News of the World – Ende des Schreckens

Das Blatt von Kriminellen für Proleten ist am Ende. Nach dem mehr als illegalen Abhörskandal killen die Geldgeber endlich eines der unsäglichsten und unappetitlichsten Blätter im Zeitschriftenmarkt der Erde. Jahrelang konnte sich die englische Unterschicht an geistigem Dünnschiss sowie gestrotzten Parolen aufgeilen. Garniert wurde das Ganze mit flachen „Berichterstattungen“ von irgendwelchen Promis sowie ab und zu Skandälchen, Skandalen und selbstproduziertem Scheckbuchjournalismus.

Und eben natürlich den technisch komplizierten und absolut illegalen Abhörpraktiken der Verbrecher, welche unter dem Segel des Journalismus nur billige Unterhaltung für den Pöbel produzierten. Getreu dem Motto: Wenn man zu blöd und uninteressant ist, ein eigenes Leben zu führen, lasst uns an den Lippen der Hofchronisten hängen und ach so herzzerreissend den quergelegten Furz des C-Promis nachhauchen.

Ich finde es übrigens gut, dass diesen Typen auch sonst aus dem Internet ein Sturm entgegenschlägt. Nichts ist langfristig so ätzend, wie eine zum Maßstab erhobene Primitivität. Eines ihrer Sprachrohre verstummt  jetzt………endlich.

Das Problem an sozialen Netzen ist die Arbeit….

Natürlich erst einmal die Arbeit, welche man mit der dauernden Präsenz hat. Wer viel online ist, bekommt viele Anfragen sowie Anregungen, was getan werden kann, worauf man reagieren möchte oder auch nicht. Das ist sehr schnell ein Zeitfresser, der von der Produktivarbeit eine erhebliche Zeit abzwackt. Entsprechend sind soziale Netze erst einmal recht teuer, da Opportunitätskosten anfallen – in der gleichen Zeit könnte man ja diverse eigene Webseiten pushen. Hierbei schafft man sich einen dauerhaften, eigenen Wert, der meines Erachtens länger hält, als die dauernde Präsenz in sozialen Netzen.

Zudem häufen sich in letzter Zeit Anfragen, ob man nicht mal eben dies und das machen könnte oder dort mal drüberschauen oder einfach vorbeikommen und ein paar gute Tipps geben. Das ist aber meine Zeit und mein Know-How, was angefragt wird. Ich könnte in derselben Zeit produktiv für mich arbeiten und hätte deutlich mehr davon. Und genau das mache ich auch. Hier wiederum kommen mir die Anfrager mit echtem oder gespieltem Unverständnis entgegen. Es gibt offensichtlich sehr viele Menschen, welche eine „Umsonst-Sofort-Hilfe“ postulieren.

Das ist mir etwas arg unverständlich. Immerhin geht man ja auch zum Arzt oder Anwalt und bekommt eine Rechnung. Deren Einsatz ist auch primär Know-How und Zeit. Aber offenbar denken viele, dass bei Netzen „sozial“ gleichzusetzen ist mit „kostenlos“. Natürlich gibt es im Internet jede Menge kostenlose Angebote, das finde ich selbst ausgesprochen gut. Aber es sollte meiner Meinung nach schon ein Geben und Nehmen sein, damit es keinen asozialen Charakter entwickelt. Für mich ist nämlich auch asozial, immer nur die Hand aufzuhalten und munter Scheinchen zu horten, während andere hierfür umsonst arbeiten sollen. Die Jünger des Postulats kostenloser Arbeit „für die Gemeinschaft im Web“ vergessen anscheinend gerne, dass Solidarität und Fairness auch beinhalten, irgendwann von der Gemeinschaft an den Einzelnen zurückzugeben.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich habe nichts dagegen, mal kurz ein paar Takte zu sagen oder einen kleinen Tipp zu geben. Nur versuchen einige, meine erfolgreichen Geschäftsmodelle für lau in ihren Shops oder sonstigen Internetpräsenzen zu bekommen. Das würde mir eine Menge unbezahlte Arbeit machen und von bestimmten Menschentypen kommt halt nie etwas zurück und wird auch nie etwas zurückkommen. Ich glaube, beim nächsten Versuch schlage ich dem Anfrager (wenn er nicht bezahlen möchte) vor, mir den Garten umzugraben. Da kann man dann Zeit gegen Zeit aufrechnen. Bin mal gespannt, welche Reaktion kommt………

Google erstellt mit Google+ ein eigenes soziales Netz – ein Facebook-Angriff?

Da kommt was. Lange hatte sich Google aus Social Media herausgehalten. Man könnte fast meinen, dass man in Ruhe erst einmal analysiert hat, was man denn besser machen könne. Google+ ist jetzt in einer Testphase und bereitet sich auf die Markteinführung vor. Das ist logisch, denn man möchte Facebook nicht alleine die Deutungshoheit für Social Media überlassen.

Was da kommt, hat es in sich. Es ist zwar nicht sehr viel Neues dabei aber was dabei ist, hat Hand und Fuß. Zunächst einmal empfinde ich es bei Facebook als sehr umständlich, echte Freunde von Bekanntschaften oder Businesskontakten zu trennen. Man ist halt vernetzt und muss sich erst durch diverse Menüs wühlen, bevor man an die Gruppeneinstellungen und Datenfreigaben kommt. Und selbst dann ist nicht immer alles so, wie ich mir das vorstelle. Was meine richtigen Freunde betrifft, geht meine Bekannten oder Geschäftspartner nicht unbedingt etwas an. Und Facebook bezeichnet ja durchweg alle als „Freunde“. Da ist Google+ schon etwas pfiffiger. Man zieht einfach per Maus den Kontakt in unterschiedliche Benutzerkreise, fertig. Ergo landen Informationen auch dort, wo sie hingehören. Die Vernetzung mit den anderen Diensten von Google ist sehr heftig. Kein Wunder, denn mit Youtube, Picasa oder Suchdiensten hat Google ein paar dicke Funktionen im eigenen Haus, die sehr mächtig sind und vielfältige Möglichkeiten sowohl für den Businessbereich, wie auch private Nutzung erlauben.

Was mich bei Facebook stört, ist die aggressive Verteilung von Informationen. Die Philosophie hinter dem System scheint eine weitgehende Transparenz des Benutzers gegenüber der Weböffentlichkeit zu sein. Das will ich nicht, es läuft zu viel Schrott im Web herum und es gibt zu viele Anfragen, als dass ich immer, überall und für jeden „Freund“ verfügbar und einsehbar sein möchte. Mal gucken, wie sich Google+ entwickelt, die Ansätze sind erst einmal vielversprechend.

Web 3.0 – weg von den Communities?

Zurzeit beobachtet man bei der technischen Avantgarde ein interessantes Phänomen. Während immer noch zahlreiche Nutzer in die sozialen Netze stürmen, ziehen sich eine ganze Menge gute Onlinemarketer zumindest bei den eigenen Aktivitäten zurück. Und zwar in eigene Projekte. Ok, manche möchten immer noch ein paar interessante Kunden und Kontakte im Bereich Social Media sammeln, jedoch steigt der Kommunikationsaufwand und auch die benötigte Zeit für Aktivitäten an. Gleichzeitig gibts so viel zu tun, dass man gar nicht mehr jede Statuszeile von irgendwem lesen möchte.

In den Communities wird zunehmend über Kommunikation kommuniziert. Zumindest, wenn es um professionelle Inhalte beim Online Marketing geht. An sich sind aber oft schon alle Fragen und Antworten gegeben. Dementsprechend langweilig wird es für die Profi-Liga. Und anstelle jetzt jedem möglichen Kunden hinterherzurennen, sich dabei dauernd mit anderen Anbietern herumzuschlagen, gehen viele seit langem ihre eigenen Wege. Ganz einfach auch deshalb, weil immer mehr anspruchsvolle Kunden auch einmal nach älteren Beiträgen suchen und sich gezielt Leute herauspicken, welche schon seit Jahren offensichtlich erfolgreich im Job tätig sind.

Das ist jetzt nicht böse gemeint aber zu viel Kommunikation über Kommunikation ist nicht umsatzfördernd. Reden über Social Media ist für mich so effizient, wie den Vesuv anzuzünden. Das Ding läuft und gut ists. Ab und zu ein paar Highlights setzen reicht vollkommen aus, wenn man wahrgenommen werden möchte. Die richtigen Kunden erkennen dann schon selbst, wer etwas kann und wer nicht. Wie gesagt, es ist nicht böse gemeint aber die Arbeit wird nicht weniger und anstelle fleißig Diskussionsforen zu füllen, kann man auch den eigenen Geldbeutel füllen und gleichzeitig noch für ausgewählte Kunden verfügbar sein. Das Web 3.0 verlagert sich damit von reinen Communities hin zu zielgerichteter Kommunikation. Das gilt auch für die aktive Suche nach neuen Kunden. Ich glaube, dass viele Leute die sozialen Netze immer mehr zur reinen Adress- und Kontaktgewinnung nutzen. Man siehts ja bei den Besuchern des eigenen Profils.

Nach wie vor wird es noch reichlich Aktivitäten in sozialen Netzen geben, keine Frage. Und es ist ehrlich gesagt auch recht praktisch, wenn man mal eben in Facebook ein paar Urlaubsfotos von unterwegs einspielt. Schnell und einfach hat man seinen Freunden weltweit einen Urlaubsgruß gesendet. Dagegen sind, wie schon in einem sehr frühen Beitrag von mir erwähnt, web-3-0-die-untreuen-besucher dauernde Änderungen der Besucherströme je nach Funktionalität und Attraktivität der Communities, kaum mehr verwaltbar. Sehen Sie sich einfach einmal an, wie viele halbwegs ernstzunehmende soziale Netze gerade den Erdball umspannen. Die kann man weder als normaler Mensch, noch als Firma überhaupt noch alle bedienen.

Xing – Unzufriedenheit nach Relaunch anscheinend sehr groß

Da hatte sich Xing nach meinem Ermessen etwas zu viel vorgenommen. Man könnte auch meinen, Xing hat sich übernommen. Nachdem ich in der letzten Zeit eine abnehmende Qualität und Quantität der Beiträge in den großen Foren empfand (und einen Schwund der zahlenden Premium-Mitglieder, inklusive mir), regt sich zumindest in meinem Bekanntenkreis erheblicher Unmut über den Relaunch.

Bislang sehr leicht zugängliche Informationen werden jetzt etwas aufwändiger zu erreichen. Mehr Klicks sind nötig, wenn man beispielsweise an den aktuellsten Beitrag eines Threads gelangen möchte. Ich empfinde eine solche Vorgehensweise bei der Benutzerführung als reichlich unkonventionell. Man könnte auf einige ketzerische Gedanken kommen:

Hat Xing ein Problem mit immer weniger aktiven Benutzern? Sind denen viele Leute aus dem Premium-Bereich abgesprungen? Was ist mit den großen Foren los, warum ist dort in meinen Augen so wenig hochqualitative Aktivität? Dient der Relaunch eventuell einem ganz anderen Zweck, nämlich mehr Seitenaufrufe zu erzwingen, damit man besser an Werbeschaltungen verdient?

Ich hatte ja schon einmal über untreue Besucher berichtet, die von einer Social Media Plattform zur nächsten ziehen. ( web-3-0-die-untreuen-besucher ) Trifft das eventuell gerade in voller Härte auf Xing zu, werden die zahlenden Mitglieder schnell weniger?