und wissen wie die darunter liegenden Betriebssysteme funktionieren, von Windows XP bis Linux. Das dürfte meiner Meinung tendenziell unerfahrene Onlinemarketer fehleranfällig und teuer machen.
Die „gestandenen“ Menschen im Onlinemarketing ärgern sich gerade (auch wir) sehr über die vielen bunten Luftballons, welche den Kunden mit Web 2.0 und Web 3.0 verkauft werden sollen. Im Ernst, kann ein wenig distinguiertes Gerede Fachwissen und Erfahrung ersetzen? Wir glauben das nicht. Da kann der Berater noch so viele Titel haben oder die Werbeagentur noch so dolle Kampagnen in Photoshop designt haben. Es ist ein Spezialgebiet, bei dem man ohne Know-How und Erfahrung sehr leicht für den Kunden teure Fehler macht. Von der richtigen Einbindung in Geschäftsprozesse ganz zu schweigen. Da kommt noch Betriebswirtschaft und Organisationsentwicklung hinzu.

Entsprechend sehen wir dem Trend Web 2.0 und Web 3.0 gelassen, aber mit gemischten Gefühlen entgegen. Gelassen, weil es kaum etwas neues gibt und wir die aktuellsten Entwicklungen beherrschen. Gemischte Gefühle, da gerade viele Firmen von Beratern und Agenturen überschwemmt werden. Wenn diese Firmen jetzt Geld verbraten, haben es kompetente Fachleute danach schwerer, selbst Standarddienstleistungen durchzuführen.

Wir werden sehen und bauen bis dahin unseren Erfahrungsschatz weiter aus.