Email – Marketing – es kommt auf das Intervall an

Gerade habe ich wieder einen meiner Email-Accounts abgerufen. Der, auf dem normalerweise nur die ein oder andere Teilnahmebestätigung oder sonstiger unwichtiger Kram landet. Dabei sind mir wieder einmal ein paar Newsletter aufgefallen, die in der Form nun wirklich keiner braucht. Vor allem sind verschiedene Versandhändler darunter, die fast täglich das ein oder andere Sonderangebot heraushauen. OK, ich gebs zu, die waren sowieso schon im Spam-Ordner. Was man daraus aber sehen kann:

Man sende nur dann einen Newsletter aus, wenn es tatsächlich um News oder interessante Angebote für den Kunden geht.

Wer oft sendet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann die Adressaten nerven. Und die dürften dann genau so reagieren wie ich: Spamfilter an und dauerhaft ins Nirvana geschossen.

Intelligenter sind periodisch und zyklisch abgestimmte Aussendungen. Ein- oder zweimal im Monat einen allgemeinen Newsletter. Dazwischen vielleicht themen- oder benutzergruppenorientierte Mailings. Aber nicht so viel, dass ein Internetnutzer irgendwann genervt alles ausschaltet.

Etwas anders sieht es bei großen Discountern (Lidl, Aldi, Plus..) aus, die zweimal pro Woche neue Sonderangebote haben. Nicht, dass man täglich bei denen einkauft. Aber es macht halt Sinn. Wer dagegen als Nischenanbieter jeden noch so minimalen Mini-Artikel bewirbt, verprellt die Kundschaft.

Werbeagenturen und Onlinemarketing

Das wird jetzt ein Beitrag, für den ich sicher nicht nur Sympathien ernte. Die Frage ist, ob eine klassische Werbeagentur Onlinemarketing durchführen oder es besser Spezialisten überlassen sollte. Eine mögliche Antwort gibt folgende Umfrage:

Bericht in Yahoo über Zutrauen in Werbeagenturen

So trauen nicht einmal die Hälfte von Marketingverantwortlichen in großen amerikanischen und britischen Firmen einer klassischen Werbeagentur ein gutes Onlinemarketing zu. Viel eher setzen sie auf Spezialisten, die ergänzend oder gar vollkommen autark online eingesetzt werden.

Ein Grund kann das starke Bedürfnis an technischem Wissen sein, welches offensichtlich nicht in ausreichendem Umfang bei klassischen Agenturen vorhanden ist. Wenn sich schon im Onlinemarketing starke Spezialisierungen herausbilden, wie kann ein auf Print, TV oder Radio basierendes Wissen da noch mithalten?

Angefangen von einem Aufbau eines Servers bis hin zur Programmierung sind Fachkenntnisse nötig, die meines Erachtens nicht von klassischen Agenturen abzubilden sind. Diese Fachkenntnisse entscheiden aber, ob ein Webauftritt nur eine bunte Insellösung oder ein integrales System wird. Gerade die Tendenz vieler Agenturen, immer wieder etwas neues verkaufen zu wollen oder zu müssen, passt einfach nicht in eine technisch sinnvolle Umsetzung. Ein hektisches Herumgestalten und Experimentieren ohne Strategie geht schief.

Das waren aber erst einmal die Grundlagen. Onlinemarketing ist mehr. Technik muss souverän beherrscht werden, zusätzlich aber noch aktuelles Wissen um Methoden, Anwendungen und das Marktgeschehen. Bei jedem System zum Suchmaschinenmarketing (Google Adwords, Yahoo Search, Miva, Mirago….) gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Diese müssen sinnvoll eingesetzt werden. Auch eine hochklassige Bedienung der Systeme setzt Erfahrung voraus. Einfach eine Kampagne buchen, irgendwelche Gebote abgeben und dann abwarten geht schief.

Bei Affiliates sollte man die Programme der verschiedenen Anbieter, ihre Reichweite, Eigenarten und Möglichkeiten kennen. Wer einfach nur irgendwo bannerwerbung platziert, erreicht keine guten Ergebnisse.

Für eine Suchmaschinenoptimierung benötigt man haufenweise Technikwissen. Zusätzlich noch Erfahrung, wie beispielsweise Indizes, Webkataloge und Verzeichnisse zeitlich agieren. Eben mal unter die Top 10 wollen und dies ohne ausreichende Erfahrung versuchen, geht schief.

Ebenso in die Hose gehen Aktionen bei ebay, wenn man nicht jahrelange Erfahrung im Kaufverhalten der Nutzer hat.

Ohne Wissen zum Onlinecontrolling laufen Kampagnen völlig neben der Spur. Stolz ein paar Werbeeinblendungen vermelden, die man auf den Serverstatistiken gesehen hat, bringt gar nichts. Nur wer genau das Besucherverhalten messen kann, ist in der Lage, optimale Strategien und wirkungsvolles Controlling zu fahren. Auch in der direkten Anbindung an das Controlling im Warenwirtschaftssystem.

Wer also Dienstleister für Online sucht, schaut besser bei den Spezialisten vorbei. Die können gerne mit klassischen Agenturen kooperieren. Nur bringt jeder auf seinem Tätigkeitsfeld mit seiner Spezialisierung einfach die besseren Resultate.

Schmutzige Tricks in ebay – fallen doch auf

Bei ebay gibt es immer wieder den ein oder anderen Vorfall, der eine gewisse kriminelle Tendenz aufweist. Nicht von ebay selbst, aber von einigen Benutzern. Der Händler bei ebay sollte daher sehr genau wissen, wie mit einfachen Mitteln dagegen vorgegangen werden kann.

Nehmen wir einmal an, Sie versteigern ein Auto mit einem Marktwert von 10.000 Euro und lassen die Auktion bei einem Euro starten. Bald trudeln die ersten Gebote ein. Irgendwann gibt ein Benutzer ein Angebot mit 500 Euro ein. Und kurz darauf bietet jemand 15.000 Euro. Prima, sagen Sie sich und hoffen auf einen Super-Verkaufspreis. Weitere Gebote gehen nicht mehr ein und Sie erwarten eine Zahlung von 15.000 Euro für Ihren Wagen. Kurz vor Ende der Auktion macht aber der Bieter eine Rolle rückwärts oder fliegt bei ebay raus. Dann fällt das Gebot wieder auf 500 Euro. In dem Moment sind Sie eigentlich verpflichtet, den Wagen für 500 Euro herauszugeben, wenn Sie keine Verbindung zwischen dem 500 Euro-Bieter und dem 15.000 Euro-Bieter herstellen können. Macht wenig Freude.

Bei derartigen Auktionen sollten Sie immer einen Mindestpreis hinterlegen. Ist der nicht erreicht, bleibt der Wagen bei Ihnen, selbst mit dem 500 Euro Angebot. Kostet nicht viel und man ist auf der sicheren Seite.

Falls tatsächlich jemand die 15.000 bietet, lohnt eine Kontaktaufnahme mit dem potentiellen Käufer. Wenn er das Auto tatsächlich haben möchte, wird er reagieren. Dann haben Sie ihn am Wickel. Wenn nichts kommt, der Käufer erst seit kurzem dabei ist und beispielsweise massig negative Bewertungen hat, ist Vorsicht angebracht. Sie können dann das Gebot streichen. Dies aber bitte rechtzeitig, damit die Auktion normal durchlaufen kann.

Mit beiden Maßnahmen, einem Mindestpreis und einer eventuellen Löschung unrealistischer Gebote, schützen Sie sich sehr gut vor Auktionsmanipulationen.

Dann noch ein wenig Praxiswissen ums liebe Geld, keine Rechtsberatung.

Bei der Bezahlung eines Artikels sollten Sie nichts anderes anbieten als Vorkasse, Barzahlung (die Sie am besten in den Räumen Ihrer Bank durchführen und gleich auf Ihr Konto einzahlen), Kreditkarte oder ggf. Paypal. Hier aber abwarten, bis die Zahlung bestätigt ist und nicht schon bei einer avisierten Zahlung die Ware aussenden.

Ganz übel ist Lastschrift, wie auch im normalen Onlinehandel. Da eine Lastschrift zurückgebucht werden kann, sollten Sie keinesfalls die Ware verschicken, bis der Termin für eine Rückbuchung überschritten ist, Sie also tatsächlich das Geld sicher haben. Ansonsten rennen Sie, wie bei einem meiner Kunden, der partout nicht hören wollte, hinter 2 sehr teuren Geräten in sozialen Brennpunkten hinterher, die schon x-mal zwischendurch den Besitzer gewechselt haben.
Auch bei gewerblichen Käufern sollten Sie auf jeden Fall in Ihren AGB den Eigentumsvorbehalt sehr deutlich hervorheben, auch im Fall eines Wiederverkaufs oder Vermietung. Bekanntlich sind Geschäftsabschlüsse im Fall einer Insolvenz teilweise rückgängig zu machen.

Büttenreden sind gesucht – ich kipp nach hinten

Das hätten wir nun wirklich nicht gedacht. Da bringt man ein ebay-Skurrilogramm mit dem Angebot einer Büttenrede. Für die Nicht-Karnevalsfans: Das ist ein Monolog im Karneval, wo es in Mainz teilweise hervorragend pointierte politische Anspielungen, in Köln 20 Jahre alte Witze unter der Gürtellinie und in Münster gar nix zu lachen gibt. Und jetzt suchen Benutzer wie irre Büttenreden auf Google und landen bei uns.

Scheint eine richtige Lachnummer-Industrie zu sein. Adsense-Werbeeinblendungen lassen grüßen. Gibts ab ca. 20 Euro das Stück. Garantiert waschbar, pflegeleicht, in 745 Schützenfestzelten erprobt und hohlraumversiegelt. Letzteres macht die lustige Kopfbedeckung beim Vortrag des Recyclingmaterials.

Irgendwie erinnert mich das an Terry Pratchett, einen englischen Fantasy-Autor. In dessen Romanen gibt es die Narrengilde, wo man auf dem Tortenwurfstand den richtigen Umgang mit Sahnegeschossen lernt und ansonsten streng lustig alles nach Handbuch erledigt werden muss. Wenn nicht, wirds weniger lustig für den Narren.

Oh, Mann, können die Narren da nicht ein pinkfarbenes Tonband hinstellen und die Sache einmal aufnehmen? Oder sich einen DSL-Anschluss in den Saal legen und alles via Internet abrufen? Web 3.0 empfiehlt: Gehen Sie mit der Zeit. Sparen Sie für zwei Bier mehr und holen Sie sich Archivmaterial aus dem Netz.

Diese Büttenrede ist dagegen ……anders.

Preis-nie-vau in ebay – man muss nicht alles mitmachen

Wieder einmal tobt ein gnadenloser Verdängungswettbewerb in ebay. Die Preise für viele Markenartikel sind im Keller. Ganz schlimm ist es bei Computern, Druckern, Scannern und Komponenten für Computer. Dabei sind die Margen für viele Händler eindeutig im unteren einstelligen Bereich angekommen. Hier darf man sich fragen, wie die langfristige Geschäftspolitik aussieht. Wer Artikel mit 4 oder 5 Prozent Gewinn verkauft, muss entweder einen sehr langen Atem haben oder ist zum Wachstum verdammt.

Nur die pure Masse kann bei derart niedrigen Preisen einen ausreichenden Umsatz bringen. Weil die Einkaufskonditionen bei den Distributoren günstiger ausfallen. Zudem muss das eigene Geschäftsmodell sehr preisgünstig im Betrieb sein. Angemietete Ladenlokale oder eine große Halle im Industriegelände sind meist schon zu teuer. Auch wenn es den Grundsätzen von ebay widerspricht, dürfte so manch einer Rechner oder Drucker anbieten, die erst noch beim Distributor zusammengebaut werden müssen.

Das gegenseitige Hauen und Stechen ist in einigen Fällen eindeutig als Verdrängungswettbewerb erkennbar. Du oder ich, friss oder stirb. Und wenn irgendwo ein einigermaßen stabiles Preisniveau herrscht, prescht garantiert irgendeiner vor und unterbietet um ein paar Euro. Und wenn es nicht anders geht, wird eben an der ein oder anderen Komponente gespart. Entsprechend oft sind Systeme im Angebot, die nicht unbedingt durchgehend sinnvoll zusammengestellt sind. Da gibt es eine super-Grafikkarte, welche Käufer lockt, und im Hintergrund werkelt das billigste Fernost-Netzteil. Macht keinen Sinn für einen Käufer. Von solchen Dingen wie der Umgehung der Elektroschrott-Verordnung reden wir besser nicht.
Ebay ist ein wichtiger Verkaufskanal, über den sehr viele Transaktionen abgewickelt werden. Aber man muss nicht alles mitmachen. Ein Händler kann durchaus günstig eingekaufte Komponenten zu sinnvollen PC zusammenstellen und diese anbieten. Aber nur Geräte „durchschieben“, um in der Masse an günstige Einkaufskonditionen zu kommen, naja. Personal, Logistik und die Kosten für ebay wollen ja auch bezahlt sein.

Alte Hasen bei ebay und eingesessene Power-Seller werden es jedem neuen Anbieter schwer machen, in diesem hart umkämpften Markt Fuss zu fassen. Wer also keine Erfahrung in ebay hat und einfach nur einen Trend aufgreifen möchte, wird Schwierigkeiten bekommen oder sollte eine teure Lehrzeit in Kauf nehmen. Gut sieht es bei nicht vergleichbaren Produkten aus. Alleinstellungsmerkmale erlauben eine flexiblere Kalkulation. Man prügelt sich eben nicht um noch 2 Cent weniger für Marken-Festplatte XY. Dieser Ansatz ist dann auch der richtige. OK, man sieht, was im Markt läuft, bietet dann aber nicht genau das Gleiche an. Ein MBchen mehr Ram hier, ein paar Hertz mehr bei der Grafikkarte oder ein vernünftiges Netzteil, schon sind die Angebote nicht mehr vergleichbar.

Auf jeden Fall sind deutliche Hinweise angebracht, warum die Produkte eben nicht mehr vergleichbar sind oder was gerade die verbaute Komponente Sinn in der Konfiguration macht. Einfach nur Prozessor, Arbeitstakt, Speicher, Grafikkarte, Festplatte usw. auflisten funktioniert in jedem Fall nicht. Es sei denn, Sie möchten sich vergleichbar machen und sich auf eine Preis-Prügelei einlassen.