News-Recycling füllt leere Seiten

Neben den täglich neuen Nachrichten braucht so manches Portal Füllmaterial. Dabei greift man gerne auf schon einmal aufbereitete Themen zurück, die einfach unregelmäßig wieder auf der Startseite eingespielt werden. Nach dem Motto: Besser alte Informationen, als gar nichts zu berichten.
Nehmen wir als Beispiel einmal GMX. Wenn nicht gerade 6 Mafia-Morde passieren oder Lafontaine eine motivierende Rede hält – was schlimmer ist, darüber streiten sich die Gelehrten – benötigt das von vielen Nutzern verwendete Mailangebot ein paar Highlights. Jetzt ist es mir schon mehrfach passiert, dass altbekannte Themen neu und immer wieder eingeblendet werden. Zwar wird der Neuigkeitswert nicht besser, aber die Zielgruppe scheint wohl von GMX auch als nicht „besser“ eingeschätzt zu werden.

In unregelmäßigen Abständen kann man etwa erfahren, was Prominente gemacht haben, bevor sie prominent wurden. Und wenn die Cowboys wieder einmal den Islamisten eins aufs Haupt geknallt haben, kommt gleich wieder die Fotostrecke mit High-Tech Waffen aus den USA. *gähn*. News-Recycling kann ja soooo aufregend sein.
Kann ja sein, dass die viele neue Leser bekommen, die diese „Nach-be-richten“ noch nicht hatten, aber es spart in jedem Fall Redaktionsleistung und Kosten. Auch eine Art von Onsite-Optimierung. Andererseits haben diejenigen, welche sich so einen Unfug ansehen, vielleicht ein wenig Abwechslung verdient. Wie wäre es mit „Dieter Bohlen im Musikantenstadl“ oder „Mutantenstadl meets US5“? Nur mal so als Anregung für wirklich neue Stories, die platt genug sind, um flache Interessen zu bedienen ;-).

Alexa und der Unfug des Ranks

Oh, Mann, da geht gerade eine Renaissance ab, die für meinen Geschmack schwer nach Geldgier riecht. Alexa ist eine hierzulande faktisch kaum genutzte Geschichte aus Amerika, die eine Suchmaschinenkontrolle beinhaltet und mit einer Toolbar im Browser das Besuchsverhalten der Benutzer misst. Nett allerdings: man kann das Zugriffsverhalten bei der Konkurrenz beobachten und das sogar kostenlos.
Bedeutung für den deutschen Markt? Wenn Sie mich fragen, nicht viel. Gegen Google, web.de, Yahoo, Lycos, Msn, AOL und T-offline sowie ein paar andere gemessen, mag der Benutzungsgrad irgendwo im Promillebereich liegen. Trotzdem hat Alexa mit der Toolbar ein Ranking geschaffen. Da sehe ich aber einige kleinere Probleme. Wer ein Plug-In im Browser hat, nutzt meist die Google Toolbar, Yahoo oder wen auch immer noch eins. Firefox kommt eh schon mit den Funktionen daher und meldet netterweise nichts nach außen.

Jetzt optimieren doch tatsächlich Leute für ein System zur Zugriffsmessung, das im deutschsprachigen Raum nun wirklich keine große Bedeutung hat. Entsprechend kann man super mit den ach so tollen Resultaten werben und Kunden ködern. Entsprechend der geringen Bedeutung in Deutschland halte ich die Messungen für wenig valide und aussagekräftig. Entsprechend kümmere ich mich einen feuchten Honecker um die Alexa-Fans.

Alexa mag seine Vorteile haben, wenn man Trends großer Webseiten bestimmen möchte, fürs reale Online Marketing und bei mittleren bis kleinen Webseiten scheint es meines Erachtens nicht brauchbar.

Bevor ich mich jetzt um Alexa und das damit verbundene Ranking kümmere, schiebe ich lieber Kundenseiten nach oben und messe Conversions in etablierten Kanälen.

Silver Surfer – ein Wachstumsmarkt und Kommunikation für Senioren

Menschen werden immer älter, bleiben immer länger geistig fit und benutzen immer häufiger das Internet. Senioren stellen einen riesigen Markt dar, der mit passenden Angeboten bedient sein will. Andererseits bietet gerade das Internet jede Menge geistigen Anreiz (nicht jeder Senior sitzt stumm im Heim, sondern viele suchen aktive Kommunikation!!).

Lassen Sie mich das an einem persönlichen Beispiel erläutern. Es gab einen Briefmarkensammler aus Berlin, mit dem ich über ebay in Kontakt gekommen war. Total nett und sehr aufgeweckt, nutzte er das Internet zur Kommunikation – schon 2001. Seine körperliche Behinderung machte hier nichts aus, er konnte mit der ganzen Welt Kontakt aufnehmen.

Insgesamt stellt zudem der Markt für Senioren ein riesiges Potenzial dar. Allerdings verhalten sich viele sehr viel schlauer, als ein üblicher Schnellkäufer. Sie denken nach, recherchieren – wenn man denn schon im Web ist, gehts fix nebenbei – und bevorzugen in der Regel eine mittlere bis gute Qualität.

Dumme Werbeslogans oder platte Sprüche greifen hier nicht gut – zurecht. Allerdings werden auch die nicht ganz so hellen Älteren demnächst massiv im Web vertreten sein. Schätze mal, wenn die Generation der DSDS-Fans oder Bohlen/Tokio Hotel altert, gibts dann passende Angebote auch für die etwas weniger Intellektuellen.

In jedem Fall sollten Webseiten jetzt schon barrierefrei gestaltet werden – also bei Veränderungen der Schriftgröße beispielsweise nicht aus dem Layout laufen. Ist nur ein kleiner Menüpunkt, der wenig Navigation benötigt. Dann kann man sowohl sehbehinderte Menschen ansprechen (und , ehrlich, warum soll man es einem Benutzer schwerer als nötig machen, ist programmtechnisch ein Klacks), wie auch Zielgruppen bedienen.

Die Verbindung kommerzieller Interessen und gesellschaftlicher Verantwortung geht hier ausnahmsweise Hand in Hand. Empfehlenswert ist beispielsweise ein Blick auf Seiten wie Senioren ins Netz. Das war ein Vorreiter, sehr viel mehr werden kommen.

Bezahlte Links – nicht immer bringts

In Google nach oben? Dafür braucht man eingehende Links auf die eigene Seite!

Schaut man auf so einige Webseiten, kann man dort Links mieten. Üblicherweise hat die Seite dann einen hohen Pagerank – davon lassen sich die meisten beeindrucken – und jede Menge Kunden, die sich dort bereits eingetragen haben. Die Preise pro Monat reichen dabei von 5-10 Euro für eine Pagerank 3 Seite bis hin zu deutlich über 100 Euro für Seiten mit den Pageranks 5 oder 6.

Noch heftiger sind die Preise für einige Kataloge, die recht aggressiv von eigenen oder angemieteten Callcentern beworben werden. Da wird dann gerne vollmundig von Verbesserung der Position in Google geredet, wie toll das Ganze ist und wie viele dort schon mitmachen. Halt! Hier ist der Knackpunkt – wie viele dort schon mitmachen.

Das kann mächtig in die Hose gehen. Nimmt man eine normale Seite, wird Google ab so ungefähr 100 ausgehenden Links kritisch, ab ca. 10 – 20 ausgehenden Links schon misstrauisch. Ausnahmen sind vielleicht Blogs, Kataloge und Communities, wo mehr Links erscheinen dürfen.

Was passiert, wenn man von einer Seite verlinkt, wo massenhaft Links ausgehen? Für den Pagerannk, also das für Laien offensichtliche weil messbare Verfahren, gibt es einen variablen Dämpfungsfaktor. Faustregel: viele ausgehende Links und von einer hohen Pagerankvererbung bleibt wenig übrig. Der Pagerank kann aber egal sein, solange die Position in der natürlichen Suchausgabe stimmt – beides sind unterschiedliche Prozesse. Doch auch hier stimmt es sehr schnell nicht mehr. Wenn Google die Nase über viele und zudem vielleicht noch thematisch nicht unbedingt passende Beiträge rümpft, bringt die teure Verlinkung nichts mehr.

Schlimmstenfalls kann sie sogar schaden. Man fliegt zwar nicht unbedingt aus dem Index, aber eine Rückstufung ist schon drin. Dabei verkraftet eine natürlich im Web „aufgehängte“ Seite auch mal so etwas, Google scheint hier irgendwie nach der Devise zu arbeiten: „was solls“, für den Start einer Seite kann eine solche Aktion böse in die Hose gehen.

Also, wenn Linkaufbau, dann natürlich. Wenn ein Link angemietet werden soll, achten Sie darauf, dass es nur wenige ausgehende Links gibt. Die berühmt-berüchtigten Linkfarmen sind nicht alleine Gift für die Position, sondern auch fürs Portemonnaie.

Das neue Yahoo Search Marketing

Da hat Yahoo einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht. Nachdem einiges am alten Search Marketing zu mäkeln war, ist das neue System sehr viel schneller und zudem sehr viel genauer einstellbar.

Die jetzige Auftrennung in Kampagnen sowie die damit verbundene Verwaltung ist unter dem Strich supergenau. Als da wären: Es gibt nun eine getrennte Einstellmöglichkeit für einen direkten Treffer (sponsored search) oder die Ähnlichkeitssuche (content match). Da lässt es sich prima festlegen, ob man nur einen exakten Treffer möchte, oder beispielsweise bei sinngemäßen Eingaben der Benutzer auch einmal präsentiert sein will. Wers nicht möchte, kanns ausschalten.
Auch ist sehr schön, dass sich Start und Ende einer Kampagne sehr genau einstellen lassen – ideal für Aktionen und Sonderangebote. Auch „Anzeigen optimieren“ ist eine sinnvolle Option. Automatisch werden die Anzeigen eingeblendet, die am besten laufen – unter Berücksichtigung des Tagesbudgets.

Für einen schnellen Überblick sorgt ein neuartiges Performancediagramm, dass sehr schnell erfassbar ist. Fein auch die neuen Berichte, etwa sind Trends superschnell erkennbar und durch die Analyse nach Kennzahlen erspart man sich die zeitaufreibende Tour durch selbst geschriebene Excel-Tabellen. Nimmt man dazu noch die schnelle manuelle Ein/Ausschaltung, ist das Yahoo System zurzeit wohl mit das Beste für SEM.

Trotzdem ein Wunsch: eine einfach zu erreichende genaue Einstellung der Kampagnen, respektive Keywords, nach Uhrzeit über den Tag wäre fein. Und wenn Yahoo mal mehr Seiten aufnehmen würde, wärs auch nicht schlecht, ich glaube, auch für Publisher ist das System jetzt eine ganze Menge attraktiver.
Tipp: das Tagesbudget ist nach wie vor getrennt von den Kampagnen einstellbar (Verwaltung/Konten), die genauere Kampagnenunterteilung erlaubt aber eine sehr viel präzisere Verteilung.