Top of Software – Abofalle für Downloads ohne Mehrwert?

Da suche ich im Netz einen speziellen Download und stolpere über die Seite top- of- software.de. Irgendwie kommt mir da etwas bekannt vor. Ich hatte hier schon einmal über meines Erachtens höchst dubiose Downloadangebote berichtet.

Warum halte ich das Angebot für unseriös? Auf den ersten Blick sieht alles nach einer ansehnlichen Sammlung hochwertiger Downloads aus. Das ist es auch, immerhin gibt es gute Browser, Open Office und andere leistungsfähige Programme. Allerdings will der Betreiber, die Firma Antassia GmbH, Geld für die volle und dauerhafte Nutzung sehen.

Es werden Abos angeboten und mit ein paar unvorsichtigen Klick hängt man am Fliegenfänger.

Das Tollste aber ist: Zumindest die Software, welche ich gesehen habe, gibt es an anderen Stellen kostenlos im Web. Wer das riesige Download-Archiv bei magnus.de, chip.de und zig anderen Anbietern aufsucht, erhält (vielleicht bis auf für mich nachrangige Ausnahmen) das umsonst, wofür top-of-software.de massiv Geld haben will.

Ich kann keine größere redaktionelle Leistung erkennen, welche die Kosten für ein solches Abo rechtfertigen würde – bei den oben genannten Onlineauftritten der Zeitschriften, den Herstellern selbst sowie in unzähligen Foren gibts überall die Funktionsbeschreibungen, Systemvoraussetzungen, Tipps und Tricks sowie oft sogar eine Bewertung durch die Benutzer. Und zwar für lau.

Meines Erachtens sollen die Abonnenten einfach ausgeplündert werden für etwas, was es anderswo gratis gibt. Ob das jetzt eine ungerechtfertigte Bereicherung, Betrug oder sonstwas darstellt, kann ich nicht beurteilen.

PayPal Pflicht bei ebay für mehr Verkäufer

Seit dem 25. Februar ist PayPal für viele Verkäufer zur Pflicht geworden. Für Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungen gilt nun eine PayPal-Pflicht, damit mögliche Kunden auch diese schnelle Bezahlungsmöglichkeit haben.

So ganz uneigennützig ist die Sache aber nicht. Immerhin hält ebay bei PayPal das Händchen mit ein paar Prozenten auf. Das ist für den Verkäufer ärgerlich, weil nicht alleine ein paar Prozente flöten gehen. Richtig übel wird es, wenn das PayPal-Konto mit einer Kreditkarte verknüpft ist, noch schlimmer, wenn es sich dabei auch noch um ein ausländisches Konto handelt. Da ist schnell ein ansehnlicher Betrag weg.

PayPal bietet für physische Güter einen Käuferschutz, das wird die Käufer freuen. Allerdings sind beispielsweise Gutscheine oder Dienstleistungen vom Käuferschutz ausgeschlossen. In so fern relativiert sich der positive Effekt etwas.

Resümee: Nach dem von ebay vor längerer Zeit durchgeführten Ausschluss der Sofortüberweisung ist somit für ebay erst einmal eine weitere Einnahmequelle gesichert. Die Händlerschaft ist nicht betroffen, dort ist PayPal seit längerem zwar keine absolute Pflicht, aber gern gesehener Standard. Das wird nach wie vor extrem kontrovers diskutiert, weil PayPal eingehende Überweisungen etwa bei Disputen lange Zeit (zins)gewinnbringend zurückhalten kann. Auch sind die Überweisungskosten für den Verkäufer nur schwer kalkulierbar, siehe oben.

Der Beschiss via „Umfrage“?

Da hol mich doch der Teufel. Es gibt Webseiten, die kann man erst besuchen, wenn man zuvor an einer „Umfrage“ teilgenommen hat. Nein, nicht was manche jetzt denken würden: Erotik, sondern ein Webverzeichnis, dass eine brauchbare Eignung zur Aufnahme eines Links hat. Übrigens, es ist eine amerikanische Seite.

Von dort wird man weitergeleitet zu einer deutschen „Umfrage“. Erst gibts ein paar belanglose Fragen zum Sternzeichen…… und nicht sonderlich gut lesbares Kleingedrucktes. Bei so etwas werde ich ja immer direkt besonders wachsam. Wer etwas klein und undeutlich im Internet angibt, hat meistens etwas zu verbergen.

So auch hier – es ist eine Abofalle. Erst ein wenig auf Symbolen für Sternzeichen herumklicken – also Astro-Müll, dann noch seinen Namen angeben – also fzgtwzfg. Einen Bildschirm weiter soll man dann noch seine Handynummer angeben.

Denkste. Da verzichte ich doch lieber auf den Link, bevor ich mir irgendeine Abofalle einhandele. Nach meinem Ermessen ist die Sache übrigens sehr clever gestrickter Beschiss. Der Benutzer wird erst zu harmlosen Aktionen verleitet und soll dann immer mehr über sich preisgeben. Bis es eben irgendwann in der Kasse der (nach meinem Verständnis) Abzocker klingelt.

Nicht mit mir, es gibt Alternativen für diesen Link und gepetzt wird natürlich auch an Google. Bin mal gespannt, wann die aus dem Index fliegen.

von Gravenreuth und der Wiederhall im Web

Kurz nachdem die Nachricht vom Selbstmord des als Abmahn-Anwalt bekannten Günther Freiherr von Gravenreuth bekannt war, füllten sich diverse Foren mit teilweise erhitzten Diskussionen zum Thema. Oft war zu lesen, dass eine Contenance unter allen Umständen gewahrt werden sollte – ein Anstandspostulat.

Ebenso oft war zu lesen, dass sich Gravenreuth seiner bevorstehenden Gefängnisstrafe aufgrund Betruges feige entzogen hätte. Noch weiter gingen Meinungen, die eine gewisse Schadenfreude nicht verbergen konnten.

Tja, soll man einen Nachruf verfassen und wie soll der ausfallen?

Gravenreuth war als Anwalt nicht immer nur als Pfleger des Rechts unterwegs, wie seine verlorenen Betrugsprozesse beweisen. Auch sahnte er oft hemmungslos mit Massenabmahnungen und allerlei juristischen Spitzfindigkeiten gründlich ab. Dabei traf er durchaus auch auf Menschen, welchen seine hahnebüchenen Forderungen erhebliche Schwierigkeiten bereiteten – oft genug waren Lapalien der Anlass für enorme Prozessrisiken, die sich mancher kleine Unternehmer und manche Privatperson nicht leisten konnten. Streitlustig schlüpfte er dann in die Rolle des Verteidigers von Rechtsnormen und brachte immer mehr auf der großen Bühne Internet das Publikum auf – er polarisierte extrem.

Ich habe ihn einmal noch im Anfang des Internet gesehen bei einer Veranstaltung von Data Becker – dort referierte er über Raubkopien, welche er in großem Umfang im Auftrag diverser Softwarehersteller jagte. Ich fand ihn irritierend bezüglich der öffentlichen Postulate zu Recht und Ordnung und gleichzeitig seinem Drang zur Selbstdarstellung.

Ich glaube, er war irgendwann eher in seiner Rolle gefangen, als dass er noch einen klaren Blick für Verhältnismäßigkeit wahren konnte. Zudem verteidigten sich in letzter Zeit immer mehr Beklagte mit dem Messer zwischen den Zähnen und begegneten ihm mit massivster Gegenwehr. Das Ende war auf eine andere Art abzusehen, als es jetzt gekommen ist. Verlorene Prozesse, in absehbarer Zeit daraus resultierende Schadenersatzforderungen und nicht zuletzt die drohende Gefängnisstrafe haben dann wahrscheinlich irgendwann den Schauspieler in der Rolle überfordert – er hat sich zunehmend verloren.

Die anderen Abmahnanwälte werden natürlich weitermachen – zu verlockend ist das schnelle Geld mit etwas besseren Serienbriefen.

Briefmarken – Desaster auch in der Wirtschaftskrise

Letztens habe ich mal etwas in den unzugänglicheren Regionen eines alten Schrankes herumgewühlt und bin dabei auf meine alten Briefmarkenalben gestoßen. Jaja, ist schon so um die 30 Jahre her, aber weil damals mein Vater bei der Post gearbeitet hat und ich entsprechend neugierig war, habe ich halt ein wenig gesammelt.

Natürlich als Jugendlicher vor der Teeniezeit vollkommen unsystematisch, trotzdem gabs die ein oder andere nette Marke. Vor sehr langer Zeit hatte ich schon einmal etwas hier im Blog zur Wertentwicklung von Marken gesagt. Mittlerweile haben wir ja so eine Art Wirtschaftskrise und entsprechend könnte man eine Wertsteigerung der Marken erwarten.

Denkste.

Nach wie vor sind viele Marken weit unter den Preisen zu haben, welche die oberste Instanz in Sachen Wertangabe, der Michel-Katalog, konstatiert. Nach meinem persönlichen Empfinden sind die Wertangaben, außer für wirklich seltene Stücke, pure Phantasie und Verarschung des Publikums.

Im Internet findet man zuhauf top-erhaltene Briefmarken, auf Echtheit geprüft, für einen Bruchteil des vermeintlichen Katalogwertes. Es wird auch schon extrem offensiv mit Rabatten von zig Prozenten auf den Katalogwert bei Adwords geworben. Und zwar von Händlern, die ihre Ware offensichtlich nicht mal ansatzweise zum Katalogpreis anbieten können und wollen.

Warum das so ist, darf man sich da schon fragen. Persönliche Meinung: da ist ein Markt kurz vorm Zusammenbruch und nur die allerbesten Stücke oder von Privatleuten wirklich gesuchte Exemplare werden ihren Wert halten. Ich halte Briefmarken als Anlageform für höchst problematisch, zumal nicht wie bei Goldmünzen ein echter Materialwert dahinter steht.

Um das mal genauer auszutesten, habe ich mir ein paar Ersttagsbriefe rausgekramt, die normalerweise einigermaßen begehrt sein müssten. Theoretisch sagt dies zumindest der schlaue Michel-Katalog.

Mal gucken, was die denn dann im Verkauf wirklich bringen………