ebay – Entwicklung seit den letzten Änderungen

Mittlerweile muss man bei ebay für den Status Powerseller die Bezahlfunktion PayPal anbieten. Damit sind für den Händler ein paar Punkte Handelsspanne weg. Dafür gibt es aber Boni auf gute Bewertungen durch die Kunden. Dies zusammen mit der neuen Navigation hat einige Veränderungen bewirkt.

Die durchaus beachtlichen, möglichen Gutschriften auf Auktionen stehen garantierten Mehrausgaben gegenüber. Gerade bei niedrigen Handelsvolumina reisst eine negative Bewertung gleich ein ordentliches Loch in die Kasse, dann werden sehr schnell hohe Gebühren fällig. Für europaweite Angebote kann man oft die Zahlung per Kreditkarte durch den Kunden erleben. Hier sind für Auslandstransfers noch einmal Extra-Gebühren fällig

Die Frage ist also, ob man überhaupt Powerseller werden will. Das ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Vor allem, wenn man sich in eine absolute Abhängigkeit von ebay begibt. Hier haben viele Händler immer noch das Risiko, auf Gedeih und Verderb an ebay zu hängen. Dabei sackt ebay in den von mir beobachteten Branchen bei der natürlichen Suchausgabe teilweise drastisch ab. Das zu erwartende Problem ist eingetreten: spezialisierte Internetshops nehmen nacheinander die besseren Positionen gegenüber Gemischtwarenläden ein. Dazu kommen noch die allgegenwärtigen Preisvergleiche, die sich weitere Rankingplätze schnappen.

Man muss sich ganz klar vor Augen führen, dass die Neukundengewinnung nicht alleine von ebay abhängig sein darf, sondern sich auf Google etc. ausbreiten muss. Wenn nicht, ist die Abhängigkeit von der Plattform, von Gebühren und der Bezahlfunktion in meinen Augen viel zu hoch und damit zu gefährlich.

Symantec kauft Message Labs

Symantec kauft dank gut gefüllter Portokasse weiter zu. Aus der englischen Presseinformation:

Under the terms of the agreement, Symantec will acquire MessageLabs for a purchase price of approximately $695 million in cash, subject to foreign currency adjustments, payable in approximately £310 million Pounds Sterling and $154 million US Dollars.  MessageLabs generated approximately $145 million in revenue during fiscal year 2008, ending July 31, 2008 and grew by more than 20 percent over the prior fiscal year.  The agreement is subject to customary closing conditions including regulatory approvals, and is expected to close by the end of the 2008 calendar year.

With the acquisition of MessageLabs, Symantec gains a leadership position in the rapidly growing Software-as-a-Service (SaaS) segment and strengthens its lead in the messaging security market.  MessageLabs is the number-one provider of online messaging security worldwide with more than eight million end users at more than 19,000 clients ranging from small business to the Fortune 500.  Symantec will capitalize on cross-selling and up-selling its existing SaaS offerings of backup, storage and online remote access into the MessageLabs customer base. And future SaaS offerings, leveraging Symantec technology in data loss prevention, compliance, endpoint security and archiving, will be enhanced by MessageLabs’ expertise in SaaS sales, operations and support.

Die Sache mit der Finanzkrise hat offensichtlich keine Auswirkungen auf Symantec. Halt, doch, der Wechselkurs der Bezahlung in englischen Pfund kann sich noch etwas ändern 😉

Brückentage – Pause auch fürs Internet

Die Zugriffszahlen auf die verschiedensten Server sind gerade ziemlich im Keller. Unerwartet ist das nicht, das der Tag der Deutschen Einheit von vielen als Brückentag genutzt wurde und wird. Wie einfach man die wenigen Zugriffe erklären kann, zeigte sich in meiner Nähe. Die A 52 führt von Düsseldorf nach Roermond – Niederlande. Dort gibt es ein sehr großes Outletcenter für die verschiedensten Markenklamotten. Um es kurz zu machen: die Autobahn war in beiden Richtungen zu. Ähnliches galt für Venlo, ebenfalls Holland. Zudem sind jetzt so gut wie keine Hotels mehr zu bekommen und zwar in den verschiedensten Städten und Ländern.

Logisch, dass diese Leute komplett fürs Web ausfallen. Entsprechend dümpeln gerade die Pay Per Click Angebote so langsam vor sich hin, nachdem sie zu Anfang der „Ferien“ einmal kräftig angepasst wurden. Ich schätze mal, dass erst so gegen Sonntag Abend wieder ein normaler (Daten)Verkehr möglich ist ;-).

Miva zieht sich aus Deutschland zurück

Habe gerade eine Mail bekommen, wonach Miva die bisher in Hamburg angesiedelte Geschäftsstelle schließt und die Kunden fortan direkt aus England betreut.

So richtig überraschend war das nicht. Schon am 21. August war eine Restrukturierung angekündigt worden, die europaweit greifen soll. Hintergrund sind Verluste von zusammen rund 4,5 Millionen Dollar in der ersten Hälfte 2008. Für die Restrukturierung sollen nochmals rund 4 Millionen Dollar eingesetzt werden. Das Unternehmen verkündete, im vierten Quartal wieder einen Gewinn anzustreben.
Miva ist ein vergleichsweise kleiner Anbieter für Pay per Click Dienste und hatte in Deutschland kaum namhafte Kunden. Hervorzuheben war lediglich qua Bekanntheitsgrad und Reichweite ProSieben. Gegenüber Google Adwords war nur ein marginaler Anteil sowohl an Reichweite, wie auch an Zugriffszahlen auf die von mir betreuten Server gegeben.

Der Rückzug und die zentrale Betreuung aus England sind logische Maßnahmen zur Kostenreduktion, um das Unternehmen zu retten. Zurzeit erhalten die Werbetreibenden entsprechende Mails, welche die Umstrukturierung sowohl ankündigen, wie auch eine Umschreibung des auf Miva GmbH lautenden Vertrages auf Miva UK anbieten. Ändern soll sich ansonsten erst mal nichts.

Second Life – war da was?

Es hatte kräftig gehypt um Second Life. Die Plattform war in aller Munde und schwupps schossen die Agenturen und Berater aus dem Boden. Dann aber ging es rapida abwärts, siehe den ersten Bericht über Second Life aus dem Jahr 2007. Mittlerweile sieht es noch düsterer aus.

Sehr viele Firmen haben ihre Projekte eingestellt und bedienen nur noch die Unentwegten, welche sich noch in der nach meinem Geschmack etwas besseren Chat-Community tummeln. Dabei hat Second Life in Sachen Kundengewinnung nie eine herausragende Rolle gespielt im Vergleich zu den fast schon klassischen Formaten einer hohen Position in Google, bezahlten Werbeeinblendungen in Adwords oder auch ganz normalen Affiliate-Programmen. Auch ebay eignet sich trotz mannigfacher Austritte der Powerseller immer noch besser für einen direkten Vertrieb physischer Güter.

Ich möchte an diesem „Erfolg“ einmal den typischen Mechanismus von Internethypes darstellen. Es kommt ein neues System, ein neuer Dienst auf den Markt, der ein paar Neuerungen beinhaltet oder alte Ideen anders präsentiert. Die ersten Teilnehmer eignen sich schnell die Handhabung des Systems an und erstellen ihre Projekte. Mit einem gehörigen Rumms wird eine Promotion gestartet. Dazu kommt eine Berichterstattung in sowohl Fachmedien, wie auch – viel wichtiger – normalen Magazinen und  – ganz wichtig – der Presse für Marketing und Werbung.

Hier sitzen die entscheidenden Multiplikatoren. Viele Werbemenschen lassen sich leicht von Schlagworten begeistern und geben diese an ihre Kunden weiter. Wenn zudem große Firmen erhebliche Anstrengungen planen, muss es wohl irgendetwas sehr gutes sein. Das eine kommt zum anderen und mit einem gepflegten Halbwissen wird über den Zukunftsmarkt gesprochen. Die Magazine für Werber müssen derweil laufend Neuerungen beschreiben, sonst könnte man sich man ja mit 2 Semestern Marketing das Lesen derselbigen sparen.

Was glauben Sie, wie viele der Second Life Agenturen neben dem Pixelschubsen die komplexe Steuerung von Adwords wirklich beherrschen oder im Bereich Suchmaschinenoptimierung Herausragendes leisten? Second Life hat keine 800 Parameter in Key Performance Indikatoren, Second Life ist grafisch. Was grafisch ist, kann man verändern und dem Publikum schmackhaft machen. Ergo muss Second Life ein Erfolg werden.

Meine Meinung sieht da etwas anders aus. Was an Umsatz und Image herauskommt, zählt. Ich gehöre zu den bösen Leuten, welche sich für das Geld der Kunden verantwortlich fühlen. Da muss möglichst viel bei herauskommen. Für mich sind Sprüche wie „aufs Markenkonto eingezahlt“ nur Beschreibungen von entweder Dilettanten oder Abzockern. Ist für den Kunden letztendlich egal, das Geld ist futsch.

Genau das ist einigen typischen Opfern von Agenturen passiert. Selbst Mittelständler sollten Second Life machen, kostet ja nicht soooo viel und die großen Jungs machen es ja auch. Hat keinen Erfolg gehabt, also muss hier noch was nagepixelt und dort etwas programmiert werden. Klappt auch nicht, dann ist hier noch dieser Dienst, den man unbedingt implementieren muss, damit es ein Erfolg wird…….usw, etc..

Falls jemand eine Firma kennt – kundenseitig – für die Second Life ein voller und vor allem zählbarer Erfolg war, bitte melden. Ich meine nicht die Pioniere, welche sich zu Beginn breitgemacht haben und durch virtuelle Landverkäufe zu richtig Geld kamen. Welcher Mittelständler hat seine Investitionen raus und einen Gewinn oberhalb der Opportunitätskosten erreicht?