Die Lage ist ernst, die Lage spitzt sich zu – die Lage ist da! Das neue Skurrilogramm

Wieder einmal gibts nichts, was es nicht gibt. In ebay. Wie immer Montags die ausgefallensten Auktionen für diese Woche:

Waldsterben:

An einen fleißigen Holzfäller werden vier nadelige Schattenspender verkauft, die in einem Bielefelder Garten beheimatet und zwölf Meter groß sind. Wer sich das Fällen und den Abtransport der Bäume zutraut, sollte zugreifen, denn: „Das Holz reicht sicherlich für einige kalte Winterabende.“Link abgelaufen

Stimmt, sollte man nur seeeeehr lange ablagern. Nadelholz versaut sonst den Kamin ;-). Nebenbei, nach dem Orkan Kyrill gibts jetzt auch wieder Kettensägen bei ebay – die waren fast ausverkauft.

Angebotsende 05.04.07 14:58:02

Was für das romantische Dinner nach einem Scheidungstermin oder um jemand „heimzuleuchten“:

Angeboten wird ein drei Kilogramm schwerer Wachsknoten – eine sogenannte „Galgenkerze“, bei der es sich um ein absolutes Einzelstück handelt.Link abgelaufen

Ideal als Beleuchtung zu einem DVD-Abend mit „Sleepy Hollow“ oder „Eine rabenschwarze Nacht“.

Angebotsende 05.04.07 20:12:28

Leergut, wahrscheinlich noch immer nach Pfefferminz und Frucht duftend:

Angeboten wird eine riesige Tic Tac-Dosen-Sammlung, bestehend aus 527 Stück. Die bunten Ferrero-Verpackungen nationaler und internationaler Herkunft werden in sämtlichen Farben, Sorten und Größen geliefert – sind aber bereits leer…Link abgelaufen

Der Auktionserlös geht für die nächste Zahnarztrechnung drauf?

Angebotsende 06.04.07 20:24:09

Von den Socken gehauen?

Ein Verkäufer aus Twistringen bietet 25 einzelne Schuhe und Stiefel an, zu denen das jeweilige Gegenstück leider abhanden gekommen ist. Es handelt sich um ungetragene italienische Markenschuhe – die aus einer ehemaligen Schuh-Boutique stammen. Zitat: „Ja, da fragt Ihr Euch sicher, wo sind denn die Gegenstücke dazu geblieben? Nun das kann ich Euch leider nicht sagen, ich weiß noch nicht einmal ob es dazu passende Gegenstücke jemals gab.“Link abgelaufen

Kann man vielleicht Blumentöpfe reinsetzen oder im nächsten Winter an Skiorte (Gipsbeinalarm) verkaufen?

Auktionsende 07.04.07 14:34:17

Das wärs für Web 3.0 – immer der Zeit voraus. Erinnert einen irgendwie an die Muppets Show – wo die Nachrichten von morgen schon heute gemacht werden.

SciFi-Outfit: Angeboten wird eine Requisite aus dem Film „Lost in Space“, der 1998 in die Kinos kam. Es handelt sich um das vierteilige Kostüm eines Reporters aus dem Jahr 2058, bestehend aus einer futuristischen Latzhose, einem Shirt, einem Regenmantel sowie passenden Turnschuhen – entworfen von „Academy Costumes London“. Keine modische Eintagsfliege, sondern der Trend der Zukunft.Link abgelaufen

Mh, ich habe nicht einmal den Film gesehen. Lohnt der sich?

Angebotsende 07.04.07 21:16:58

Im Zuge der allgemeinen CO2 Sparmaßnahmen sind ab sofort Caravans abzugeben und nur noch Toyotas mit Hybridantrieb und einem Heiligenbild von Claudia Rot(h) oder Jürgen Tritt-Ihn zu fahren. Der Komfort geht nicht ganz flöten, denn:

Damit ist ein Stau auf dem Weg in den Urlaub kein Ärgernis mehr: Verkauft wird eine antike tragbare Reisetoilette aus dem 19. Jahrhundert mit den Maßen 50 x 57 x 40 cm. Die „hockerähnliche Konstruktion aus Buchenholz“ verfügt über streifenförmige Intarsien aus Ahorn und schwarzem Holz sowie zwei Tragegriffe. Der Deckel ist klappbar; innen befindet sich ein Gefäß aus Porzellan…Link abgelaufen

Sorry für die Ausdrucksweise, aber watt`n Schiet ;-).

Angebotsende 07.04.07 21:21:00

Wo wir gerade beim Thema sind, aus Dreck Geld machen:

Die Gartensaison ist eröffnet! Interessierte Hobbygärtner können nun ein Kilogramm „Sheep-Dung Bio Pellets“ für ihren Balkonkasten erwerben – hergestellt „im aufwändigen Verfahren von 6 Mitarbeitern in Deutschland“. Die wolligen Erzeuger sollen den idealen Dünger für Gemüsebeete, Topf- und Balkonpflanzen produzieren…Link abgelaufen

Schon Konfuzius sagte: Ohne Sch*** kein Reis ;-).

Soll das übrigens auch heißen, dass in Deutschland nur noch Mist produziert wird? Wenn ja, ist die Herkunft wahrscheinlich entweder Finanz- oder Gesundheitsministerium……. man interpretiere hinein, was man möchte ;-).

08.04.07 18:16:16
Viel Spaß für die Woche!

Neue Namen braucht das Land – Konzepte und Trends

Alter Wein in neuen Schläuchen – lässt sich besser verkaufen. Was ist beispielsweise das öminöse Web 2.0, welches immer noch als total neu und revolutionär angepriesen wird? Nichts neues, denn die gesammelten Techniken gibt es bereits – und das teilweise seit mehr als 15 Jahren. Aber zu diesem Zeitpunkt haben sich die Propheten des Web 2.0 noch gar nicht mit EDV und Netzen beschäftigt. Man kann den Eindruck gewinnen, dass sie 1992 entweder noch per Bleistift Werbezeichnungen (Agenturen) malten oder gerade Investoren beim Aufbau Ost (Beraterbranche) abzockten.

Zwischendurch ist viel passiert, unter anderem auch die Pleite des neuen Marktes. So manche Träume platzten, weil keiner eine wirkliche Ahnung hatte, viele Geld witterten und sich die ganze Sache dann irgendwann verselbständigte. Bis zum großen Knall.

Zuerst wurde das Internet unterschätzt, dann überschätzt, dann verdammt und jetzt ist es total hip. Weil auch die letzten Skeptiker merken, dass es ohne Internet nicht geht. Jedenfalls nicht, wenn eine Firma Geschäftsfelder mit Wachstum adressieren möchte. Das riecht nach Investitionen. Laut Scott Adams, dem Autor der Dilbert-Comics (lesenswert!), liegt die kritische Größe für das Erscheinen von Wieseln=geldgierigen Profiteuren bei 10 Dollar. Kein Wunder, dass sich jetzt im Markt jede Menge Wiesel tummeln.

Und da ein großer Teil schnell einen Euro machen möchte, hagelt es neue Begriffe und Konzeptnamen. Ein Kunde könnte ja drauf reinfallen, wenn etwas gut und logisch klingt. Natürlich wird das rhetorisch einwandfrei mit dem typischen Dauergrinsen und Sonnenbankbräune präsentiert. Glauben Sie mir, Sie können einem jungdynamischen Dauergrinser aus Marketing oder Beratung einen China-Kracher im A**** zünden, das Grinsen bleibt eingeschaltet.

Währenddessen kommen die neuen Trends von allen Seiten. Web 2.0, Xy-Hastenichtgesehen (neues Verkaufskonzept, habe keine Ahnung, was das sein soll, die Erfinder lassen sich die entsprechenden Trainings aber gut bezahlen), Communities in unterschiedlichen und natürlich völlig neuen Spielarten mit gaaaaaanz anderen Namen, etc., etc.. Das meiste sind einfach nur Standardtechniken. Mit neuem Namen nur deutlich teurer.

Web 3.0 hat einen anderen Weg genommen. Wir sind als Nachrichtenformat unterwegs, dass Informationen liefert und liebend gerne lästert. Aufbauend auf Standardtechniken, haben wir uns Web 3.0 als Namen genommen, um den Web 2.0 Hype etwas zu verulken. Und ab und zu technische Möglichkeiten vorzustellen, die man bei der Weiterentwicklung des Web gerne hätte. In so fern sind wir neu und das Kind bekam einen neuen Namen. Bin mal gespannt, ob die Web Zwo-Zero Fraktion auch einmal wirklich neu ist.

Wir bringen Sie auf Platz 1 in Google für 300 Euro – Unsinn

Im Bereich Suchmaschinenoptimierung tanzt gerade der Voodoo-Priester mit der Hexe vom Brocken. Anders kann man kaum beschreiben, welche Angebote gerade durchs Web geistern. Suchmaschinenoptimierung ist unterschiedlich aufwändig, je nach Positionierung des Kunden, seinen Produkten und seiner Konkurrenz. Für sehr selten gesuchte Begriffe oder die mit wenig Konkurrenz reichen oft ein paar Handgriffe – fertig.

Bei wirklich umkämpften Begriffen, wo auch eine Menge Geld hinter steckt, ist die Sache nicht so einfach. Hier muss folgendes her: Eine technische Optimierung der Seite, eine massive Steigerung des Inhalts (und zwar so, dass Suchmaschinen diesen auch mögen), jede Menge externe Links, welche auf die Seite verweisen und idealerweise eine sehr alte Domain von vor 2000, wo der Suchbegriff schon im Domainnamen steckt. Alleine schon bei der technischen Überprüfung einer Webseite ist viel (teure) Handarbeit angesagt. Und bestimmte Links gibts nicht von der Stange, die muss man sich monatlich mieten. Passt der eigene Domainname nicht, geht man auf die Suche bei Sedo und ergänzt die Zugriffe auf eine Seite durch eine Spin-Off Domain. Und die Einträge in Branchenverzeichnisse sowie Kataloge müssen manuell vorgenommen werden.

Gerade dies alles passiert nicht bei Supersonderangeboten für Suchmaschinenoptimierung. Klar, wie soll man auch mit 300 Euro auskommen, wenn Links von Spitzendomains schon einmal 100 Euro kosten können – PRO MONAT.

Entsprechend ist an dieser Stelle auch eine andere Warnung angebracht. Sie müssen sich sehr genau überlegen, in wie weit eine Optimierung Ihnen tatsächlich Kunden und Umsätze bringen. Auch dies wird zu häufig vernachlässigt. Ein guter Berater – und so verstehe ich auch unseren Job – sagt klipp und klar, ob sich einzelne Maßnahmen im Online Marketing lohnen.

Dabei wird es speziell bei Suchmaschinenoptimierung keine Garantie geben. Je nach dem, was die Konkurrenz gerade treibt, kommt man nach vorne oder nicht. Und wie schnell? Alleine die korrekten Einträge in Kataloge (Masse alleine bringts nicht, man braucht die richtigen Links), kann sich ganz schön hinziehen. Wir reden hier bei umfangreichen Arbeiten im Bereich von Monaten! Das für 300 Euro? Nie im Leben.

Jedes Projekt, jeder Kunde, ist individuell. Wie gesagt, einmal reichen ein paar Handgriffe, ein anderes Mal muss die ganze Seite umgekrempelt werden, es erfolgen tagelange Analysen der Konkurrenz und die richtigen Links können ganz einfach mal ein paar Tausender verschlingen.

Also:

Wie erkennt man gute Suchmaschinenoptimierung? Schwer.

Wie erkennt man zumindest schlechte Suchmaschinenoptimierung? Pauschalpreis für alle Kunden, keine Optimierung der Webseite, protzige Aussagen: wir bringen Sie unter die Top Ten,

Beschreibung passt nicht? Dann eben eine Grafik

Oft trifft man auf Situationen, wo man bei Katalogen, ebay oder sonstigen nicht sonderlich suchmaschinenrelevanten Themen nicht mit den vorgegebenen Standardbeschreibungen auskommt. Es fehlen einfach genügend Zeichen, die man als direkte Kundeninformation eingeben möchte.

Also macht mans anders. Der suchmaschinenrelevante Teil des Textes kommt brav nach vorne als reiner Text. Und wenn man einen Link setzen darf……wirft man kurz ein Grafikprogramm an, exportiert den Text hübsch als JPG, setzt dieses auf irgendeinem Webserver in ein gesondertes Verzeichnis. Dann vom Text aus den Link aufrufen und schon ist seeeeehr viel Information zusätzlich verfügbar für eventuelle Kunden ohne die Limitierung an Zeichen zu beeinflussen.