Business Treffen, Smalltalk und Expertenabend

Die Konjunktur zieht an. Folglich sind Veranstaltungen zu Akquise, Marketing, Online Marketing und Verkaufsschulung gerade wieder im Kommen. Die Veranstalter vermelden verstärkt Anmeldungen, wobei die Aussteller allgemein vorsichtiger agieren, als etwa zu Zeiten des neuen Markts, wo blind Geld in aufwändige Präsentationen oder einen Expertenabend mit kulinarischen Highlights investiert wurden.

Es stimmt, dass man in kleiner Runde oder beim Gespräch am Stand mit anderen Experten schnell einmal den ein oder anderen wertvollen Kontakt findet, der am Abend mit einem Plausch beim Bier vertieft wird. Allerdings geht meines Erachtens der Trend weg von losem Smalltalk hin zu mehr Informationsaustausch. Kunden möchten eher solide Informationen und lassen sich von der Hektik der Verkäufer nicht mehr so leicht infizieren. Als Beispiel mag die OMD dienen, wo regelmäßig hochkarätige Deals eingefädelt werden, in einer zwar dymanischen, jedoch nicht völlig überdrehten Atmosphäre.

Natürlich sind hier auch wieder die üblichen Berater vertreten, die den ein oder anderen Geschäftsführer bei einem Kamingespräch oder Expertenabend subtil einlullen möchten. Diese beißen allerdings bei gestandenen Unternehmern zunehmend auf Granit. Meine Vorstellung geht da in eine andere Richtung. In einer ungezwungenen Atmosphäre am Abend, in lockerer Runde, als Dresscode smart casual geht man genau so sachlich, humvorvoll und fundiert miteinander um, wie bei einem Kamingespräch. (Der Terminus Kamingespräch kommt von einer Einladung in gastronomisch hervorragende Umgebungen, bei denen ein Kamin sanft im Hintergrund flackert und sich der Berater die Nöte der Geschäftsleitung anhört, während er heimlich seine Angebote schmiedet).

Für mich persönlich wäre so ein „Expertenabend“ eher was in Richtung lockeres Treff, wenn ein Kunde Leistungen möchte, wird er direkt oder indirekt darauf kommen, man muss ja nicht mit der Keule verkaufen. Interessant können da durchaus Treffen von verschiedensten Unternehmen sein, bei denen die jeweiligen Experten für Fachgebiete im Hintergrund stehen und auf Bedarf hin angesprochen werden.

Silver Surfer – ein Wachstumsmarkt und Kommunikation für Senioren

Menschen werden immer älter, bleiben immer länger geistig fit und benutzen immer häufiger das Internet. Senioren stellen einen riesigen Markt dar, der mit passenden Angeboten bedient sein will. Andererseits bietet gerade das Internet jede Menge geistigen Anreiz (nicht jeder Senior sitzt stumm im Heim, sondern viele suchen aktive Kommunikation!!).

Lassen Sie mich das an einem persönlichen Beispiel erläutern. Es gab einen Briefmarkensammler aus Berlin, mit dem ich über ebay in Kontakt gekommen war. Total nett und sehr aufgeweckt, nutzte er das Internet zur Kommunikation – schon 2001. Seine körperliche Behinderung machte hier nichts aus, er konnte mit der ganzen Welt Kontakt aufnehmen.

Insgesamt stellt zudem der Markt für Senioren ein riesiges Potenzial dar. Allerdings verhalten sich viele sehr viel schlauer, als ein üblicher Schnellkäufer. Sie denken nach, recherchieren – wenn man denn schon im Web ist, gehts fix nebenbei – und bevorzugen in der Regel eine mittlere bis gute Qualität.

Dumme Werbeslogans oder platte Sprüche greifen hier nicht gut – zurecht. Allerdings werden auch die nicht ganz so hellen Älteren demnächst massiv im Web vertreten sein. Schätze mal, wenn die Generation der DSDS-Fans oder Bohlen/Tokio Hotel altert, gibts dann passende Angebote auch für die etwas weniger Intellektuellen.

In jedem Fall sollten Webseiten jetzt schon barrierefrei gestaltet werden – also bei Veränderungen der Schriftgröße beispielsweise nicht aus dem Layout laufen. Ist nur ein kleiner Menüpunkt, der wenig Navigation benötigt. Dann kann man sowohl sehbehinderte Menschen ansprechen (und , ehrlich, warum soll man es einem Benutzer schwerer als nötig machen, ist programmtechnisch ein Klacks), wie auch Zielgruppen bedienen.

Die Verbindung kommerzieller Interessen und gesellschaftlicher Verantwortung geht hier ausnahmsweise Hand in Hand. Empfehlenswert ist beispielsweise ein Blick auf Seiten wie Senioren ins Netz. Das war ein Vorreiter, sehr viel mehr werden kommen.

Bezahlte Links – nicht immer bringts

In Google nach oben? Dafür braucht man eingehende Links auf die eigene Seite!

Schaut man auf so einige Webseiten, kann man dort Links mieten. Üblicherweise hat die Seite dann einen hohen Pagerank – davon lassen sich die meisten beeindrucken – und jede Menge Kunden, die sich dort bereits eingetragen haben. Die Preise pro Monat reichen dabei von 5-10 Euro für eine Pagerank 3 Seite bis hin zu deutlich über 100 Euro für Seiten mit den Pageranks 5 oder 6.

Noch heftiger sind die Preise für einige Kataloge, die recht aggressiv von eigenen oder angemieteten Callcentern beworben werden. Da wird dann gerne vollmundig von Verbesserung der Position in Google geredet, wie toll das Ganze ist und wie viele dort schon mitmachen. Halt! Hier ist der Knackpunkt – wie viele dort schon mitmachen.

Das kann mächtig in die Hose gehen. Nimmt man eine normale Seite, wird Google ab so ungefähr 100 ausgehenden Links kritisch, ab ca. 10 – 20 ausgehenden Links schon misstrauisch. Ausnahmen sind vielleicht Blogs, Kataloge und Communities, wo mehr Links erscheinen dürfen.

Was passiert, wenn man von einer Seite verlinkt, wo massenhaft Links ausgehen? Für den Pagerannk, also das für Laien offensichtliche weil messbare Verfahren, gibt es einen variablen Dämpfungsfaktor. Faustregel: viele ausgehende Links und von einer hohen Pagerankvererbung bleibt wenig übrig. Der Pagerank kann aber egal sein, solange die Position in der natürlichen Suchausgabe stimmt – beides sind unterschiedliche Prozesse. Doch auch hier stimmt es sehr schnell nicht mehr. Wenn Google die Nase über viele und zudem vielleicht noch thematisch nicht unbedingt passende Beiträge rümpft, bringt die teure Verlinkung nichts mehr.

Schlimmstenfalls kann sie sogar schaden. Man fliegt zwar nicht unbedingt aus dem Index, aber eine Rückstufung ist schon drin. Dabei verkraftet eine natürlich im Web „aufgehängte“ Seite auch mal so etwas, Google scheint hier irgendwie nach der Devise zu arbeiten: „was solls“, für den Start einer Seite kann eine solche Aktion böse in die Hose gehen.

Also, wenn Linkaufbau, dann natürlich. Wenn ein Link angemietet werden soll, achten Sie darauf, dass es nur wenige ausgehende Links gibt. Die berühmt-berüchtigten Linkfarmen sind nicht alleine Gift für die Position, sondern auch fürs Portemonnaie.

Die Sache mit TMG und telefonischer Belästigung durch Callcenter

Heute hatte ich wieder einen Anruf, bei dem man mir den üblichen Lotto-Unfug andrehen wollte. Also die übliche Belästigung durch Callcenter. Natürlich, wie üblich, mit unterdrückter Rufnummer. Tatsache ist, dass ich nach Inkrafttreten des TMG niemanden die Erlaubnis gegeben habe, mich ungefragt anzurufen. Hehe, Sie bemerken die Ironie? Ungefragt anrufen ist naturgemäß reichlich schwierig……..

Als Online Marketer darf man zwar durchaus mit Anrufen rechnen, die themenbezogen sind, private Angebote sind ohne Zustimmung unzulässig und nicht zum eigentlichen Geschäftsbereich gehörende Belästigungen meines Wissens genauso.

Zumal man dort die blödesten Sprüche hört. Die Vermögensberatung XY laberte irgendwas, sie sei von der Bundesregierung beauftragt, die Versorgungslücke zu schließen. Auftragnehmer der Teuerkom haben auch schon mehrmals angeklingelt und wollten meinen Tarif verbessern – geht nicht, bin eh bei Arcor. Und dann sind da noch die beliebten Klassenlotterien. Alle Jubeljahre klingelt es und die einmalige Chance auf blabersülzblubberlall sollte man wahrnehmen. Kommt vor allem gut, wenn es sich so anhört: „Musst machen, ist solide, würd ich auch mein Brudrrr empfehlen“. Soll er, soll er.

Nur ich stehe nicht auf Belästigung. Meist sind es zwar arme Schweine im Callcenter, dafür wirds aber nicht besser.

Das neue Yahoo Search Marketing

Da hat Yahoo einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht. Nachdem einiges am alten Search Marketing zu mäkeln war, ist das neue System sehr viel schneller und zudem sehr viel genauer einstellbar.

Die jetzige Auftrennung in Kampagnen sowie die damit verbundene Verwaltung ist unter dem Strich supergenau. Als da wären: Es gibt nun eine getrennte Einstellmöglichkeit für einen direkten Treffer (sponsored search) oder die Ähnlichkeitssuche (content match). Da lässt es sich prima festlegen, ob man nur einen exakten Treffer möchte, oder beispielsweise bei sinngemäßen Eingaben der Benutzer auch einmal präsentiert sein will. Wers nicht möchte, kanns ausschalten.
Auch ist sehr schön, dass sich Start und Ende einer Kampagne sehr genau einstellen lassen – ideal für Aktionen und Sonderangebote. Auch „Anzeigen optimieren“ ist eine sinnvolle Option. Automatisch werden die Anzeigen eingeblendet, die am besten laufen – unter Berücksichtigung des Tagesbudgets.

Für einen schnellen Überblick sorgt ein neuartiges Performancediagramm, dass sehr schnell erfassbar ist. Fein auch die neuen Berichte, etwa sind Trends superschnell erkennbar und durch die Analyse nach Kennzahlen erspart man sich die zeitaufreibende Tour durch selbst geschriebene Excel-Tabellen. Nimmt man dazu noch die schnelle manuelle Ein/Ausschaltung, ist das Yahoo System zurzeit wohl mit das Beste für SEM.

Trotzdem ein Wunsch: eine einfach zu erreichende genaue Einstellung der Kampagnen, respektive Keywords, nach Uhrzeit über den Tag wäre fein. Und wenn Yahoo mal mehr Seiten aufnehmen würde, wärs auch nicht schlecht, ich glaube, auch für Publisher ist das System jetzt eine ganze Menge attraktiver.
Tipp: das Tagesbudget ist nach wie vor getrennt von den Kampagnen einstellbar (Verwaltung/Konten), die genauere Kampagnenunterteilung erlaubt aber eine sehr viel präzisere Verteilung.